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Vom Blitz erschlagen

Wildtiere und Nutztiere

Wildtiere, ebenso ganzjährig im Freien gehaltene Haus- und Nutztiere, sind den Unbilden der Witterung mehr oder minder schutzlos ausgeliefert. Gegen Kälte, Schnee und Regen hilft ein dichtes Fell und eine entsprechende Schicht Unterhautfett. Bei geflügelten Wild- und Nutztieren übernimmt diesen Schutz ein gut isolierendes Gefieder. Des Weiteren gibt es noch einige andere anatomische Besonderheiten bei den jeweiligen Tierarten, die der Regulierung des Wärmehaushaltes dienen. Wie sieht es aber mit dem Schutz vor Unwettern aus, wie verhalten sich Wildtiere bei einem Gewitter und wie groß ist die Gefahr für Wildtiere bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen zu werden?

Ein durch ein heraufziehendes Gewitter oder durch das Zünden von Silvesterböllern verängstigter Haushund sollte nicht getröstet werden, raten zuweilen Experten, um den Hund nicht durch das eigene Verhalten zu bestätigen, dass grelle Lichterscheinungen und lautes Knallen mit einer Gefahr verbunden sind. Doch handelt es sich hier nicht um einen natürlichen Instinkt des Hundes? Wie reagieren Wölfe und andere Wildtiere, wenn die ersten Wetterboten ein Gewitter ankündigen?

Verhalten und Statistiken

Richtig ist, einen Hund zu trösten, wenn es blitzt und kracht, wäre völlig falsch. Der Hund würde sich in seiner Angst nur zusätzlich bestätigt fühlen. Besser ist es, so ruhig und gelassen wie möglich in der entsprechenden Situation zu reagieren. In diesem Zusammenhang wäre ein Vergleich mit einer Flugbegleiterin oder mit einer Kindergärtnerin treffend, die so ruhig wie nur möglich auf die Fluggäste bzw. Kinder einwirkt, gleich ob es sich um eine Banalität oder um eine ernsthafte Gefahrensituation handelt.
Richtig ist jedoch auch, dass die natürlichen Instinkte eines Tieres darauf programmiert sind, dass eigene Überleben zu sichern. Wobei es außer Frage steht, dass eine Gewitterfront für Mensch und Tier eine ernsthafte Gefahrensituation bedeutet. Doch wie gefährlich ist ein Gewitter eigentlich für Mensch und Tier?

Die Zahl der jährlich durch einen Blitzschlag getöteten Menschen sank in Deutschland in den letzten Jahrzehnten auf etwa 7 Personen. Diese Zahl auf 82 Millionen Einwohner gerechnet, ergibt eine äußerst geringer Wahrscheinlichkeit, von einem Blitz getroffen und dabei tödlich verletzt zu werden.
Doch das war das nicht immer so. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verstarben in Deutschland jährlich rund 100 Personen an den Folgen eines Blitzschlages und im 19. Jahrhundert lag die Anzahl der tödlich von einem Blitz getroffenen Menschen bei etwa 300 pro Jahr. Diese enorme Verringerung während des letzten Jahrhunderts ist unter anderen darauf zurückzuführen, dass die Menschen einst mehr zu Fuß oder in einem von Pferden gezogenem Gefährt unterwegs waren, welches im Gegensatz zu heutigen Verkehrsmitteln nicht den Schutz eines Faradayschen Käfigs bot. Weiterhin gab wesentlich mehr Landarbeiter, die ungeschützt auf dem freien Feld ihre Arbeit verrichteten, als heute. Der Leser möge bedenken, die Kabine eines Traktors oder eines Mähdreschers bildet ebenfalls einen Faradayschen Käfig.
Berücksichtigt sollte weiterhin werden, die Zahl der von einem Blitz getroffenen Personen ist wesentlich höher, doch etwa jeder zweite Mensch überlebt den Einschlag. Andere werden nur mehr oder weniger schwer verletzt, weil sie sich in der Nähe eines einschlagenden Blitzes befanden.

Gefahrenpotential für Wildtiere und Nutztiere

Wildtiere und im Freien gehaltene Haus- und Nutztiere können sich, im Gegensatz zum Menschen, nicht in ein massives Bauwerk oder in ein vor Blitzeinschlag schützendes Fahrzeug zurückziehen. Weiterhin spielt die Schrittspannung in unmittelbarer Nähe des Einschlagsortes eine große Rolle. Ein zweibeiniger Mensch kann die von der Schrittspannung ausgehende Gefahr minimieren, in dem er seine Füße eng nebeneinander stellt. Ein vierbeiniges Tier hat diese Möglichkeit nicht. Hinzu kommt, dass ein größeres Säugetier auch einer größeren Schrittspannung in der Nähe eines Einschlagortes ausgesetzt ist. Das Gefahrenpotential, bei einem Gewitter von einem Blitz getroffenen oder durch die Schrittspannung lebensgefährlich verletzt zu werden, ist somit für Wildtiere ungleich höher.

Einige Bespiele:

  • Im Landkreis Neustadt an der Aisch wurden im August des Jahres 2000 acht Kühe auf einer Weide das Opfer eines Blitzeinschlages bzw. der Schrittspannung. Die Kühe hatten unter einem Apfelbaum Schutz vor dem Unwetter gesucht. Keine der Kühe wurde direkt getroffen, sondern der Blitz schlug in den Apfelbaum ein.[1]

  • In der österreichischen Steiermark wurden im August 2007 bei einem Gewitter 14 Schafe in der Nähe von Bärnbach vom Blitz erschlagen.[2]

  • Im Juli des Jahres 2008 suchte im Kreis Emmendingen eine Kuhherde bei einem Gewitter Schutz unter einer großen Pappel. Während des Unwetters schlug ein Blitz in diesen Pappelbaum ein, den 11 Kühe der Herde nicht überlebten.[3]

Quellen: Siehe nächste Seite

Dass in den Medien mehr Berichte über Nutztiere als über Wildtiere veröffentlicht werden, die Opfer eines Unwetters wurden, liegt unter anderem daran, dass es in Deutschland keine wildlebenden Herden mehr gibt. Weiterhin spielt der Umstand eine Rolle, dass der Verlust eines Nutztieres einen finanziellen Schaden für den Halter bedeutet und somit mehr Aufsehen bei den Lesern erregt. Dennoch, vereinzelt finden sich auch Berichte über Wildtiere, dazu auf der nächsten Seite mehr.

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