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Möchtest du mich wirklich haben?

- Autor: Jochen Mehne -

Das ist meist nicht die eigentliche Frage, wenn es um die Anschaffung eines Hundes (stellvertretend für viele andere Haustiere) geht. Besser wäre: möchtest du wirklich mit mir und meinen Bedürfnissen leben?

Über die Gründe, warum man einen Hund haben möchte, brauche ich wohl nichts zu schreiben. Dafür hat jeder seine eigenen - ausnahmslos - positiven Gedanken.

Ewiges Schwarzmalen und Schlechtreden ist in der heutigen Zeit weitverbreitet und zu 80% nicht gerechtfertigt und demotivierend. Trotzdem möchte ich Ihr Augenmerk auf Dinge richten, die gerne übersehen, verdrängt oder gar nicht gesehen werden wollen.

Ich will laufen. Ihr Hund ist ein Lauftier und braucht Auslauf. Die untere Grenze ist - je nach Hund - 1 Stunde täglichen Ausgangs. Sie lesen dies und denken: ok. Vielleicht haben Sie den Kopf zum Fenster gedreht, die Sonne scheint, und gedacht: Ja klar, deswegen brauche ich einen Hund. Damit ich endlich konsequent rausgehe. Irrtum. Sie gehen die 1. Woche, den 1. Monat, das 1. Jahr (hier wird’s schon kritisch) konsequent spazieren. Dann kommt der Herbst mit Wind und Regen. Dreckigen Wegen und nassem Hundefell. Dauerndes Reinigen des Hundes damit die Wohnung nicht verdreckt wird. - Nein Zwingerhaltung ist keine Alternative - . Ihren Hund stört das Wetter überhaupt nicht. Regen, Schlamm, Schnee, Minusgrade, heiße Tage - egal. Er will und muss laufen. Testen Sie, ob Sie einen Monat lang täglich 1 Stunde spazieren gehen (können). Nehmen Sie dazu am besten einen der Monate November bis März. Über Hundehalter, die Ihr Tier ausführen, indem sie mit dem Auto neben demselbigen herfahren, spare ich mir die Worte.

Ich will nicht hören. Sie sind müde und gestresst nach der Arbeit. Sie möchten ihre Ruhe. Und jetzt gibt es neben dem Partner und den Kindern auch noch einen Hund, der etwas von Ihnen haben möchte. Von jemanden etwas haben möchten bedeutet Auseinandersetzung. Sie müssen sich mit Ihrem Hund auseinandersetzen. Sie müssen Ihren Hund erziehen. Ihr Hund muss auf Ihr Wort hören. Wenig ist frustrierender als ein ungehorsamer Hund. Auf Ihren Spaziergängen schauen Sie gestresst nach anderen Hunden, immer sofort bereit, Ihr Tier an die Leine zu nehmen. Versuchen Sie sich an die Schamesröte zu gewöhnen, wenn Sie ihrem Hund aufgrund seines Ungehorsams hinterher laufen müssen. Deshalb: Erziehen Sie Ihren Hund, zeigen Sie ihm Grenzen auf, seien Sie konsequent.

Ich muss mal. Wie Sie braucht Ihr Hund Toilettengänge. Ihr Hund ist keine Katze und geht nicht selbstständig aufs Katzenklo. Gartentoilette? Über eine braune Dekoration im eigenen Garten muss jeder selbst entscheiden. Zu Müssen und nicht gehen zu können kennt jeder. Auf ein anschließendes Donnerwetter nach einem nicht mehr aufschiebbaren Pfützchen oder Häufchen in der Wohnung, ist kein Tier sonderlich scharf. Außerdem ist der Adressat der falsche. Geben Sie Ihrem Tier genügend Gelegenheiten sich zu erleichtern. In vielen Städten und Dörfern sind die Hinterlassenschaften von Hunden eine Plage und nicht mehr erlaubt. Freunden Sie sich mit dem Gedanken an, die Häufchen in einer Plastiktüte einzusammeln.

Ich bin dein Hund, nicht dein Partnerersatz. Lassen Sie Ihrem Hund die Rolle, die ihm zusteht. Sie sind das Alpha-Tier und er ist ein Mitglied Ihres Rudels (Familie). Vermenschlichen Sie ihn nicht. Der Hund ist kein Partnerersatz. Er schläft nicht im selben Bett und isst nicht vom gleichen Tisch. Er braucht nicht dauernd Kekse und Sie kuschen auch nicht vor ihm. Sich einen Hund, als „ich lerne Verantwortung zu übernehmen“-Objekt für das oder die Kinder zuzulegen, funktioniert nicht, außer Sie selbst sind bereit, irgendwann den Hund zu übernehmen. Alles andere überfordert Ihren Nachwuchs und das Tier leidet.

Ich will mit. Urlaub - die schönste Zeit des Jahres? Sie fliegen jedes Jahr in ein anderes Land und wollen die Welt kennen lernen? Spricht nichts dagegen, verträgt sich aber nicht immer mit dem Besitz eines vierbeinigen Lieblings. Viele Länder haben Quarantänebestimmungen oder generelle Verbote für Hunde aus dem Ausland. Sie sind in Ihrer Wahl des Urlaubslandes deutlich eingeschränkt. Eine Hundepension oder Verwandte zur vorübergehenden Unterbringung sind natürlich eine Möglichkeit. Erinnern Sie sich aber kurz an Ihre Kindheit: Wie fühlten Sie sich außerhalb Ihrer Familie mit entsetzlichem Heimweh? Sie sind für Ihren Hund das Rudel. Wo Sie sind und mit Ihnen möchte er sein.

Mir geht´s nicht gut. Irgendwann ist es soweit. Der Gang zum Tierarzt steht an. Ob aus Krankheitsgründen oder einfach zur Vorsorge. Beim Tierarzt verwandeln sich die meisten Helden in kleine ängstliche Schoßhündchen. Auch mit der Angst des Tieres sollte man umgehen können. Die Fähigkeit, das Tier in schwierigen Stunden zu begleiten, sollte Ihnen nicht gänzlich fehlen. Auch ein gewisses finanzielles Polster ist - je nach Krankheit und Leiden des Tieres - nicht schlecht. Ein geplanter Jahresurlaub kann sich finanziell leicht in (Tierarztpraxis-)Luft auflösen.

Ich kann nicht mehr. Genauso schön und unbeschwert die vielen Jahre mit einem Tier sind, genauso schwer und mühsam können die letzten Jahre werden. Auch Hunde werden alt und pflegebedürftig. Und wer einen über viele Jahre mit absoluter Liebe begleitet hat, der verdient auch einen würdevollen Lebensabend. Eine Abwrackprämie gibt es für Tiere -gottseidank- nicht. Setzen Sie sich rechtzeitig mit dem Ableben Ihres Tieres auseinander.

Wenn Sie all diese Dinge uneingeschränkt für sich akzeptieren und bewältigen können wünsche ich Ihnen mit Ihrem neuen, stets gut gelaunten Lebensbegleiter viele eindrucksvolle und erlebnisreiche Jahre.
 

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