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Die grausame Wirklichkeit

- Autorin: Fabienne Kuffner -

Es ist dunkel geworden, dass einzigste, dass ich wahrnehme sind die Körper der anderen, die sich an meinen eigenen schmiegen. Nicht aus Behaglichkeit, sondern aus Platzmangel. Leise rasselt Ihr Atem im Schlaf, Ihre Brustkörbe heben und senken sich. Das Scharren Ihrer abgestumpften Krallen auf dem Metall verschmilzt mit dem monotonen Dröhnen der Fließbänder. Wie lange ich schon hier bin vermag ich nicht zu sagen. Was Freiheit bedeutet ebenso wenig. Hier an diesem Ort gibt es kein Zeitgefühl, lediglich die grellen Neonleuchtröhren die 17 Stunden am Tag unsere Augen quälen. Meine Flügel kann ich schon seit langer Zeit nicht mehr bewegen, selbst wenn ich es könnte so wäre es mir nicht möglich diesem Ort zu entfliehen, es gibt keine Fenster und unser Blick wandert durch Eisenstangen in die Käfigreihen gegenüber. Wir sind Gefangene, geboren um für die Menschen von Nutzen zu sein.

Langsam senke ich die Augenlider, verschließe den Blick vor der grausamen Wirklichkeit. Ich weiß, dass ich sterben werde, jede von uns wird das eines Tages. Die Einen aus Schwäche, die anderen weil sie nicht genügend Eier legen. Meine Gedanken kreisen, sie kehren an einen Ort zurück, der nur in meinem Kopf existiert. Ein kleiner Hof, gesäumt von großen Bäumen, am Haus Beete über und über mit Blumen bestückt und helles Sonnenlicht, dass mich einhüllt.
Unsanft werde ich aus meinen Träumereien gerissen, als mit lautem Krachen die Eingangstür der Halle knarrend aufspringt und ein dicklicher Mann eintritt. In der rechten Hand hält er einen weißen Plastikeimer, in der linken einen knorrigen Stamm. Schnaubend stapft er auf unseren Käfig zu. Ich höre auf zu atmen, mein Herz schlägt wie wild in meiner Brust. Mit geweiteten Augen verfolge ich jeden seiner schlurfenden Schritte, beim Käfig angekommen reißt er die Tür auf und schiebt seine klobige Hand hinein. Mit festem Griff packt er die Henne neben mir und zieht sie zu sich heraus. Kreischend schlägt sie mit ihren verkümmerten Flügeln, versucht sich aus den Klauen dieser eigennützigen Kreatur zu befreien, doch sie kann ihm nicht entkommen Ihr Gegner ist einfach zu stark. Dann lässt er sie auf den dreckigen abgewetzten Boden fallen, ich höre den Dumpfen Aufprall ihrer verkümmerten Beine und das darauf folgende Knacken als einige ihrer Knochen brechen. Sie atmet noch, presst hektisch Luft aus ihren Lungen und starrt mich mit angsterfülltem Blick an. Sie weiß was nun geschehen wird, wir alle wissen es. Er hebt den linken Arm an und lässt den Ast auf die Henne niederschnellen. Wieder und wieder schlägt er auf sie ein, bis sie schließlich ganz ruhig daliegt und ein letzter Hauch ihren Lungen entweicht. Dann zieht er sie am Beinchen hoch und lässt sie wie Müll in den Plastikbehälter fallen.
Mit trottendem Gang kommt er zu uns zurück und schlägt die Käfigtür zu. Hämisch grinst er uns an: "Na ihr kleinen Hünchen, legt schön fleißig eure Eier sonst wiederfährt euch dasselbe wie ihr" grunzt er und deutet stolz mit dem Kopf in Richtung des Plastikeimers. Nach getaner Arbeit schlurft er zum Ausgang zurück, schlägt die Tür hinter sich zu und lässt uns zurück mit dem Gefühl der Wertlosigkeit.

Wieder schließe ich die Augen, ich sehe gleißendes reines Licht, langsam trotte ich darauf zu. Mich überkommt ein Gefühl der Schwerelosigkeit, ich versuche meine Gedanken zu ordnen, versuche mich zu konzentrieren. Aber ständig kommt mir ein Wort in den Sinn, "Freiheit" schreit es in mir.
 

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