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Schottische
Hochlandrinder
Highland Cattle in der Landschaftspflege
Weltweit dominieren in der neuzeitlichen Landwirtschaft nur noch wenige
hochgezüchtete Rinderrassen. Diese wenigen Rinderrassen haben eines gemeinsam. Ihnen ist
anzusehen, dass sich der ganze züchterische Ehrgeiz auf eine Steigerung der Milchleistung
und auf die Erhöhung des Lebendgewichtes, sowie auf die Verbesserung der Fleischqualität
bei Mastrindern konzentrierte. Um so erfreulicher ist die zunehmende Nutzung von alten und
robusten Nutztierrassen in der extensiven Landwirtschaft. In Deutschland und in anderen
europäischen Ländern fanden in diesem Zusammenhang in den letzten Jahrzehnten zwei alte
schottische Rinderrassen Verbreitung, das Highland Cattle (Schottische Hochlandrinder) und
die Galloways. Beide Rassen verdanken nicht nur der teilweisen Umkehr zur extensiven
Landwirtschaft ihre Verbreitung, sondern ebenfalls dem sich verändernden
Umweltbewusstsein des Menschen. So werden Galloways und schottische Hochlandrinder
zunehmend im Rahmen von umweltverträglichen Landschaftspflegemaßnahmen eingesetzt.

© Zoonar / Foto: Roland T. Frank | Highland Cattle -
Schottische Hochlandrinder auf der Insel Langeoog |
Ob im malerischen Tal der Orke, gelegen in Nordhessen, oder auf der
wunderschönen Nordseeinsel Langeoog vor der Küste Ostfriesland, für eine schonende
Landschaftspflege ist das Highland Cattle bzw. das Schottische Hochlandrind bestens
geeignet. So begann auf der Insel Langeoog im Jahre 2001 eine kleine Herde Hochlandrinder
sich um die Pflege der Landschaft zu kümmern und vermehrte sich seither prächtig im
Bestand. |
Maßnahmen zur Landschaftspflege sind erforderlich, um in einer von
menschlichen Einflüssen geprägten Landschaft einen möglichst naturnahen Zustand zu
erreichen und zu erhalten. Allein die Stillegung von Flächen reicht nicht aus, um dieses
Ziel und ein ökologisches Gleichgewicht zu erreichen. Nicht bewirtschaftete Flächen
würden zum Beispiel mit der Zeit verbuschen. Um einer Verbuschung der Landschaft
vorzubeugen, werden in landschaftlichen Schon- und Schutzgebieten vielfach Schafe, Ziegen
und geeignete Rinderrassen eingesetzt, welche dabei die Funktion eines Rasenmähers
übernehmen, ohne die Umwelt mit Abgasen zu belasten. Nur auf einer mehrmals pro Jahr
gemähten Wiese können sich auch seltene Pflanzenarten entwickeln und halten. So
förderlich eine schonende Beweidung für die Landschaftspflege ist, so schädlich ist
eine Überweidung von Flächen. Richtlinien und Auflagen für eine schonende
Landschaftspflege, zum Beispiel wie viel Tiere maximal auf einer bestimmten Fläche
gehalten werden dürfen, sind unter anderen in Landschaftspflegeprogrammen geregelt.
Obwohl die Erhaltung von naturnahen Lebensräumen eines der höchsten Ziele unserer Zeit
sein sollte, geht es dennoch nicht gänzlich ohne eine Kosten-Nutzen Rechnung ab. Ein
landwirtschaftlicher Betrieb, der auf die Intensivhaltung von Mastrindern ausgerichtet
ist, könnte von der Landschaftspflege nicht überleben. Hier nimmt die
Bio-Landwirtschaft, in Verbindung mit der extensiven Nutzung von Grünflächen, eine
Schlüsselrolle ein. Bei den Erzeugnissen aus der Bio-Landwirtschaft kommt es mehr auf
Klasse als auf Masse an, wobei ökologische Faktoren sowie Aspekte des Umwelt- und
Naturschutzes so weit wie möglich bei der Erzeugung der landwirtschaftlichen Produkte
berücksichtigt werden. Als Tierarten eigenen sich alte Haustierrassen oftmals besonders
gut für die Bio-Landwirtschaft.
Eine dieser alten Haustierrassen, die von Bio-Bauern für die Pflege von naturnahen
Lebensräumen eingesetzt wird, ist das Highland Cattle. Das urwüchsige Highland Cattle
wird in Deutschland allgemein als Schottisches Hochlandrind bezeichnet und ist weiterhin
unter dem Namen Kyloe bekannt. Schottische Hochlandrinder sind für die Landschaftspflege
bestens geeignet. Ein wesentlicher Grund, der für die Eignung von schottischen
Hochlandrindern als Nutztiere in der Landschaftspflege spricht, ist die Robustheit der
Rasse gegenüber Witterungseinflüssen. Ob Sommer oder Winter, Highland Cattle's können
ganzjährig im Freien gehalten werden, da sie ein dichtes Fell vor den Unbilden der Natur
schützt und sind für eine reine Stallhaltung völlig ungeeignet.
Weiterhin ist diese Nutztierrasse noch nicht so überzüchtet, als dass für die
Bestandsentwicklung ein Eingreifen des Menschen unerlässlich wäre. Die Besamung nimmt
der Bulle noch in Eigenregie vor und die Kühe des schottischen Hochlandrindes bringen
ihre Kälber ohne menschliche Schützenhilfe zur Welt. Ein weiterer Pluspunkt, der für
den Einsatz dieser Nutztierrasse in der Landschaftspflege spricht, ist ihre Genügsamkeit
im Bezug zum natürlich vorhanden Futterangebot. Die Zufütterung beschränkt sich beim
schottischen Hochlandrind auf Heu und selbst in den Wintermonaten ist kein zusätzliches
Kraftfutter erforderlich. Mehr über diese beachtenswerte Rinderrasse erfahren Sie auf der
nächsten Seite.
weiterlesen: Hochlandrinder
- Highland Cattle
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