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Von Tuten und Blasen keine Ahnung

Der erste Hund

- Autor: Michael Freese -

Ein kleiner Junge, der in dem Heim wohnt, in dem ich mein Praktikum absolviere, hat ein Foto von Hundewelpen der Nachbarn dabei. Ich habe sie sofort als niedlich empfunden. Ich frage den Jungen, ob ich das Foto wohl haben kann. Er hat es mir gegeben. Nach meinem Dienst, als ich dann nach Hause gekommen bin, habe ich das Foto meiner Familie vorgelegt. Alle waren gleich begeistert. Ohne lange Vorüberlegungen haben wir entschlossen, zu der Familie zu fahren, denen die Hundewelpen gehörten.

Am nächsten Tag sind wir auch gleich morgens um 8:30 Uhr losgefahren. Es geht Richtung Marsberg. Einen Termin haben wir natürlich im Vorfeld ausgemacht. Gut zwei Stunden später stehen wir vor der Tür der Familie. Wir klingeln. Die Tür wird geöffnet. Eine nette Frau bittet uns herein, stellt sich vor, wie wir es auch getan haben. Ohne langes Gerede sind wir gleich auf das Thema gekommen.

Die Frau führt uns zu den Hundewelpen. Neun kleine Hündchen lagen in einem Gehege aus Pappe und Zeitungen gebastelt. Total süß. Wir wollen am liebsten gleich alle mitnehmen. Aber das ist utopisch, so denken wir zumindest. Gut eine Stunde ging dahin. Uns ist die Mutter der Hunde vorgestellt worden. Ein Dackel. Ein so liebes Tier. Der Vater der Hunde ist aus der Nachbarschaft. Ein Hütehund. Den haben wir leider nicht gesehen. Na egal. Wir suchen uns nun einen kleinen Welpen aus. Der ist es, sagt mein Vater. Er nimmt ihn auf den Arm, lässt uns auch schauen und streicheln. Das ist unser Lui, sagt er weiter. Wir finden ihn auf anhieb alle so knuffig. Natürlich, den nehmen wir, sagt Mama.

Da Lui aber noch sehr jung ist, drei Wochen erst, muss er noch bei seiner Mutter bleiben. In fünf bis sechs Wochen können wir ihn abholen. Ok, denken wir uns, was sein muss, dass muss halt sein. Wir verabschieden uns, und fahren wieder nach Hause. Im Heim habe ich dem Jungen dann erzählt, wie wir uns entschieden haben. Er findet es klasse und freut sich für mich.

Fünf Wochen sind vergangen, wir halten es nicht länger aus. In den letzten Tagen haben wir schon einen Hundekorb gekauft, eine Leine, Hundenäpfe, Hundefutter, Spielzeug und eine Hundedecke. Wir freuen uns doch schon sehr auf Lui. Endlich ist der besagte Tag da. Wir fahren wieder Richtung Marsberg. Dort angekommen klingeln wir wieder. Die nette Frau öffnet wieder die Tür. Sie bittet uns herein. Sie erklärt, wie Lui sich in den letzten Wochen verhalten und entwickelt hat.

Endlich führt sie uns zu ihm. Er kommt auch gleich angelaufen, als wenn er genau weiß, dass er zu uns gehört. So süß der kleine, sagt Mama. Sie nimmt ihn auf den Arm. 100 DM haben wir für Lui bezahlt, für die ganzen Impfungen und den ärztlichen Untersuchungen. Die Frau gibt uns noch ein wenig Futter dazu und wünscht uns alles Gute. Juchu, wir haben einen Hund. Mit Lui steigen wir dann ins Auto. Wir fahren los. Die ganze Fahrt über, jault Lui. Es hört sich an, als wenn er lacht. Ist schon komisch.

Zu Hause angekommen, lassen wir Lui gleich in den Garten, wo er das erst mal hinpinkelt. Niedlich. Wir haben alle mit ihm gespielt. Er ist auch schnell müde gewesen. Im Haus haben wir ihm seinen Korb gezeigt. Er nimmt davon noch keine Notiz. Er ist lieber auf dem Arm und schläft dort.

Kritisch ist es nachts, er pinkelt die ganzen Fliesen voll. Wir haben hin und her überlegt, bis uns ein Hundetrainer gesagt hat, dass wir Lui einen kleinen Klaps mit der Zeitung geben sollen, wenn er in die Wohnung gemacht hat und gleich im Anschluss in den Garten bringen sollen. Nach kurzer Zeit würde sich das geben. Das haben wir auch so umgesetzt. Und siehe da, es hat geklappt.

Jetzt sind einige Wochen vergangen. Da wir uns auch nie zuvor einen Kopf darum gemacht haben, was denn wirklich ist, wenn ein Hund da ist, was alles beachtet werden muss, haben wir dieses nun getan. Wir haben einige Bücher gekauft, öfter im Fernseher Tiersendungen angesehen und waren im Tierheim und haben uns dort informiert. Allen in allem haben wir vielleicht nicht den besten aber einen guten Wissensstatus im Umgang mit dem Hund.

Lui ist sehr lieb und sehr treu. Er hört schon sehr gut, macht Sitz, macht Platz und gibt uns das Pfötchen. Die nächsten Monate vergehen wie im Flug. Lui ist so lieb. Wir haben alle Spaß an ihm und gehen regelmäßig spazieren. Aber irgendwie ist er einsam, sagt Mama.
Am nächsten Sonntag ist ein Sommerfest im Tierheim. Wir gehen mit Lui hin. Es findet auch ein Wettbewerb statt, an dem Lui teilnimmt. Alles sagen, dass er aussieht wie ein reinrassiger Drahthaar-Fox-Terrier, obwohl er ein Mischling ist. Das finden wir gut.

Nachdem der Wettbewerb entschieden ist, haben wir uns umso mehr gefreut, dass Lui den ersten Platz gemacht hat und einen Pokal gewonnen hat. Dieser ziert nun unseren Fernseher.
Wir schleichen aber erst einmal weiter durch das Tierheim und sehen einige Welpen in einem Gehege laufen. Wir finden sie auch gleich total süß und wollen ohne lange zu überlegen einen haben.

Wir sprechen mit der Frau, die im Tierheim arbeitet. Sie sagt, dass die Welpen acht Wochen alt sind und einen haben können. Nun, das wird unser erster Euro-Hund, lachten wir. Seit diesem Jahr haben wir ja schließlich den Euro. Wir zahlen 80 Euro für den Welpen und taufen ihn gleich Lucy, da es eine Hündin ist. Wir haben sie auch gleich mitgenommen. Sie hat sich sofort zu Hause eingefunden.

Lui ist total spitz auf Lucy und besteigt sie. Lucy quiekt auf. Wir halten die beiden ein wenig auseinander, bis Lui erst einmal das Interesse verliert. Es klappt auch eine Zeit lang ganz gut. Nach drei Wochen, wir haben uns sehr an Lucy gewöhnt, ist Lui wieder spitz auf Lucy. Lucy fängt an Lui zu beißen. Wir haben Angst, dass etwas Schlimmeres passiert. Schweren Herzens bringen wir Lucy zurück ins Tierheim.

In der folgenden Nacht ist meine Mutter im Schlaf laut um Lucy am jammern. Mein Vater ist davon wach geworden. Er beschließt Lucy am Folgetag zurück zu holen und informiert sich bei der Frau vom Tierheim, wie man Lui und Lucy am besten zusammen halten kann. Nach einigen Informationen nimmt er Lucy wieder mit. Sie hat auch viel im Tierheim gejammert, hat die Frau erzählt. Zu Hause angekommen überreicht mein Vater Lucy meiner Mutter. Die ist gleich überglücklich und fällt meinem Vater um den Hals. Anschließend nimmt sie Lucy auf den Arm und knuddelt sie kräftig. Als wenn Lucy und Lui dass mitbekommen haben, was abgelaufen ist. Sie haben sich fortan vertragen. Richtig toll war es.

Sechs Wochen später kommt die Frau vom Tierheim vorbei und möchte nach Lucy sehen, ob es ihr auch wirklich gut bei uns geht. Sie setzt sich, trinkt einen Kaffee und redet ein bisschen mit uns. Erst über Lucy und Lui. Dann quatschen wir so ein wenig über Privatkram. Ist richtig lustig der Nachmittag. Sie macht noch ein Foto von Lucy, und empfiehlt uns eine Kastration für Lucy.

Leider haben wir nicht das nötige Kleingeld dafür, sagt meine Mutter. Das ist nicht schlimm, meint die Frau vom Tierheim. Wir sollen es bei dem Hausarzt des Tierheimes machen lassen und anschließend nur eine kleine Spende von 20 Euro im Tierheim hinterlassen. Das ist wirklich sehr lieb von ihr. Das haben wir dann auch so gemacht.

Seitdem Lucy dann kastriert ist, ist sie so anhänglich geworden. Richtig schön. Aber auch Lui ist ganz anders geworden. Er ist lieber geworden und genau so anhänglich. Wir lieben unsere Tiere und möchten sie niemals missen. Gut, nun sind sie schon neun und acht Jahre alt und dementsprechend bei uns. Wir wissen auch, dass sie irgendwann einmal gehen müssen, dennoch hoffe ich, dass es sehr, sehr lange dauern wird. Denn dass wird ein sehr schmerzlicher Verlust für uns alle werden.
 

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