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Wildtiere bei Gewitter

Vom Flug der Schwalben und mehr...

Wie Wildtiere bei einem Gewitter reagieren, ist relativ schlecht erforscht, da auch die meisten Freilandbiologen bei einem aufziehenden Unwetter ihre Beobachtungen unterbrechen. Dennoch gibt es einige Berichte. Andere Beobachtungen wurden über viele Generationen gesammelt und verdichteten sich bei der mündlichen Überlieferung zu Bauernregeln. Eine dieser Bauernregeln lautet:

Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen.
Fliegen die Schwalben in den Höh'n, kommt ein Wetter, das ist schön.

Doch stimmt diese Bauernweisheit und wenn ja, wo liegen die wetterbedingten Ursachen und natürlichen Gründe für dieses Verhalten der Schwalben?

Von Schwalben und anderen Vögeln

Schwalben, gleich ob Rauchschwalben oder Melschwalben, ernähren sich bekanntlich von Insekten, die sie während ihres Fluges erjagen. Zum Teil sind diese Insekten so klein, dass sie in Abhängigkeit von der Thermik sinken oder in höhere Luftschichten aufsteigen. Die Thermik wiederum ist abhängig von der Sonneneinstrahlung und vom Luftdruck. Bei einem beständigen Schönwetterhoch steigt der Luftdruck und zusätzlich begünstigt der anhaltende Sonnenschein die Thermik dahingehend, dass viele kleine Insekten sowie Pollen, Sporen und andere Kleinstorganismen in höhere Luftschichten getragen werden. All diese zum Teil winzig kleinen biologischen Organismen werden auch als Luftplankton bezeichnet. Steigt nun bei einem sommerlichen Hoch dieses Luftplankton in höhere Luftschichten auf, jagen auch die Schwalben in höheren Luftschichten.
Dennoch sollte diese Bauernregel nicht verallgemeinert werden. Ein kurzzeitiges Zwischenhoch beeinflusst den Luftdruck und die Thermik noch nicht so entscheidend, dass Schwalben bereits Höhenflüge ausführen würden. Vor einem Gewitter fällt der Luftdruck hingegen recht rapide ab und es ist anzunehmen, dass alle Vögel diesen plötzlichen Luftdruckabfall instinktiv wahrnehmen. Doch wie reagieren nun Vögel und andere Tiere bei einem nahenden Gewitter?
 

Wie reagieren Wildtiere bei einem heftigen Gewitter?

Es war im Sommer 2009. Eine Familie Hausrotschwänze hatte sich bereits einige Tage vorher das Vordach einer Hauseingangstreppe als nächtlichen Unterstand auserkoren. Im Normalfall verließen die Vögel ihren Ruheplatz, sobald die Hauseingangstür von einer menschlichen Person geöffnet wurde. Nicht so bei einem heftigen Gewitter. Hier schrumpfte die Fluchtdistanz bis auf Armlänge. Die Angst vor Blitz und Donner war somit bis zu einer Entfernung von unter einem Meter Abstand zum Störenfried größer, als die Angst vor der vermeintlichen, vom Menschen ausgehenden, Gefahr.

Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass Wildtiere bei einem nahenden Gewitter sich in einem sicheren Bau, in eine Höhle oder einfach nur ins Dickicht zurückziehen. Den Fischen wird hingegen nachgesagt, dass sie bei einem Gewitter tiefere Wasserschichten aufsuchen, nur so recht beobachtet wurden sie dabei noch nicht. Vorliegen tun hingegen Berichte, nach denen Wildtiere vom Blitz getroffen wurden.

Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich im Januar 2005 in der Nähe von Veenhusen im im ostfriesischen Landkreis Leer. Bei einem winterlichen Gewitter wurden 68 vermutlich im Formationsflug von einem einzelnen Blitz getroffen. Obwohl nicht alle Tiere wahrnehmbare Brandspuren aufwiesen, gingen die Biologen davon aus, dass alle der 68 aufgefundenen Nonnengänse dem Blitzschlag erlagen. Allein die elektrische Entladung eines Blitzes und der unmittelbare Donner könnte bei Gänsen und anderen Vögeln zum Herzversagen führen. Wie es in dem Bericht weiterhin hieß, wurden bereits im Vorjahr 2004 einmal 8 und einmal 14 Gänse bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen.[4]

Ausgewählte Quellen

  1. Wetterstation Külbingen - Ein zitierter Bericht über Kühe, die auf einer Weide unter einem Apfelbaum Schutz vor einem Gewitter gesucht hatten.

  2. Kleine Zeitung - Ein Artikel über Schafe, die auf einer Weide zum Opfer eines Blitzeinschlages wurden.

  3. Badische Zeitung - Ein Bericht über Kühe, denen bei einem Gewitter ihr Instinkt zum Verhängnis wurde.

  4. Hamburger Abendblatt - Über das Schicksal von Nonnengänsen bei einem Wintergewitter.
     

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