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Import
und Haltung von Exoten
... und gefährlichen Wildtieren
Das Halten von immer exotischeren und zum Teil auch
gefährlichen Wildtieren, ist zu einer Modeerscheinung in deutschen Landen geworden. Viele
dieser gefährlichen Wildtierarten und Exoten, werden nicht aus reiner Tierliebe gehalten
und ebenso wenig aus naturwissenschaftlichen Interesse. Wer letzteres vorgibt, der findet
mitunter bessere Möglichkeiten, einige seiner Schützlinge auf Exkursionen mit erfahrenen
Führen in der Natur zu studieren. Unter heimischen Bedingungen, wie sie oft bei privaten
Tierhalten vorliegen, können ohnehin kaum Rückschlüsse auf das natürliche Verhalten
der meisten Wildtierarten und Exoten gezogen werden.
Die Beweggründe für die Haltung von Exoten und anderen
gefährlichen Wildtieren mögen unterschiedlich sein, sind jedoch, trotz der zu
verzeichnenden Zunahme an Haltern und an Importen, keine Erscheinung der letzten
Jahrzehnte. Schon immer gab es Menschen, denen es mehr um das Besondere ging, als um das
Wesen und die artgerechte Haltung eines Heim- oder Haustieres. Wer sich mit der
Domestizierung und späteren Züchtung eines beliegen Haustieres beschäftigt, wird
erkennen, dass es einst dem Menschen nur um die Nützlichkeit ging. Ein gutes Beispiel
hierfür ist der Haushund. Einst wurden wesentliche Rassemerkmale heraus gezüchtet, damit
die eine Hunderasse sich besser für die Jagd und eine andere Hunderasse sich besser für
das Hüten von Vieh eignen sollte. Es dauerte jedoch vermutlich nicht lange, da wurden
Hunde zu merkwürdigen Geschöpfen gezüchtet, die nur noch etwas Besonderes darstellen
sollten, zu nichts mehr zu gebrauchen waren und ohne menschliche Hilfe nicht
überlebensfähig. Der Wunsch und der Kick einiger Züchter und Hundehalter, etwas
Besonderes vorweisen zu können, ging bis zu den sogenannten Qualzuchten. Letztere sind
allerdings auch in unseren Tagen noch nicht gänzlich verschwunden.
In den letzten Jahrzehnten geht nun der Trend in eine etwas anderen Richtung. Vielen
privaten Tierhaltern reicht es nicht mehr, nur eine seltene Rasse eines ansonsten
traditionellen Haustieres zu besitzen. Vielmehr sollen es nach Möglichkeit exotisch
anmutende Tiere sein, die in der heimischen Wohnung gehalten werden. Ein Trend, der auch
vor gefährlichen Wildtieren nicht halt macht und für unprofessionelle Halter eine Gefahr
darstellt. Bei ungenügend gesicherten Unterkünften, bleibt diese Gefahr nicht auf dem
Halter und dessen Familienangehörigen gegrenzt, sondern wird beim Entweichen eines
gefährlichen Wildtieres, zur Gefahr für die öffentliche Allgemeinheit.
In Deutschland und analog in vielen Ländern Europas, ist die Entnahme von wildlebenden
Tieren aus der Natur für die private Haltung ohne ersichtlichen Grund durch einschlägige
Rechtsvorschriften geregelt und im allgemeinem untersagt. Ersichtliche Gründe, die eine
Entnahme rechtfertigen würden, sind unter anderem dann gegeben, wenn eine Gefährdung
für Mensch oder Tier erkennbar ist. Ein Beispiel könnte ein sich am Straßenrand
aufhaltender Vogel mit gebrochenem Flügel sein, den ein Naturfreund dann zum Tierarzt
bringen würde. Das Plündern von Vogelnestern, um die Jungvögel anschließend in
privaten Gehegen und Vogelvolieren aufzuziehen und zu halten, ist hingegen in Deutschland
nicht gestattet. Es gibt zwar Vogelfreunde, die sich auf die Haltung von heimischen
Vogelarten spezialisiert haben, doch stammen diese Tiere dann vorzugsweise aus
Nachzuchten.
Der Gedanke, eine zahme Dohle oder einen zahmen Raben auf der Schulter sitzend mit sich zu
führen, mag zwar für den einen oder anderen Tierliebhaber ein verlockender Gedanke sein,
ist jedoch zum Teil mehr als nur realitätsfremd und das nicht nur weil Dohlen unter
Schutz stehen. Wer Waldvögel oder andere heimische und unter Schutz stehende Vogelarten
erwerben und züchten möchte, sollte beim Erwerb bereits auf einen Herkunftsnachweis
achten und bei der unteren Naturschutzbehörde vorsprechen. Eventuell wird es sich diese
Behörde dann nicht nehmen lassen, die Haltungsbedingungen zu kontrollieren.
Etwas anders sieht es mit dem Import von Wildtieren und Exoten aus, hierzu auf der
nächsten Seite mehr.
weiterlesen: Illegaler
Tierhandel
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