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Wissenswertes über Wildschweine

Wilde Verwandte des Hausschweins

Die wildlebenden Verwandten unseres Hausschweins werden im deutschen Sprachgebrauch allgemein als Wildschweine bezeichnet. Daneben ist ebenfalls der Name Schwarzwild ein bekanntes Synonym, welches vor allem in den Kreisen der Jägerschaft oft als Bezeichnung für wildlebende Schweine verwendet wird. Geschlechtspezifische Benennungen bezeichnen das männliche Wildschwein als Keiler, das weibliche wildlebende Schwein hingegen als Bache. Der Nachwuchs wird im Plural schlicht und einfach als Frischlinge bezeichnet.
Weitere Benennungen einzelner Mitglieder eines Sozialverbandes wildlebender Schweine beziehen sich auf die Stellung, die ein jeweiliges Mitglied in diesem Verband einnimmt, wobei der Sozialverband an sich langläufig als Rotte oder Schweinerotte bezeichnet wird. So werden zum Beispiel jugendliche Schweine als Überläufer bezeichnet, ältere Keiler auch mit dem Namen Basse betitelt und die älteste tonangebende Bache in einer Rotte steigt auf in ihrem Rang zur Leitbache.

Von der Systematik her betrachtet gehört das Schwarzwild bzw. das Wildschwein zur Familie der Echten Schweine. Die Familie der Echten Schweine gehört wiederum zur Ordnung der Paarhufer und die Paarhufer wiederum zur Klasse der Säugetiere. Wissenswert ist in diesem Zusammenhang zumindest, dass zur Ordnung der Paarhufer neben den Echten Schweinen weitere sehr bekannte Tierarten gehören, so unter anderem Schafe, Ziegen und Rinder.

Ein Wildschwein im Tierpark von Stendal
© H. Müller | Ein Wildschwein im Tierpark von
Stendal

Doch auch die Familie der echten Schweine hat einige bekannte Vertreter, wie das Riesenwald- schwein, das Warzenschwein oder das Buschwein. Neben dem hiesigen Schwarzwild (Sus scrofa) gehören noch weitere Arten zur Gattung der wilden Schweine mit dem lateinischen Namen Sus, so unter anderem das Zwergwildschwein (Sus salvanius), das Bartschwein (Sus barbatus) oder Vertreter der Pustelschweine. Die Pustelschweine splitten sich ihrerseits wiederum in mehrere Arten auf.

Wildschweine leben nicht nur in Sozialverbänden, es sind auch sehr gesellige Tiere, die körperlichen Kontakt mit ihresgleichen nicht scheuen, diesen eher suchen. Darin unterscheiden sie sich nicht von unseren Hausschweinen, denn auch ein Hausschwein braucht zur seelischen Stabilität den Kontakt zu Artgenossen und sollte deshalb möglichst nie dauerhaft allein gehalten werden. Ebenso geht es bei der Betreuung des Nachwuchses sehr familiär zu. Wildschweine leben überwiegend in sogenannten Mutterfamilien, bilden einen Harem oder Jungtiere des Vorjahres schließen sich zu einer Gruppe zusammen. Zu ausgesprochenen Einzelgängern außerhalb der Paarungszeit werden hingegen nur männliche Wildschweine.

Über das Verbreitungsgebiet von Wildschweinen, sowie über ihre Lieblingsspeisen, berichteten wir bereits auf der vorausgehenden Seite, erreichbar unter Verbreitung, Lebensweise und Gemeinsamkeiten, so dass wir diese Themen hier nicht noch einmal wiederholen brauchen. Doch es gibt noch einige interessante und wissenswerte Dinge über Wildschweine zu berichten.

Zu den besonderen Fähigkeiten von Schweinen gehört ihr Langzeitgedächtnis. Ein möglicher Grund für diese gute Gedächtnisleistung von Schweinen könnte sein, dass Schweine in ihrem natürlichen Lebensraum ihre bevorzugte Nahrung nicht stetig am gleichen Ort vorfinden. Dabei sollte der Leser berücksichtigen, ein Mensch findet den Weg zum Kühlschrank noch im Halbschlaf, Schweine müssen sich hingegen daran erinnern können, wo sie im Herbst des Vorjahres nach den dicksten Kartoffeln stoppelten, um fündig zu werden. Diese gute Gedächtnisleistung könnte sich somit als ein evolutionärer Vorteil im täglichen Kampf um das Überleben erwiesen haben. Zumindest fanden Wissenschaftler heraus, dass sich Schweine noch nach Jahren an bestimmte Gegenstände erinnerten.

Doch nicht nur die Gedächtnisleistung von Schweinen ist beachtenswert, auch ihre Lernfähigkeit ist beeindruckend im Vergleich zu anderen hochentwickelten Säugetieren. So fanden Wissenschaftler von der University of Illinois heraus, dass Schweine dazu in der Lage sind, die Heizung in einem Stall auszuschalten, wenn es ihnen zu warm wurde und wieder einzuschalten, wenn es ungemütlich kühl wurde. Freilich mussten die Versuchsbedingungen dazu schweinegerecht gestaltet werden, ehe die Schweine durch Versuch und Irrtum lernten, die Temperatur zu regeln. Diese gute Lernfähigkeit von Schweinen spiegelt sich letztendlich auch bei der Dressur von Schweinen für Zirkusnummern oder für ähnliche Vorführungen wieder.

Ein Warzenschwein in der Savanne
© Franzis Verlag | Foto: Frank Winkler
Tiere der Savanne / Warzenschwein

Das Wildschwein mit dem lateinischen Namen Sus scrofa splittet sich in etwa 20 Unterarten auf, wobei einige Unterarten sich wiederum in mehreren lokalen Populationen mit abweichenden Formen und Farben aufsplitten. Ob diese lokalen Varianten als eigene Unterarten einzustufen sind, darüber mögen sich die Systematiker streiten. Zumindest existieren zum Beispiel vom Bindenschwein (Sus scrofa vittatus) einige lokale Varianten.
Gelegentlich kann man lesen, dass die Annahme, dass unser domestiziertes Hausschwein von mehreren Wildschweinarten abstammen würde, als überholt gelte, doch an dem ist es keinesfalls, wie neuere gentechnische Untersuchungen zumindest vermuten lassen.

Richtig ist, dass unser Hausschwein einzig und allein vom Sus scrofa abstammt, doch richtig ist wohl auch, dass nicht alle Hausschweine nur vom Sus scrofa scrofa abstammen, sondern zum Beispiel auch vom Bindenschwein Sus scrofa vittatus. So fanden der Wissenschaftler Greger Larson und seine Kollegen von der Universität Oxford durch eine gentechnische Studie heraus, dass Wildschweine an verschiedenen Orten aus der jeweils lokal vorkommenden Art des Sus scrofa zum Hausschwein domestiziert wurden. Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu gelangen, verglichen die Wissenschaftler das Erbgut 686 Schweinen aus allen Teilen dieser Welt.

Wissenswert ist weiterhin, Wildschweine verfügen zwar über keinen ausgeprägten Sehsinn, als Ausgleich für den unterentwickelten Sehsinn ist jedoch das Geruchsvermögen und der Gehörsinn um so höher entwickelt. Nur dank ihrer feinen Nase können Wildschweine unter der Erdoberfläche verborgene Leckerbissen und andere Nahrungsquellen erschnüffeln.

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