|
|
|
Der
Neonsalmler
Zierfische fürs Gesellschaftsbecken
Einer der schönsten und beliebtesten Zierfische ist der Neonsalmler.
Seinen deutschen Namen erhielt der Neonsalmler auf Grund seiner leuchtenden Farben, deren
Wirkung mit jeder Leuchtreklame mithalten kann. Der lateinische Namen des Neonsalmlers
lautet Paracheirodon innesi, wobei der erste Teil des wissenschaftlichen Namens darauf
verweist, dass er zu einer Gattung von Süßwasserfischen aus der Familie der Echten
Salmler gehört. Der zweite Teil des lateinischen Namens steht hingegen für die
Bestimmung der Artzugehörigkeit. Wie unschwer am äußeren Erscheinungsbild und am
wissenschaftlichen Namen erkennbar, so ist der Neonsalmler mit dem Paracheirodon axelrodi
(Roter Neon) und dem Paracheirodon simulans (Blauer Neon) verwandt. Von diesen drei Arten
ist der Neonsalmler die am häufigsten in Aquarien anzutreffende Süßwasserfischart aus
der Region des Amazonas. Dort wo der Oberlauf des Amazonas das Gebiet von Leticia in
Kolumbien und das Gebiet von Tabatinga in Brasilien durchströmt, gehört der Neonsalmler
noch zu den häufiger anzutreffenden Fischarten. Doch auch im Rio Putumayo, in etwa dort
wo dieser Fluss das östliche Peru durchströmt, soll der Neonsalmler sich heimisch
fühlen.
Der Neonsalmler ist mit einer Länge von 3,5 bis 4,0 cm ein eher
kleiner Friedfisch, unter den Zierfischen dank seiner leuchtenden Farben jedoch eines der
schönsten Fische. Diese Schönheit beruht vordergründig auf einen bläulich schimmernden
Längsstreifen, der wie eine Neonröhre zu leuchten scheint. Verstärkt wird dieser
Eindruck durch den Kontrast zu einem zweiten, in feurigem Rot flammenden Streifen.

© www.pixelio.de | Foto: wolferl1 |
Um die volle
Farbenpracht des Neonsalmlers als menschlicher Betrachter eines Aquariums genießen zu
können, sollte dieser kleine und friedliche Schwarmfisch mindestens in einer kleinen
Gruppe von 8 bis 10 Exemplaren gehalten werden. Das ein Schwarmfisch niemals einzeln oder
nur paarweise gehalten werden sollte, versteht sich von allein. Die faszinierendste
Wirkung bietet sich dem Betrachter jedoch erst dann, wenn Neonsalmler in einem richtigen
Schwarm gehalten werden. |
Die wenigsten privaten Aquarianer werden sicherlich in ihrer
häuslichen Umgebung nicht den erforderlichen Platz besitzen, um ein Aquarium für einen
ganzen Schwarm von Neonsalmlern einzurichten. So ein Aquarium müsste immerhin groß genug
sein, um einen Schwarm von hunderten von Neonsalmlern eine ansprechende Unterwasserwelt
als Heim zu bieten.
Der Neonsalmler ist die ideale Besetzung für jedes Gesellschaftsbecken und auch gut für
den Anfänger geeignet. Als Friedfisch kann der Neonsalmler problemlos mit den
verschiedensten Arten von Zierfischen vergesellschaftet werden, insofern diese nicht
wesentlich größer und ebenso friedlich sind, sowie ähnliche Ansprüche an die
Haltungsbedingungen stellen. Wenn gleich die Haltung auch einfach ist, so sollte der
Aquarianer dennoch einige Aspekte in Bezug auf die Wasserqualität, die Einrichtung des
Aquariums und bei der Fütterung beachten.
Einrichtung und Bepflanzung: Unterwasserpflanzen benötigen für ihr
Gedeihen, so wie jede andere Pflanzenart auch, die entsprechenden Lichtverhältnisse. Ein
Zuviel an Licht ist jedoch für die Haltung von Neonsalmlern ungeeignet. Auf jeden Fall
sollten hier die Bedürfnisse der Zierfische im Vordergrund stehen und die Bepflanzung des
Beckens auf seine Insassen abgestimmt werden. Ideal für den Neonsalmler ist eine
teilweise Bepflanzung des Aquariums mit feinfiedrigen Pflanzen, einigen Schwimmpflanzen
und wenigen breitblättrigen Pflanzen, bei genügend freien Schwimmraum und bei einer
mäßigen Beleuchtung. In der einschlägigen Literatur wird für die Haltung von
Neonsalmlern ein dunkler Bodengrund empfohlen. Ein sandiger Bodengrund mit dunkleren und
abgeschatteten Bereichen dürfte es sicherlich ebenfalls tun. Ständig gleißende
Beleuchtung sollte auf jeden Fall vermieden werden.
Wasserqualität: Bei der Wasserqualität ist zu beachten, dass der
Neonsalmler bei Gewöhnung zwar härteres Wasser von über 10 °dH und leicht basisches
Wasser mit einem pH-Wert von bis zu 8 verträgt, für eine artgerechte Haltung ein
Härtewert von 10 °dH und ein pH-Wert von 7 nicht überschritten werden sollte. Erst bei
der Einhaltung dieser Werte ist sichergestellt, dass sich der Neonsalmler in seiner
künstlichen Unterwasserwelt wohlfühlen kann, wenn weitere Voraussetzungen von Seiten des
Aquarianers bei der Einrichtung eines Aquariums oder Gesellschaftsbeckens erfüllt werden.
Zum Vergleich sei erwähnt, Trinkwasser kann regional einen pH-Wert von bis zu 9,5
erreichen. Nach der deutschen Trinkwasserverordnung ist ein pH-Wert von 6,5 bis 9,5 für
Trinkwasser zulässig. Es empfiehlt sich gegebenenfalls das Trinkwasser mit Hochmoortorf
zu filtern, da hierdurch der pH-Wert verbessert wird. Man bedenke, so ein kleiner
Neonsalmler ist nun einmal kein Mensch und muss sich den ganzen Tag im Wasser aufhalten.
Wassertemperatur: Die Wassertemperatur des Aquariums sollte 20 °C nicht
unterschreiten und 26 °Celsius nicht wesentlich überschreiten, wobei der Neonsalmler
kurzfristig eine Wassertemperatur von 28 °C verträgt. Der geeignetste Temperaturbereich
für die Haltung von Neonsalmlern liegt zwischen 21 °C und 23 °Celsius und somit in dem
Bereich, den wohl auch die meisten Menschen als Raumtemperatur in ihrer häuslichen
Umgebung vorziehen.
Futter: Als Futter kommen kleine Krebstierchen wie zum Beispiel Artemia
in Frage. Ebenfalls kann anderes geeignetes Lebendfutter gelegentlich gereicht werden, als
Beispiel seien hier kleinere Mückenlarven erwähnt. Weiterhin ist feines Flockenfutter
und anderes geeignetes Trockenfutter empfehlenswert, insofern nicht nur und ständig
Trockenfutter zur Fütterung der Neonsalmler verwendet wird. Gelegentlich etwas
Abwechslung bei der Gabe von Futter ist immer gut, da nicht nur beim Menschen
abwechslungsreiche Kost vorbeugend gegen Mangelerscheinungen wirkt.
Zucht: Die Zucht des Neonsalmlers ist weitaus aufwendiger als seine
einfache Haltung in einem normalen Aquarium oder gemeinsam mit anderen Zierfischen in
einem Gesellschaftsbecken. Um erfolgreich Neonsalmler zu züchten, bedarf es eines
geeigneten Aufzuchtsbeckens. Als Bepflanzung für das Aufzuchtbecken eignet sich zum
Beispiel das Tausendblatt oder ähnliche Unterwasserpflanzen. Künstliche Pflanzen und
Perlonfäden sollen sich ebenfalls bewährt haben. Im Becken sollte die Wasserqualität
bei etwa 1 bis 2 °dH (°dH = Grad deutscher Härte) und der pH-Wert zwischen 5 und 6
liegen. Als Temperatur empfiehlt es sich einen Wert von 24 °C einzuregeln.
Nach dem Ablaichen sollten die Elterntiere entfernt und das Becken abgedunkelt werden. Die
Abdunklung wirkt einem Pilsbefall der Eier vor. Ein Weibchen legt etwa zwischen 60 und 130
Eier ab, aus denen nach rund einem Tag die Jungfische schlüpfen. Nach dem Schlüpfen des
Fischnachwuchses dauert es noch einmal rund 4 Tage, bis die Jungfische beginnen frei zu
schwimmen. Die Fütterung der Jungfische erfolgt mit sehr feinen Fischaufzuchtsfutter. Das
Wasser ist in diesem Zeitraum mehrfach zu wechseln und nach einigen Tagen können die
Jungfische in ein Becken mit etwas härterem Wasser umgesetzt werden.
Quellen, Literatur u. Buchempfehlungen:
Süßwasserfische aus aller Welt
Autor: Günther Sterba
Urania-Verlag, 1. Auflage 1959 |
Nähere Einzelheiten und Infos
über neuere Auflagen finden Sie hier:
-
Buchempfehlungen - |
Aquarien Atlas, Band 1
Autoren: Rüdiger Riehl und Hans A. Baensch
Mergus Verlag, 14. Auflage 2002 |
Aqiarien und Zierfische |
Gesellschaftsbecken « zurück
|
|
|