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Wenn
es blitzt und kracht
Vorkehrungen und Verhaltensregeln
Der Jahreswechsel steht vor der Tür und alle Jahre wieder
wird dieser feuchtfröhlich begangen, begleitet von einem pyrotechnischen Feuerwerk, um
die bösen Geister zu vertreiben. Je lauter es kracht und je spektakulärer der bunte
Lichtzauber, desto mehr sind wir beeindruckt und um so mehr böser Geister fliehen vor der
vermeintlichen Gefahr. Was für böse Geister gilt, das trifft leider auch auf unsere
guten Geister zu, die uns in Heim und Haus umgeben. Zu diesen guten Geistern gehören
praktisch alle Heimtiere, welche ihre Umgebung audiovisuell wahrnehmen. Der Grund, unsere
Heimtiere können, wenn es so richtig blitzt und kracht, nicht unterscheiden, ob es sich
um ein Gewitter, eine Naturkatastrophe oder einen feierlichen Anlass handelt. Ihre
Instinkte sind hingegen darauf programmiert, sich vor einem Gewitter in Sicherheit zu
bringen.
Die Gefahr, bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen zu werden, ist für Tiere in Feld und Flur
durchaus real. Eigentlich auch für uns Menschen, insofern wir uns bei einem Gewitter im
Freien aufhalten. Nur wenn wir uns in einem massiven Bauwerk oder in einem Auto befinden,
können wir uns relativ sicher fühlen. Wir wissen, dass uns ein massives Bauwerk einen
ausreichenden Schutz vor den Unbilden eines Gewitters bietet. Auch wissen wir, dass es
sich bei der Silvesterknallerei um kein Unwetter und um keine Naturkatastrophe handelt.
Ein Heimtier weiß all dies hingegen nicht und reagiert instinktiv. Doch wie den Stress
für Heim- und Haustiere mildern und panischen Reaktionen vorbeugen?
Vorkehrungen für den Silvesterabend
Eine der wohl wirkungsvollsten Methoden besteht zu
Silvester darin, in unmittelbarer Nähe von Tieren weder Böller noch Raketen zu zünden.
Dieser freiwillige Verzicht tut nicht nur dem gestressten Nervenkostüm unserer Heimtiere
gut, sondern sollte von uns auch in der Nähe von Stallungen, Tiergärten, Waldrändern
und Parkanlagen beherzigt werden, um Haus- und Wildtiere nicht unnötig in Panik zu
versetzen.
Da der Verkauf von Silvesterknallern und Feuerwerkkörpern bekanntlich Jahr für Jahr
einige Tage vor Silvester startet, sollten Hunde ab dem Tage des Verkaufsbeginns nicht
mehr unangeleint ausgeführt werden. Zwar sind die Zeiten für das Zünden von
Feuerwerkskörpern und Böllern vom Gesetzgeber geregelt, doch nicht alle Zeitgenossen
halten sich an diese Regelungen. Dass bei unvorhersehbar gezündeten Böllern nicht nur
Menschen erschreckt reagieren, sondern auch Hunde und Katzen, wird dabei nur selten
bedacht.
Weiterhin sollte bedacht werden, dass Hunde und Katzen ein sehr viel empfindlicheres
Gehör besitzen als Menschen, welches leichter durch laute Knalle und Kracher geschädigt
werden kann.
Weder Hunde noch Katzen gehören am Silvesterabend auf die Straße, wobei Katzen am
letzten Tag des alten Jahres und am ersten Tag des neuen Jahres ganztägig der Freigang
verwehrt werden sollte.
Vögel, Nager, Katzen und andere Kleintiere sollten in der Silvesternacht in einem
möglichst ruhigen Raum untergebracht werden. Soweit vorhanden, sollten Jalousien
geschlossen werden. Besitzen die Fenster keine Jalousien, sollten zumindest die Fenster
soweit wie möglich mit Vorhängen verdunkelt werden, wobei es zusätzlich ratsam ist,
Käfige mit einem geeigneten Tuch zu bedecken.
Sind Sie der Halter eines besonders ängstlichen Heimtieres oder wissen Sie aus Erfahrung,
dass Ihr Heimtier besonders schreckhaft und panisch auf die jährliche Silvesterknallerei
reagiert, so empfiehlt sich die Verabreichung eines sanften Beruhigungsmittels. Bitte
bedenken Sie, Beruhigungsmittel sollten nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt
verabreicht werden.
Auf jeden Fall sollten Sie oder zumindest eine den Heimtieren vertraute Person in der
Silvesternacht bei den Tieren bleiben, wobei es ein Fehler wäre Hunde oder Katzen bei
ängstlichen Verhalten zu trösten. Durch das Trösten würde sich ein Hund zusätzlich
noch in seiner Angst bestätigt fühlen. Besser ist es ruhig und gelassen zu bleiben.
Bei nahendem Gewitter
Ob am Silvesterabend oder bei einem Gewitter, für ein Tier
macht es kaum einen Unterschied, ob das Krachen von Böllern oder aus den Wolken kommt.
Nicht immer ist ein Heimtierhalter bei einem heraufziehenden Gewitter anwesend. Doch falls
er anwesend ist, so sollte er auch bei einem kräftigen Gewitter die Jalousien herunter
lassen oder die Fenster mit Vorhängen verdunkeln, insofern sich Kleintiere im Raum
befinden. Sollte das Verdunkeln unangebracht erscheinen oder nicht erwünscht sein,
sollten zumindest Käfige mit einem Tuch abgedeckt werden.
Hunde reagieren bei einem Gewitter unterschiedlich. Während schussfeste Hunde beinahe
völlig unbeeindruckt bleiben, folgen andere Hunde ihren natürlichen Instinkten und
versuchen sich in ein schützendes Dickicht oder in einen schützenden Bau zu verziehen.
Aus diesem Grund sollten Hunde auch bei einem nahenden Gewitter nur noch angeleint
geführt werden.
Auch bei einem Gewitter gilt: Bestätigen Sie den Hund nicht durch Trösten in seiner
Angst, bleiben Sie statt so ruhig und gelassen wie möglich.
weiterlesen: Vom Blitz erschlagen | Wildtiere bei Gewitter
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