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Wissenswertes
über Agamen
Arten, Lebensräume und Lebensweise
Obwohl alle Arten von Agamen eine Familie bilden und dementsprechend
über anatomische Gemeinsamkeiten verfügen, so sind die einzelnen Mitglieder dieser
Familie so unterschiedlich wie die Lebensräume, in denen sie anzutreffen sind. Von
trockenen Wüsten über karge Steppenlandschaften bis zu tropischen Regenwäldern haben
die unterschiedlichsten Arten von Agamen die unterschiedlichsten Biotope erschlossen und
fühlen sich in vielen Teilen der alten Welt zu Hause. So wird davon berichtet, dass zum
Beispiel die Himalaya-Agamen zuweilen in einer Höhe von über 5.000 Metern über den
Meeresspiegel anzutreffen sind und dass andere Arten hervorragend an ein Leben in
Gewässernähe angepasst sind.
Mehr noch, Wasseragamen können zuweilen sogar über das Wasser laufen und unter ihnen
befinden sich rekordverdächtige Tauchkünstler. Unter den Agamen gibt es weiterhin
Flugdrachen, die nach Belieben von Baum zu Baum segeln und Arten, die in trockenen
Regionen der Luft oder dem Sand durch spezielle Techniken das letzte Quäntchen
Feuchtigkeit entziehen können. Ebenfalls unterscheiden sich die einzelnen Arten von
Agamen beträchtlich im Körperbau, sowie in Form und Farben. Erwähnt sei hier
stellvertretend nur der Dornteufel, dessen Erscheinung mitunter mehr an einem dornigen
Kaktus als an ein tierisches Wesen erinnert.
Systematik: Zur Familie der Agamen gehören 56
Gattungen mit bisher 373 bekannte Arten. Von der Systematik her betrachtet gehören die
Agamen zur Ordnung der Schuppenkriechtiere und innerhalb der weiteren Unterteilung dieser
Ordnung zur Teilordnung der Leguanartigen. Innerhalb dieser Zwischenordnung der
Leguanartigen sind die Agamen mit der Familie der Chamäleons und mit der Familie der
Leguane verwandt.
Klasse:
Reptilien (Reptilia)
Überordnung:
Schuppenechsen (Lepidosauria)
Ordnung:
Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung:
Echsen (Lacertilia)
Teilordnung:
Leguanartige (Iguania)
Familie:
Agamen (Agamidae) |

© www.pixelio.de
/ Foto: Dieter Haugk | Eine Agame in ihrem
natürlichen Lebenraum in Side an der türkischen Riviera |
Lebensräume: Wie bereits weiter oben beschrieben,
besiedeln Agamen alle geeigneten Lebensräume von der Wüste bis zum Hochgebirge.
Weiterhin sind Agamen von Afrika über Europa und Asien bis Australien verbreitet,
lediglich auf dem amerikanischen Kontinent kommen sie nicht vor. Es sei angemerkt, nicht
alle Arten kommen auf allen Erdteilen vor. So wird der Suchende in Europa und im
westlichen Asien vermutlich nur Agamen der Gattungen Laudakia und Trapelus begegnen,
während bei einem Urlaub oder auf einer Forschungsreise in Afrika Exemplare anderer
Gattungen seinen Weg kreuzen könnten.
Lebensweise: So gegensätzlich die bevorzugten Lebensräume
unterschiedlicher Arten von Agamen sind, so unterschiedlich ist auch die Lebensweise der
einzelnen Arten. Trotz aller Unterschiede im Verhalten, im Erscheinungsbild, in der
Lebensweise und in der Wahl des Habitats, eine Verhaltensweise haben alle Agamenarten
dennoch gemeinsam. Diese Gemeinsamkeit bezieht sich auf ihre Tagaktivität, die dadurch
bedingt wird, dass es sich bei Agamen um wechselwarme Reptilien handelt.
Wechselwarme (poikilotherme) Lebewesen können ihre Körperwärme nicht speichern und sind
im hohem Maße von der Umgebungstemperatur abhängig. Um in kühleren Stunden Wärme zu
tanken, verweilen Agamen oft an geeignete Plätzen, um dort ein Sonnenbad zu nehmen. In
dieser Verhaltensweise unterscheiden sie sich nicht von anderen Reptilien. Eine weitere
gemeinsame Verhaltensweise ergibt sich ebenfalls durch diese Abhängigkeit von der
Umgebungstemperatur. Ist die durchschnittliche Tagestemperatur nicht mehr ausreichend, so
wird Winterruhe gehalten. Die Länge der winterlichen Ruhezeiten ist wiederum abhängig
von der jeweiligen Art und den klimatischen Verhältnissen.
Ernährung: Auch bei der Ernährung gibt es je nach Art größere
Unterschiede. Die Ernährung ist letztendlich im hohem Maße davon abhängig, in welchen
Lebensraum eine Art sich heimisch fühlt und was die jeweiligen Lebensräume an
Hauptmahlzeiten und Leckerbissen zu bieten haben. So ernähren sich einige Arten von
Agamen vorrangig von Insekten, andere wiederum mehr von vegetarischer Kost, wobei das Eine
das Andere nicht auszuschließen braucht.
Quellen, Literatur u. Buchempfehlungen:
Das praktische Terrarienbuch
Autor: Jürgen Fritzsche
Neumann Verlag, Leipzig - Radebeul, 2. A., 1985 |
Nähere Einzelheiten und Infos
über neuere Auflagen finden Sie hier:
- Buchempfehlungen - |
DRACO - Agamen
Terraristik Themenheft Nr. 14 Jahrgang 4
Natur und Tier Verlag |
Agamen als Heimtiere «
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