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Haltung von Zebrafinken

Prachtfinken als Heimtiere

Einst, so ist es überliefert, sollen es portugiesische Seefahrer gewesen sein, die bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts die ersten Prachtfinken aus afrikanischen Gefilden mit nach Europa brachten. Schon bald setzte ein reger Handel mit diesen prächtig gefärbten Vögeln ein, an dem sich die Seeleute vieler europäischer Nationen und ebenso amerikanische Seeleute beteiligten. Neben afrikanischen Vögeln wurden später ebenfalls Prachtfinken aus Australien und aus Asien importiert. In Asien, hier insbesondere in Japan und China, wurden Prachtfinken bereits lange vor dieser Zeit als Ziervögel gehalten. Prachtfinken sind eine sehr artenreiche Familie und gehören als Singvögel zur Ordnung der Sperlingsvögel. Zu den bekanntesten Arten von Prachtvögeln gehören Zebrafinken, Japanische Mövchen und Reisfinken.

Domestizierung: Wann Zebrafinken im europäischen Raum erstmalig domestiziert wurden, darüber gibt es zwar keine genauen Angaben. Dennoch lässt sich der ungefähre Zeitraum der Domestizierung wesentlich besser eingrenzen, als vergleichsweise bei vielen anderen Arten von Haustieren, bei denen nur archäologische Funde und gentechnische Studien Anhaltspunkte liefern können. Einer der Ersten, der in den Jahren 1805 bis 1830 mehrere ornithologische Bücher schrieb und veröffentlichte, war der berühmte französischer Ornithologe Louis Jean Pierre Vieillot. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich Vieillot auch mit der Aufzucht von Zebrafinken beschäftigte. Ob er eines der ersten Züchter war, eine Antwort auf diese Frage bleibt dennoch strittig, da im 18. Jahrhundert auch holländische Züchter recht erfolgreich waren, ihr Wissen jedoch geheim hielten und nicht veröffentlichten.

In den rund 200 Jahren, in denen seither Zebrafinken domestiziert werden, wurden viele neue Farb- variationen herausgezüchtet, die in der freien Natur nicht vorkommen. Bei der Züchtung dieser neuen Farbschläge wurde leider vielfach intensive Inzucht betrieben. Bedingt durch diese relativ häufig betriebene Inzucht wurden jedoch nicht nur Vögel mit neuen Farbvarianten gezüchtet, sondern auch Größen- verluste und Missbildungen von un- verantwortlich handelnden Züchtern in Kauf genommen.

Zebrafinken in Voliere
© Quelle: www.pixelio.de / Foto: schauhi

Weiterhin kommt hinzu, dass Australien ab dem Jahre 1960 eine Ausfuhrsperre für den Export von wildlebenden Vögeln, sowie sonstigen Tierarten und Pflanzen erließ, um die heimische Flora und Fauna vor einem weiteren Ausbluten zu schützen. Seither kommt es praktisch zu keiner genetischen Auffrischung von domestizierten Arten mehr. Obwohl Zebrafinken als leicht zu züchtende Vögel gelten, sollte aus diesem Grund jeder, der sich mit der Zucht von Zebrafinken beschäftigen möchte, sorgfältig bei der Auswahl von geeigneten Zuchtvögeln vorgehen.

Haltung: Zur artgerechten Haltung gehört an erster Stelle eine artgerechte Unterkunft. In diesem Zusammenhang sollte bedacht werden, Zebrafinken sind in ihrer natürlichen Umgebung sehr gesellig lebende Tiere, die in kleineren Kolonien brüten und sich oft zu größeren Schwärmen zusammen finden. Schon allein aus diesem Grund sollten Zebrafinken niemals einzeln gehalten werden, sondern mindestens paarweise. Wie unter dem Punkt Anforderungen für Käfighaltung bereits näher beschrieben, sollte ein Käfig für ein einzelnes Pärchen eine Mindestlänge von 80 cm aufweisen. Bei einem Seitenverhältnis des Käfigs von 4:2:3 ergibt sich weiterhin eine Mindestbreite von 40 cm und eine Mindesthöhe von 50 cm. Zu bevorzugen ist in jedem Fall eine Zimmervoliere oder eine gut wärmegedämmte Vogelstube mit der Möglichkeit zum Freiflug in eine Voliere bei entsprechenden Außentemperaturen. Temperaturen unter 6° bis 8° sollten in jedem Fall vermieden werden.

Gleich ob Käfig oder Voliere, dass sich in jedem Vogelheim geeignete Sitzgelegenheiten in Form von leicht anzufliegenden Rundhölzern befinden sollten, versteht sich wohl von allein. Alternativ bieten sich vor allem bei größeren Käfigen, ebenso bei Zimmervolieren und erst recht bei Vogelstuben, Zweige entsprechender Stärke und kleinere Sitzbäumchen an. Als Einstreu für Käfige eignet sich handelsüblicher Vogelsand.

Trinken und Baden: In ihrer natürlichen Umgebung bevorzugen Zebrafinken Biotope mit geeigneten Wasserstellen. Auch in Käfigen oder Volieren sollte den munteren Gesellen die Möglichkeit zum Trinken und Baden geboten werden. Flache Gefäße mit einer Wasserhöhe von 2 bis 3 cm sind für diesen Zweck besten geeignet.

Futter: Als Futter kommt in erster Linie handelsübliches Exotenfutter in Frage, bestehend aus verschiedenen Hirsesorten, sonstigen Sämereien, erforderlichen Spurenelementen und Kalk. Zusätzlich sollte etwas Grünfutter gereicht werden, zum Beispiel hat sich hier Gurke, Vogelmiere und Löwenzahn gut bewährt. Dargereicht wird das Futter in handelsüblichen Futternäpfen.

Schlafnester: Zum Nächtigen und zum Brüten bieten sich Halbschalen, halboffenen Nistkästen oder ausgehöhlte Kokosnüsse an. Der Durchmesser sollte dabei der Größe der Vögel von 12,5 cm angepasst sein oder geringfügig darüber liegen. Zur Auspolsterung für die Schlafnester und Nisthilfen können Baumwollfasern oder Kokosfasern verwendet werde, ebenso ist einfaches Heu geeignet. Schlafnester und Nisthilfen in Käfigen und Volieren haben jedoch den entscheidenden Nachteil, dass sie Zebrafinken zum häufigen brüten regelrecht verleiten. Wer eine Vielzahl von Bruten pro Jahr vermeiden möchte, sollte die Nester entfernen und statt dessen kleine hölzerne Plattformen von wenigen Zentimetern Breite in den Käfigen oder Volieren befestigen.
 

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