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Von Milchkühen und Hausrindern

Von albernen Kälbern und dummen Rindviechern

Die Schwarzbunte Milchkuh, die bereits jedes Kleinkind aus Bilderbüchern und in dörflicher Umgebung von saftigen Weidegründen her kennt, ist eigentlich nur die weibliche Form des Hausrindes. Der männliche Gegenpart der Milchkuh ist der Bulle, doch ein Bulle gibt bekanntlich keine Milch. Ein entmannter Bulle wird hingegen als Ochse bezeichnet und bei jungen Kühen ist im allgemeinen die Rede von Kälbern. Da junge Kälber zuweilen gern ausgelassen und übermütig reagieren, sich in dieser Beziehung nicht viel von vielen anderen Tier- und Menschenkindern unterscheiden, so wird die Bezeichnung alberne Kälber auch gern auf menschliche Kinder übertragen, insofern diese dem weiblichen Geschlecht angehören. Mit dem Heranwachsen wird aus einem Kalb zwar ein erwachsenes Rind, jedoch noch lange keine Milchkuh. Damit das Euter sich voll ausbildet und Milch liefert, muss eine Kuh erst einmal trächtig werden, um nach dem ersten Kalben dann dauerhaft Milch zu spenden. Hat das weibliche Rind, welches vor dem Kalben noch als Färse bezeichnet wird, diesen Lebensabschnitt gemeistert, so wird sie fortan als Milchkuh bezeichnet.

Wie eng die Gemeinsamkeiten zwischen den Milchkühen und den Menschen über die Jahrtausende gewachsen sind, wird neben den albernen Kälbern auch noch aus anderen Redewendungen ersichtlich, wie der dummen Kuh oder dem alten Ochsen. Ob die Lebensweisheit, dass sich jugendliche zuerst einmal die Hörner abstoßen sollten, bevor sie ans heiraten denken, auch auf Hausrinder übertragen lässt, ist zumindest zweifelhaft und dumme Rindviecher gibt es ohnehin bei jeder Spezies.

Milchkühe auf einer Weide
Quelle: Hemera | Milchkühe auf einer Weide

Wie sieht eigentlich das Leben von Milchkühen in der Intensivhaltung der modernen Landwirtschaft aus? So wie auf dem linken Bild stellen sich noch heute viele Kinder und mitunter auch einige ältere Leser das Leben einer Milchkuh vor, wenn sie ein Pack Milch öffnen oder einen Rinderbraten verspeisen. Unbeschwert auf einer Weide grasen, anschließend gemütlich in der Sonne liegen, dabei wiederkäuen und von einem glücklichen Kuhleben träumen, so könnte ein Kuhleben aussehen. Doch so gut haben es maximal Kühe in der extensiven Bio-Landwirtschaft vielleicht.

Die Masse an Hausrindern fristet jedoch in der Intensivhaltung ihr Dasein. Hier steht weniger bis gar nicht die artgerechte Rinderhaltung im Vordergrund, sondern profitorientierte Interessen des Halters. Milchkühe und Schlachtrinder werden hier nicht als Tier betrachtet, sondern als Milch oder Fleisch liefernde Ertragseinheiten. Diese lebenden Einheiten müssen die größtmögliche Menge an Fleisch oder Milch in einer befristeten Zeitspanne liefern, dabei so kostengünstig wie nur möglich im Unterhalt sein. Dementsprechend erschreckend sehen die Haltungsbedingungen oftmals aus.

Die Intensivhaltung und der ökonomische Druck in der neuzeitlichen Landwirtschaft hat jedoch, außer der einem Tier unwürdigen Haltungsbedingungen, noch weitere Nachteile. So wurde seit dem Beginn der Domestizierung über die Jahrtausende eine große Vielzahl von Rinderrassen gezüchtet. Teilweise waren diese unterschiedlichen Rinderrassen hervorragend an das Leben in den jeweiligen Regionen angepasst. Während eine Handvoll Rinderrassen, wie die Schwarzbunte oder die Rotbunte Milchkuh, aus ökonomischen Gründen in Millionen von Exemplaren gehalten wird, sind andere Rinderrassen vom Aussterben bedroht. Als ein Beispiel hierfür sei das Vogtländische Rotvieh genannt, vom dem es nur noch wenige Dutzend Exemplare derzeits in Deutschland gibt.

Gezüchtet wurden viele diese heute eher seltenen Hausrinder als Dreinutzungstyp. Unter dem Begriff Dreinutzungstyp versteht sich, dass so ein Rind dem Bauern in dreifacher Hinsicht nützlich war. So als Milchkühe mit guter Milchleistung, als Schlachtrinde und Fleischlieferanten, sowie als Zugtiere, welche vor Karren und Pflüge gespannt wurden. Da in der Rinderhaltung und in der modernen Landwirtschaft keine Hausrinder mehr als Zugtiere benötigt werden, verschwand der Dreinutzungstyp völlig aus dem Blickwinkel des züchterischen Interesses, so das heute nur noch der Zweinutzungstyp gehalten und gezüchtet wird. Der Zweinutzungstyp beschränkt sich auf die Milchproduktion und die Fleischproduktion. Viele Rinderrassen wurden jedoch speziell für eine der beiden Richtungen gezüchtet.

Anmerkung: Milchproduktion und Fleischproduktion, allein schon aus den beiden Begriffen wird ersichtlich, dass Milchkühe und Hausrinder weniger als Tiere, sondern vielmehr als Produktionseinheiten betrachtet werden. Ein Zustand, der ein dringendes Umdenken auf breiter Ebene erfordern sollte, nur leider den Verbrauer durch Auskopplung von der Aufzucht und durch eigene geistige Verdrängung beim Verzehr kaum erreicht.

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