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Der
Wellensittich
Die Eingewöhnung in der neuen Heimat
Meist bringt man den jungen Wellensittich aus dem Zoohandel in einer
Transportschachtel nach Hause. So schnell wie möglich sollte man ihn aus dieser engen
Schachtel befreien, indem man die Schachtel an einer Seite öffnet und direkt an die
geöffnete Käfigtür hält. Als nächstes ist die Käfigtür schnell zu schließen,
woraufhin man sich zurückziehen kann, damit der kleine Neuankömmling die fremde Umgebung
in Ruhe erkunden kann. Es wird einige Zeit dauern, bis sich der Vogel wieder beruhigt hat.
Daher sollte man an den ersten ein oder zwei Tagen nicht in den Käfig fassen. Wichtig ist
aber, dass man ihm mit ruhiger Stimme gut zuredet und dabei auch öfter seinen Namen
gebraucht.
In den nächsten Wochen muss man sich Mühe geben, langsam das
Vertrauen des Vogels zu gewinnen, indem man nicht versucht ihn zu greifen und hastige
Bewegungen vermeidet. Je behutsamer, desto besser. Der leichteste Weg den Wellensittich zu
zähmen ist, ihm auf der flachen Hand seine Lieblingsspeise, die Kolbenhirse, zu
servieren. Er wird nach einiger Zeit versuchen, die Körner von der Stange aus zu
erreichen und sich früher oder später auch mit einem Füßchen auf die Hand trauen.
Dieser Vorgang sollte jeden Tag wiederholt werden, bis der Vogel die Scheu vor der
menschlichen Hand verloren hat.
Nach ungefähr einer Woche
im neuen Heim, kann die Käfigtür einmal offen gelassen werden, so dass der Wellensittich
Gelegenheit bekommt, die neue Umgebung auch außerhalb des Käfigs zu begutachten. Zum
ersten Mal darf er im Zimmer herumfliegen. Zuvor muss man sich allerdings vergewissern,
dass alle Fenster, aber auch Schränke geschlossen sind. Zu Beginn ist der Vogel
wahrscheinlich verwirrt, wird sich aber schnell an die neue Umgebung gewöhnen. Nachdem er
ein paar Runden geflogen ist und spätestens wenn sich der Hunger meldet, wird er in den
Käfig zurückkehren. Der tägliche Freiflug ist sehr wichtig für den Sittich, da er so
fit bleibt und es seine Verdauung und sein Wohlbefinden fördert. |

© H. Müller | Wellensittich in Voliere |
Möchte der Vogelbesitzer den Wellensittich verstehen, so ist das gar
nicht so schwierig, da der Vogel eine ausgeprägte Körpersprache hat, die Hinweise gibt,
auf die Stimmung und das Befinden des Tieres. Möchte der Vogel sich ausruhen und
entspannen, so ballt er ein Bein und zieht es an sich, so dass er nur noch auf einem Bein
steht. Möchte er schließlich schlafen, so dreht er meist sein Köpfchen um 180 Grad und
steckt seinen Schnabel in das Rückengefieder. Fängt der Wellensittich an sich zu putzen,
zu gähnen, leise zu zwitschern und sich aufzuplustern, so fühlt er sich sichtlich wohl
und geborgen. Ist der Vogel aufgeregt und hat Angst so streckt er seinen Körper in die
Länge, sperrt die Augen weit auf und legt seine Federn eng an den Körper. Manchmal
ertönen dann auch schimpfende Klänge aus dem kleinen Schnabel. Sitzt der Vogel aber
stundenlang regungslos an derselben Stelle oder sogar auf dem Boden und isst er kaum oder
gar nichts mehr und hat Durchfall, so ist er krank und muss schleunigst zum Tierarzt.
Natalie Eckelt, im September 2008
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