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Eben doch nur ein Hund

- Autorin: Martina Beez -

Jenny ist schockiert! Wie konnte denn nur so etwas geschehen? Zutiefst betrübt liegt sie im Körbchen ihres Freundes Sammy und denkt über die Geschehnisse der letzten Tage nach.
Alles begann vor etwa einem halben Jahr, als ihr Mitbewohner Sammy zum ersten Mal ihr Herrchen in seine Anwaltskanzlei begleiten durfte. Sammy war davon so begeistert gewesen, dass er ab diesem Zeitpunkt jeden Tag bettelte, Herrn Meier weiterhin begleiten zu dürfen – meistens sogar mit Erfolg. Jenny war von der beruflichen Tätigkeit ihres Herrchens nicht so angetan. Ganz im Gegenteil! Sie war froh, wenn er am Abend endlich seine Akten aus der Hand legte und mit seinen "beiden Lieblingen" (wie er sie immer nannte) an die frische Luft ging. Sammy hingegen hörte sowohl in der Kanzlei, als auch im Gericht immer interessiert zu und am Abend erläuterte er seiner Freundin detailgetreu seine Beobachtungen. Im nächsten Leben würde er ein Mensch werden und Jura studieren. Er fand das Gesetz der Menschen so faszinierend und wünschte sich von Zeit zu Zeit, dass es ein ähnliches verbindliches Abkommen auch unter Tieren und vielleicht sogar zwischen Tieren und Menschen geben sollte. Wie Recht er doch behalten hat!

Viel hatte Jenny von Sammys Ausführungen ja nicht verstanden, aber einiges war doch hängen geblieben. Niemandem konnte grundlos etwas angetan werden. Wer für etwas beschuldigt wurde, dem wurde die Möglichkeit eingeräumt, sich gegen die Anschuldigungen zu Verteidigen. Und da gab es noch unzählige Sätze die laut Sammys Erzählungen in einem oder mehreren Büchern zusammengefasst wurden. Umso mehr wunderte sie sich, warum ihr Kamerad nun nicht mehr bei ihr war. Vor ein paar Tagen waren sie noch gemeinsam im Garten gewesen. Alles ging so schnell…
Da war plötzlich ein Mann. Ein Mensch, genau wie ihr Herrchen. Der Unbekannte spazierte einfach durch das Gartentor. Ein solcher Eindringling machte Jenny Angst und sie verkroch sich lieber hinter dem Haus, da sie nicht ganz so mutig war wie Sammy, zu dem sie immer aufschauen konnte. Eigentlich hatte sie gerade vorgehabt in das Arbeitzimmer ihres Herren zu hasten, doch der Anblick, der sich ihr dann bot, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren und sie konnte sich keinen Millimeter mehr bewegen.
Der Unbekannte trat auf einmal grundlos nach Sammy und bewarf ihn mit Steinen. Er wollte sich doch nur wehren und biss dem gefährlichen Menschen deshalb ins Bein. Der Biss war wirklich nicht schlimm gewesen, aber der Gefährliche fing urplötzlich furchtbar an zu schreien, sodass sich sogar Sammy erschreckte. Durch den Lärm war nun auch Herr Maier auf die Situation aufmerksam geworden und trat über die Türschwelle. Der große Unbekannte erzählte aufgeregt und mit gespielt schmerzverzerrtem Gesicht, was ihm angeblich widerfahren war. Aber das waren doch alles Lügen! Ungläubig schaute ihr Herrchen zwischen Sammy und dem "Geschädigten" hin und her. Er konnte nicht glauben, dass sein Sammy zu so etwas fähig war. Und er durfte so einen Blödsinn ja auch einfach nicht glauben. Doch aus irgendwelchen, für Jenny unauffindbaren Gründen, tat er es doch. Grimmig fletschte sie die Zähne, knurrte und kläffte so laut sie nur konnte. Doch wahrscheinlich hatte sie damit alles nur noch schlimmer gemacht.

Kurz darauf musste Sammy eingeschläfert werden… Jenny verstand die Welt nicht mehr: Ausgerechnet das Gericht, auf welches Sammy immer so große Stücke gehalten hatte, beschloss diese Maßnahme. Außer Jenny hatte ja niemand gesehen, wie es sich tatsächlich zugetragen hatte und der Tierquäler behauptete sehr energisch, Sammy sei ohne Vorwarnung auf ihn losgegangen. Wo waren nun die Richter, die sich beide Versionen der Tat anhörten und sich selbst ein Urteil bildeten? Wer befragt sie nun als wichtige Augenzeugin in einem öffentlichen Prozess? Wo fand sie das Buch, welches die Unschuld ihres Spielgefährten beteuerte? Wer sprach das nötige Urteil, um Sammy zu entlasten und den Kläger zum Angeklagten zu machen? Oder ganz einfach gefragt: Wo war denn nun die versprochene Gerechtigkeit? Fragen über Fragen und sie alle blieben unbeantwortet.

Jenny erinnerte sich an einen Abend, als ihr Sammy stolz erzählte, dass laut deutschem Gesetz niemand zum Tode verurteilt werden darf. Wenn jemand etwas schlimmes oder böses tut, dann hat er in einem verschlossenen Raum lange Zeit, um über seine Taten nachzudenken. Irgendetwas hatte ihr juristischer Freund auf vier Pfoten da wohl missverstanden.

Trost suchend lief Jenny zu ihrem ebenfalls traurigen Herrchen. Am liebsten hätte sie ihn gefragt, warum sein schönes Gesetz nicht für Tiere galt – aber er verstand sie ja nicht! Und so schlief sie ein und träumte einen wunderschönen Traum. Sammys größter Wunsch hatte sich erfüllt und er war tatsächlich als erfolgreicher Jurist wiedergeboren wurden.
So konnte er nun doch noch aller Welt berichten, wie es sich im Garten tatsächlich zugetragen hatte. Der Tierschänder von damals konnte ausfindig gemacht werden und wurde zu einer langen Haftstrafe verurteilt. So hatte er als lange Zeit, um über seine scheußliche Tat nachzudenken.
Und das allerschönste war, dass Sammy es endlich durchgesetzt hatte, dass selbst allen Tieren bestimmt rechte eingeräumt wurden.

Eine tolle Vorstellung, aber eben doch nur ein Traum. Aber wer weiß… Noch konnte kein Mensch und kein Tier Jenny das Gegenteil ihrer Wiedergeburtstheorie beweisen.
 

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