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Wissenswertes
über Chamäleons
Körperbau und Verhaltensweisen

© Zoonar / Dirk Rüter
Ein Namaqua Chamäleon |
Chamäleons (Chamaeleonidae)
kommen in über 160 Arten vor und gehören zu den Reptilien. Die Klasse der Chamäleons
lassen sich in zwei große Unterarten aufteilen: die der Echten Chamäleons und die der
Stummelschwanzchamäleons. Ihren Ursprung haben die Chamäleons in Ostafrika, heute findet
man die größte Vielfalt im Westen des Kontinents und auf der afrikanischen Insel
Madagaskar. Da der Körperbau, die Ernährung und die Verteidigungshaltung für das Leben
in Bäumen ausgerichtet sind, kommen Chamäleons vorzugsweise in stark bewaldeten Gebieten
vor, die über eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um die 25°C verfügen. Die
Arten unterscheiden sich oft stark voneinander, da die Form unter anderem vom Geschlecht
als auch dem Alter abhängt. Typische Klassenmerkmale sind die Schnauzenfortsätze und die
Hörner, die jedoch in Anzahl und Größe stark variieren. |
Auch sind bei vielen Arten spreizbare Lappen vorhanden, die dafür
sorgen, dass das Chamäleon größer erscheint und die damit einen Abwehrmechanismus
darstellen. Je nach Art des Chamäleons variieren Größe und Lebenserwartung, die meisten
Tiere werden jedoch ca. 50 cm groß und erreichen eine Lebenserwartung von 5 Jahren und
älter. Chamäleons legen bis zu 35 Eier, es gibt jedoch auch Arten, die lebende Jungtiere
zur Welt bringen. Die Tragezeit vor der Eiablage beträgt im Schnitt 4 Wochen.
Wie alle Reptilienarten, haben auch die Chamäleons eine Haut mit
Schuppen, die sich in mehreren Schuppenarten unterteilt. Zu den normalen Hautschuppen
gehören die Körnerschuppen, die Tafelschuppen und die Tuberkeln. Am Kopf findet man
Plattenschuppen und an den Kämmen, die sich am Rücken, der Kehle und am Bauch befinden,
besitzen Chamäleons Kegelschuppen. Die Schuppen dienen zum einen dem Schutz vor
Verletzungen und zum anderen dem Temperaturausgleich und dem Erhalt der Feuchtigkeit. Wie
bei vielen anderen Reptilien auch, vollzieht sich bei Chamäleons regelmäßig eine
Häutung. Diese ist unabhängig von der Jahreszeit, vielmehr spielen hier die Hormone des
Tieres, Temperatur und Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Die Häutung gibt Hinweise auf den
Gesundheitszustand des Tieres: an der Qualität der Häutung lassen sich Rückschlüsse
auf das allgemeine Befinden von Chamäleons ziehen. Die Dauer der Häutung ist von Tier zu
Tier sehr unterschiedlich: hier ist zwischen einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen jede
Zeitspanne denkbar.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die Augen. Der Aufbau der Augen sorgt für
eine Sehschärfe bis zu 1000 m. Besonders auffällig ist jedoch weniger die Form der
Augen, als ihre außergewöhnliche Beweglichkeit. Diese wird ermöglicht durch komplexe
Muskeln im Augenbereich und gewährleistet ein Sichtfeld von 342°, wobei das Sichtfeld
vertikal 90° und horizontal sogar 180° beträgt. Die Augen sind unabhängig voneinander
in unterschiedliche Richtungen beweglich, so dass ein Chamäleon gleichzeitig die Umgebung
vor sich und hinter sich beobachten kann. Zusätzlich dienen die Augen der Kommunikation.
Diese extreme Sehfähigkeit hat jedoch zur Folge, dass andere Sinnesorgane verkümmert
sind: Chamäleons sind nahezu taub, da dieses Sinnesorgan aufgrund der Sehfähigkeit nicht
gebraucht wird.
Ein weiteres eindeutiges Merkmal ist die ruckartige Bewegung der Chamäleons. Diese
Bewegung unterstützt auch die Wahrnehmungsfähigkeit des Chamäleons. Obwohl sie durch
die einzigartige Augenstellung einen riesigen Blickwinkel haben, können sie nur bei
Überlappung der Sicht beider Augen räumlich sehen. Soll die gesamte Umgebung räumlich
erfasst werden, so müssen einzelne Teilbilder zusammengesetzt werden. Hierzu bewegt sich
das Chamäleon ruckartig vor, um so die Einzelbilder zu erhalten, die dann im Gehirn zu
einer räumlichen Wahrnehmung zusammengesetzt werden. Werden Chamäleons berührt, kann
man das Phänomen beobachten, dass die Tiere sich fallen lassen und bewegungslos liegen
bleiben.
Zur Verteidigung reißen Chamäleons meist das Maul auf, einige Arten unterstützen diese
Verteidigungshaltung durch Aufstellen der Lappen oder mit lautstarkem Zischen oder
Fauchen. Zusätzlich besitzen Chamäleons noch zwei weitere Schutzmechanismen: die Mimese,
der Farbwechsel, und die Thanatose, die Starre.
Quelle: CW / Niccolina
weiterlesen: Chamäleons
- Terrarienhaltung
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