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Klopfers Geschichte

- Autorin: Anja Hofmann -

Hallo ihr da draußen, ich bin der Klopfer, ein kleines grau - silbern meliertes Zwergkaninchen.

Klopfers Geschichte
© Anja Hofmann

Eines Tages wurde ich von einem kleinen Mädchen aus der Zoohandlung abgeholt. Ich hatte bis zu diesem Tag schon viel durch machen müssen. Meine Mama hab ich nie richtig kennen lernen dürfen, denn kaum hatte ich die Augen auf und sah gerade mal so aus wie eine Fellkugel, kamen meine Geschwister und ich auch schon in so einen nicht allzu großen, kühlen Glaskasten und wurden täglich von vielen Zweibeinern bestaunt. Wir müssen wohl sehr "süß" gewesen sein, zumindest sagten das die Menschen immer über uns.

Als das Mädchen mich mitgenommen hat war ich sehr traurig, denn ich konnte meine Geschwister nicht mitnehmen und sie gaben mir in dieser recht kalten Zeit doch soviel Geborgenheit.

Das Mädchen nahm mich in einem kleinen, dunklen Kästchen mit, dieses hatte kleine Löcher die etwas Licht und Luft zu mir hineinwarfen. Ich hatte sehr viel Angst und kannte von meinen Geschwistern, dass ich mit den Hinterpfoten klopfen muss um sie zu warnen, doch es war ja keiner mehr da den ich warnen konnte.

Angekommen in einer neuen fremden Umgebung, durfte ich über den Rand des Kästchens linsen. Was ich sah war groß, schön… sah alles recht kuschelig aus. Ich freute mich dort rumhoppeln zu dürfen. Meine Mama erzählte mir, als ich noch bei ihr war, dass unsere Vor-Vorfahren von großen grünen Böden sprachen, wo man Haken schlagen und üüüber all  leckeres Futter finden konnte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass das MEIN Paradies sein könnte.

Ok, die Freiheit soll nicht lange auf mich warten, auf, auf in das schöne Leben und so krabbelte ich mit den Vorderpfoten schon mal auf den Kastenrand, doch da kam das Mädchen. Sie nahm mich auf den Arm und setzte mich wieder in so einen durchsichtigen Kasten. Der war gar nicht viel größer, als mein früheres Örtchen.

Ich schaute mich um, da stand was drin was ein dunkles Loch hatte, ich krabbelte hinein und es war dunkel, hier fühlte ich mich erstmal sicher. Ist wohl so eine Art Unterschlupf für mich. Von hier betrachtete ich mein "Neues zu Hause" nun weiter. Eine Schale mit Wasser, ein Napf mit diesem bunten Zeugs, was es auch bei meinen Geschwistern gab und etwas leckeres Heu. Ohjaa darauf hätte ich ja Lust, aber ich hab noch ein mulmiges Gefühl.

Natürlich traute ich mich mit der Zeit aus mein Häuschen, ich krabbelte an diesen Plastewände hoch um einen Weg nach draußen zu finden, ich rutschte aber immer wieder runter, aber egal wo ich hoch krabbelte, diese Wände hinderten mich die Freiheit die ich von hier aus sehen konnte, zu geniessen.

In dem Gedanken, weiterhin gefangen zu sein, widmete ich mich dem Futter, ja auch dem bunten Zeug, lecker ist es ja nun mal, aber ich weiß, dass ich als Kaninchen eigentlich andere Sachen fressen müsste. Hab ich zwar nie bekommen, dennoch weiß ich es irgendwie, dieses bunte Zeug hat einfach zu wenig Ähnlichkeit mit dem grünen Boden von dem Mama sprach.

Ich lebte sehr lange in diesem kleinen Plastekästchen, mir war so langweilig und ich war so traurig, dass ich das Paradies ständig sehen konnte, aber nur ab und an, wenn mich das Mädchen aus dem Kasten rausholte, geniessen durfte. Meine Geschwister fehlten mir, alles so kalt, keiner der das Leid mit mir teilt, überall nur Plastewände, Futter und saufen und das war es.

Das Mädchen war lieb zu mir und kümmerte sich auch viel um mich, aber mein Gefühl sagte mir, dass kann nicht alles sein, aber wahrscheinlich doch, das muss der Sinn in meinem Leben sein: Ein kleines Mädchen glücklich machen und das war sie, zweifellos.

Ach hätte sie mich nur verstanden …. Hätte ich nur mit ihr reden können, ich glaube sie hätte alles für mich getan und mir alles gegeben, was mir zum glücklich sein gefehlt hat.

Ohhh hier passiert wieder was, wir ziehen um. Wo geht es denn nur hin. Nach ein paar stunden Fahrt fand ich mich auf einer großen, grünen Wiese wieder, wie das duftet und lecker ist das, dass muss das Paradies sein, von dem Mama sprach. Das gefällt mir, hoffentlich darf ich hier bleiben. Aber leider nahm mich das Mädchen wieder mal in den Arm und setzte mich wieder in einen Kasten, der war etwas größer, er hatte vorne Gitter, man hatte das Gefühl da durch kommen zu können, aber ich blieb mit meinen Krallen ständig drin hängen.

Huch, da war ja auch noch so ein komisches anderes felliges Ding neben mir (das Mädchen nannte es übrigens Mugi). Wir beschnupperten uns und keiner konnte was mit dem anderen anfangen. Das "Mugi" ging mir immer an den Hintern, dabei wollte ich doch nur mal hallo sagen. Immer wenn ich ihm nah kam, quiekte es so fürchterlich laut, aber ich tu ihm doch gar nix.

Man braucht doch nicht so quieken. Ich meine, jedes mal wenn das Mädchen kam, quiekte es auch und ihr müsst das "Mugi" mal hören, wenn das Mädchen mit Futter kam. Ich verband mit diesem Geräusch furchtbare Angst. Als eines meiner Geschwister starb, quiekte es auch so laut. Das "Mugi" soll nicht quieken, das ist schlimm für mich...

Nun saßen wir beide in so einem Kasten mit Blick auf den grünen Boden.

Wir konnten nicht viel miteinander anfangen, auch so verstanden wir uns nicht, *flüster*: das hatte auch keine Ohren, keinen Püschelschwanz und allgemein war das überhaupt nicht so flauschig, wie ich. War schon ein seltsames Tier.

Lange lebten wir zusammen, kamen zwischendurch auch immer auf den grünen Boden, aber da bekamen wir so Drahtgitterwände um uns herum und ich konnte nicht mal einen Haken schlagen vor Freude, jedes Mal knallte ich gegen eines dieser Gitterwände, wenn ich Anlauf nahm.

Ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt, aber ich machte mich fertig zum Sprung und knallte dann jedes Mal gegen eine unsichtbare Wand und der Drang mich zu freuen ein Stück vom Paradies geniessen zu dürfen, war doch so groß!

Mit der Zeit haben wir beide dann gemerkt, dass wir uns zwar nicht verstehen, aber bevor wir weiter mit der kalten Wand kuscheln müssen, kuschelten wir uns eben aneinander, da musste ich oft an meine Geschwister denken. Mugi sah irgendwie auch immer traurig aus, hatte bestimmt auch Geschwister.

So ließ es sich zwar Leben, aber in meinem Herzen war es immer noch leer.

Eines Tages kam der Tag, als ich aufwachte und meine Vorderbeine gelähmt waren, mir war schwindelig ich bekam panische Angst, alles war so durcheinander und bewegen konnte ich mich auch nicht mehr, was ist nur passiert. Das Mädchen holte mich aus dem Kasten und fuhr mit mir zu einem Zweibeiner mit einem weißen Kittel. Das Mädchen weinte bitterlich.

Dieser "weiße Kittel Zweibeiner" gab mir eine Spritze und ich wurde ganz müde, ich schlief ein und sah ein kleines Licht, was immer größer wurde. Dann sah ich einen Regenbogen der mich in das Licht führte, ich folgte ihm und kam auf eine große, grüne Wiese, wo ganz viele rumliefen, die GENAUSO aussahen wie ich. Oh man hab ich mich gefreut.

Lecker Gras, Früchte an den Bäumen, die immer mal auf den grünen Boden fielen und ganz viele Freunde von mir, die mir von ihrem Leben erzählten und von den Menschen, die vergessen haben, dass sie nicht die einzigen Lebewesen mit Bedürfnissen und Sehnsüchten sind. Auch waren ein paar meiner Neugewonnenen  Freunde sehr traurig ihren Menschen verloren zu haben und deren Artgenossen, die sie dort unten auch hatten.

Klopfers Geschichte / Über das Leben eines Kaninchens
© Anja Hofmann

Ab und zu guckte ich noch runter zu meinem Mädchen und ich sah, dass ich der Anstoß für sie war, mehr über uns Kaninchen in Erfahrung zu bringen. Heute hat sie 4 Kaninchen und hält sie frei auf 80m² mit ganz viel Frischgepflücktem grünem Boden, gerne würde ich sie ab und zu mal besuchen!

Machs gut mein Mädchen, ich hab dich sehr lieb gewonnen!


 

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