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Auswertung
Schreibwettbewerb 2008
Statement zum Wettbewerb
Im Oktober 2008 riefen wir zu einem Schreibwettbewerb auf,
als Einsendeschluss war der 31. Dezember 2008 vorgemerkt und ab dem 12. Januar 2009 sollte
eine Abstimmung erfolgen. Das Ergebnis war mehr als nur ernüchternd. Im besagten Zeitraum
hat eine einzige Autorin einen Beitrag eingereicht und ist leider dabei noch etwas an der
eigentlichen Zielstellung vorbei gegangen. Uns ging es nicht um irgendwelche Lyrik oder
Prosa, unser Genre liegt mehr im Bereich der Sachliteratur und verwandten Ausdrucksformen,
einschließlich Erlebnisberichten und philosophischen Ansichten, insofern diese auf
Erkenntnisse gestützt sind.
Um beim Thema zu bleiben, wir hatten ganz sicher nicht mit einer Flut von Einsendungen
gerechnet, doch mit deutlich mehr als mit einer einzigen Einsendung ganz gewiss. Nun, es
kam anders als erwartet. Ein kleines Statement zum Schreibwettbewerb und zu dessen
Auswertung:
In deutschen Haushalten leben Millionen Heim- und Haustiere. Schätzungsweise in jedem
dritten Haushalt ist mindestens eine Tierart vertreten. An der Spitze der Pyramide stehen
Hunde und Katzen, gefolgt von Vögeln, Nagern und anderem Getier. Die zugehörigen Zahlen
ergeben eine Summe im achtstelligen Bereich. Diese Summe wird jedoch noch spielend von der
Anzahl der landwirtschaftlichen Haus- und Nutztiere überboten. Allein die Anzahl der in
deutschen Ställen gehaltenen Masthühner ergibt locker eine Summe im neunstelligen
Bereich.
Sicherlich, die wenigsten Verbraucher machen sich stetig darüber Gedanken, woher das
Frühstücksei kommt oder wie das Rind lebte, bevor es in der Bratröhre landete. Doch
haben wir als Volk wirklich schon jeden Bezug zur Realität und zu unseren tierischen
Versorgern verloren, dass es nicht eine einzige Autorin oder einen einzigen Autor gab, die
oder der zu diesem Thema etwas schreiben konnte? Ist dieses Thema wirklich so
uninteressant, um sich dessen anzunehmen?
Bei Millionen von Heimtierhalten allein in Deutschland, da sollte man doch meinen, es
gäbe unter diesen Heimtierhaltern unzählige Autorinnen und Autoren, die gerne über die
von Ihnen gehaltene Tierart berichten würden. Stellt sich die Frage, was lief schief? Ist
es allgemein ein fehlendes Interesse? Wohl kaum. Waren die Preise zu unlukrativ? Gut
möglich. Deshalb eine Fragestellung und Bemerkung in eigener Sache.
Warum riefen wir zu diesem Schreibwettbewerb auf? Ein Verlag lebt von seinen Autoren,
daran führt kein Weg vorbei. Sinn und Zweck dieses Schreibwettbewerbes lagen darin
begründet, eventuell auf diesem Weg eine gute Autorin oder einen guten Autor zu finden.
Sicher, bei unserem Verlag handelt es sich nicht um einen großen oder renommierten
Verlag. Doch auch ein Nischenverlag ist auf gute Autoren angewiesen.
Um korrekt zu bleiben, eine zweite Autorin reichte mit etwas Verspätung in der ersten
Januarhälfte 2009 einen Beitrag ein, der durchaus lesenswert ist. Zumindest ein positives
Zeichen für die Zukunft, auch wenn wir diesen zur Zeit nicht bewerten möchten.
Horst Müller
Stendal, im Januar 2009
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