Heimtiere und Haustiere - Nutztiere
Hunde Katzen Vögel Nager Nutztiere Sonstige Tierschutz Magazin

- Home -

Literatur zum Thema

Tierbedarf & Zubehör

Navigation


  

Das Maskenschwein

Schweinerassen des Hausschweins

Das Maskenschwein, welches ebenfalls unter dem Pseudonym Meishan ein Begriff ist, war bereits vor rund 400 Jahren als Schweinerasse im alten China bekannt. Schweineexperten aus aller Welt sind sich einig, dass es sich beim Meishan nachweislich um die älteste Rasse des Hausschweins handelt. Charakteristisch für's chinesische Maskenschwein ist sein gefaltetes Gesicht. Diese Falten übertragen sich leider sehr schnell auf das Gesicht des Lesers, wenn er nach Angaben zur Abstammung des Maskenschweins sucht. Entweder wurden in diesem Zusammenhang von dem einem oder anderen Autor Klassifizierungsfehler begangen oder neuste Forschungsergebnisse widersprechen sich beträchtlich.

Bisher gingen die Wissenschaftler in aller Welt zumindest davon aus, dass Maskenschwein würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Bindenschwein abstammen, einem asiatischen Verwandten des europäischen Wildschweins (Sus scrofa scrofa), welches den schönen lateinischen Namen Sus scrofa vittatus erhielt.

Dann liest man wieder an anderer Stelle, dass alle Rassen des Hausschweins vom Sus scrofa abstammen und dass die Fest- stellung, dass einige asiatische Hausschweinrassen vom asiatischen Bindenschwein Sus vittatus ab- stammen, als überholt gelten würde. Jedoch nur um wenig später über einen Hinweis zu einer gen- technischen Studie zu stolpern, nach der das Wildschwein weltweit mindestens sieben Mal domestiziert wurde. Nach dieser letzteren Studie wären bei Wildschweinen und Hausschweinen aus der gleichen Region viele genetische Gemeinsam- keiten feststellbar.

Ein chinesisches Maskenschwein von der Nutztierarche Brand-Aue
© Quelle: www.brand-aue.de / Foto: Ines Brandau
Ein Maskenschwein -  Nutztierarche Brand-Aue

Möglichweise handelt es sich jedoch nur um einen ursprünglichen Klassifizierungsfehler oder einige Autoren gingen bisher davon aus, das es sich beim Bindenschwein (Sus vittatus) um eine eigene Art des Wildschweins handelt und nicht um eine Unterart (Sus scrofa vittatus) der Nominatform (Sus scrofa scrofa) des europäischen Wildschweins. Leser, die sich gerne weiter in diese Materie vertiefen möchten, finden unter folgenden Linkverweis einen Ausgangspunkt für weitere Recherchen: ORF ON Science - Wilde Schweine...

Um beim chinesischen Maskenschwein zu bleiben, so kann der Leser wohl weiterhin davon ausgehen, dass das Meishan mit dem Bindenschwein verwandt ist und von diesem abstammt. Chinesische Maskenschweine gehören ferner verwandtschaftlich zur Tai Hu-Gruppe. Zu dieser Gruppe gehören außer dem Maskenschwein noch drei weitere Schweinerassen, die einst aus den Hausschweinen des nördlichen und südlichen Chinas gezüchtet wurden. Den Namen erhielt die Gruppe nach dem See Tai Hu.
Der Tai Hu See ist mit einer Fläche von über 2.200 km² der drittgrößte Süßwassersee Chinas. Die Flächen um den Tai Hu See gehören zusammen mit den landwirtschaftlich genutzten Flächen entlang des unteren Abschnittes des Chang Jiang Flusses zum Hauptverbreitungsgebiet dieser Schweinerassen. Der Chang Jiang Fluss ist der drittlängste Strom der Welt und der längste Fluss von China. Die Maskenschweine wurden überwiegend jedoch nur rund um den See und im unteren Abschnitt entlang des Flusses von den beheimateten Menschen gezüchtet und gehalten. Die geografische Lage ist insofern relevant, da in dieser Region die Flora und Fauna durch ein subtropisches und mildes Klima geprägt wurde und weiterhin geprägt wird. Obwohl in Deutschland und anderen Teilen Mitteleuropas die klimatischen Verhältnisse nicht dem Klima des Herkunftsgebietes entsprechen, so wird dem chinesischen Maskenschwein dennoch auch in unseren Breiten eine große Portion Robustheit und Vitalität nachgesagt.

Wie bereits weiter oben erwähnt, ist das faltige Gesicht und der faltige Rüssel charakteristisch für das Maskenschwein. Mehr oder weniger Falten sind ferner über den restlichen Hautpartien verteilt. Die Faltigkeit ist bei den männlichen Maskenschweinen weniger ausgeprägt als bei den Schweinen weiblichen Geschlechts. Ein geschlechterspezifischer Unterschied ist ebenfalls bei der Neigung zum Hängebauch vorhanden, auch dieser ist bei den Ebern weniger profiliert. Das Haarkleid des Maskenschweins ist dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Beachtlich sind weiterhin die Größe und das Gewicht des Maskenschweins. Allein die Ohren sind im Mittel über 30 Zentimeter lang und breit. Die durchschnittliche Schulterhöhe beträgt bei Ebern 65 bis 75 cm und bei Säuen um die 58 cm. Dass Gewicht eines ausgewachsenen männlichen Meishans beträgt im Schnitt 130 bis 170 kg, weibliche Tiere entsprechend weniger.

Erwähnenswert ist weiterhin, dass das Maskenschwein bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts von zoologischen Gärten nach Deutschland importiert wurde. Auf Grund ihrer frühen Geschlechtsreife und der durchschnittlichen Wurfgröße von 12 bis 18 Ferkeln, waren Maskenschweine und deren Ferkel gut als Futtertiere für hungrige Mäuler geeignet. Immerhin kommt ein Eber des Maskenschweins bereits nach 3 Monaten in die Flegeljahre und ist nach einem weiteren Monat voll zeugungsfähig. Ein weibliches Maskenschwein steht dem zeitlich nicht nach. Immer wieder kommt es bei der Züchtung des Maskenschweins auf Grund der überdurchschnittlichen Frühreife, Zeugungsfähigkeit und Fruchtbarkeit zu einzelnen Rekorden. Rekorde, sowohl was die Anzahl der Würfe betrifft, als auch Rekorde in Bezug auf die Anzahl der Ferkel pro Wurf.

Nur eine Frage: Ein Schäferhund kann leicht mit einem anderen Schäferhund verwechselt werden. Der Deutsche Schäferhund kann aber von einem Sachkundigen nicht mit einem Belgischen Schäferhund verwechselt werden, da beide Rassen durch unverwechselbare Rassenamen betitelt wurden. Auch ein Vietnamesisches Hängebauschwein kann nicht mit einem anderen Hängebauchschwein verwechselt werden, da das Vietnamesische Hängebauschwein immer schiefergrau bis schwarz gefärbt ist und andersfarbige Hängebauchschweine keine Vietnamesischen Hängebauschweine sind. Ob Deutscher oder Belgischer Schäferhund, und ebenso beim Vietnamesischen Hängebauschwein, so wäre wohl der Länderzusatz stets groß zu schreiben, da dieser ein Bestandteil des Rassenamens ist?
Wie verhält es sich hingegen mit dem Maskenschwein und seinem Namen? Ist es nur ein Maskenschwein, welches aus China kommt und wäre es somit nur ein chinesisches Maskenschwein? Oder ist es vielleicht doch ein Chinesisches Maskenschwein?

- Einen Kommentar veröffentlichen -


Literatur u. Buchempfehlungen:

Atlas der Nutztierrassen
Autor: Hans Hinrich Sambraus
Ulmer Eugen Verlag, Stuttgart, 1986

Nähere Einzelheiten und Infos über neuere Auflagen finden Sie hier:

- Buchempfehlungen -

Gefährdete Schweinerassen
und Alternative Schweinezüchtung
Autor: Bernhard Hörning
GEH und NZH Verlag, 1997

Übersichten: Schweine | Hausschwein | Rassen | Krankheiten
 

- Magazin -

Tiere in
Heim und Haus

News, Beiträge
und Themen


Nutztiere
Hausschweine

Wildschwein
und Hausschwein

Domestizierung des
Hausschweins

Artgerechte Haltung
Gerichtsmedizin
Medizin - Organspender
Schweinerassen
Angler Sattelschwein
Maskenschwein
Schwäbisch Hällisches

Übersicht Schweine


Hinweise
und Webverweise

Nutztiere und
Nutztierhaltung

Kommentare
und Offerten


Archiv

Beiträge - Nutztiere


***