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Handel mit bedrohten Tierarten

Washingtoner Artenschutzabkommen und illegaler Tierhandel

Wo es Tierliebhaber gibt, floriert auch das Geschäft mit dem Tierhandel. Was für die einen Liebhaberei, ist für die anderen eine Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Export und Import von wildlebenden Tieren, ist für viele Händler ein Geschäft wie jedes andere. Was am Ende zählt, das ist nur der reine Profit. Wo es um Profit geht, da ist für Tierliebe oftmals kein Platz mehr vorhanden. Ohne gesetzliche Regelungen werden, wie in jedem anderen wirtschaftlichen Bereich, die "natürlichen Ressourcen" rücksichtslos ausgebeutet. Nicht nur (doch zum Teil schon) wegen diesem rücksichtlosen Vorgehen vieler Exporteure in den Herkunftsländern und Importeuren in den einführenden Ländern, sind die Populationen vieler Wildtierarten im Bestand zumindest gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Auch aus vielen weiteren, vom Menschen verursachten Gründen, sind viele Wildtierarten vom Aussterben bedroht oder zumindest im Bestand gefährdet.

Um diese Tierarten zu schützen und vor dem gänzlichen Aussterben zu retten, wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen (in der Kurzform auch unter dem Kürzel Cites bekannt) zwischen vielen Staaten der Welt geschlossen. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Abkommen im Jahre 1972 bei und inzwischen erklärten 172 Staaten (Stand 2007) dieses Abkommen für verbindlich. Ziel des Washingtoner Artenschutzabkommen ist, den Handel mit gefährdeten Tierarten und Pflanzen, sowie den Handel von Produkten zu regeln, für die gefährdete Tierarten ihr Leben lassen mussten. Zu den Produkten zählen unter anderem aus Elfenbein gefertigte Objekte oder aus Häuten von gefährdeten Tierarten gefertigte Lederwaren. In den Listen des Artenschutzabkommens sind rund 8.000 Wildtierarten und weiterhin cirka 40.000 Pflanzenarten aufgeführt (Stand 2007). Diese Listen sind im Grad der Gefährdung unterteilt, je nachdem, ob die Art vom Aussterben gefährdet oder im Bestand bedroht ist.

Vom Aussterben bedrohte Tierarten dürfen nur für spezielle und rein wissenschaftliche Anliegen gefangen und exportiert werden. Für die restlichen Tierarten, die "nur" von der Population her gefährdet sind, benötigt ein Importeur und Händler einen Herkunftsnachweis. Doch wo es Interessenten gibt und Profit zu erwarten ist, da blüht auch der verantwortungslose Schwarzhandel und es ist keine Seltenheit, dass Herkunftsnachweise gefälscht werden und weitere illegale Praktiken an der Tagesordnung sind. Jeder "Tierliebhaber", der Tiere aus derartigen Quellen bezieht, trägt mit zum Aussterben einer Tierart in der Natur bei.

Doch nicht nur der illegale Handel mit gefährdeten Tierarten bereitet Natur- und Tierschützern Sorgen. Es sind auch die gesetzlichen Regelungen in Deutschland, die zum Teil immer noch unzureichend sind. So ist die Haltung von Exoten und anderen Wildtierarten nicht bundesweit einheitlich geregelt, sondern wird auf die einzelnen Bundesländer bzw. in deren Verantwortungsbereich abgewälzt. Das führt bislang dazu, dass es nicht einmal in allen Bundesländern einschlägige gesetzliche Regelungen gibt und wo es diese gibt, können diese von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. So ist es ein oftmals Leichtes für den interessierten, jedoch erfahrungslosen Tierliebhaber auf Exotenbörsen, in zoologischen Tierhandlungen oder über einschlägige Kleinanzeigen, von einer Giftschlange bis zum Waran das Objekt seiner Begierde zu erwerben, obwohl er weder die artgerechte Haltung, noch die sichere Unterbringung des erworbenen Tieres garantieren kann. So gehen Experten in ihren Schätzungen davon aus, dass allein in deutschen Haushalten um die 10.000 Giftschlangen gehalten werden, von privaten Tierliebhabern, die zum Teil diese Giftschlangen weder artgerecht noch ausbruchssicher unterbringen können. Ein Zustand, der für viele Tierschützer völlig unbefriedigend ist und kaum etwas mit Tierliebe zu tun hat.

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