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Nutztiere des
Menschen
Nutztiere und das Nützlichkeitsdenken des Menschen
Als der Mensch sich niederließ und in Folge der Sesshaftwerdung begann
Ackerbau und Viehzucht zu betreiben, um fortan seinen Lebensunterhalt nicht mehr nur als
Jäger und Sammler zu bestreiten, begann er mit der Domestizierung geeignete Pflanzen und
Tierarten. In den Jahrtausenden dieser kulturellen Entwicklung des Menschen züchtete er
aus einst wildlebenden Tierarten eine Vielzahl von Nutztieren und aus Wildpflanzen zum
Anbau geeignete Nutzpflanzen. Dabei entwickelte der Mensch ein ausgeprägtes
Nützlichkeitsdenken. So hielt und züchtete der Mensch Nutztiere für jagdliche Zwecke,
als Nahrungslieferanten, als Zugtiere, als Fortbewegungsmittel oder Nutztiere, deren Fell
oder Produkte ihm lediglich für die Fertigung von Bekleidung dienten, wie bei vielen
Pelztierarten oder den Seidenraupen. Dieses Nützlichkeitsdenken hat sich leider nicht nur
bis in unsere Tage erhalten, sondern nimmt hingegen in einigen Bereichen vermehrt
besorgniserregende Ausmaße an.
Bis ins Mittelalter lebten die Menschen oftmals mit ihren Haus- und
Nutztieren unter einem Dach. Mit der beginnenden Industrialisierung und dem Anwachsen von
städtischen Metropolen und industriellen Ballungsräumen veränderte sich dieses
zusehends und stetig mehr. So mussten völlig neue logistische Vertriebswege geschaffen
werden, um die Bevölkerung in diesen Ballungsräumen und Metropolen mit Nahrung zu
versorgen. Zum einem wurden diese logistischen Herausforderungen gelöst, in dem zentral
gelegene Schlachthöfe im Einzugsgebiet der Metropolen geschaffen wurden. Zum anderen, in
dem die Landwirtschaft einschließlich der Haltung von Nutztieren stetig mehr intensiviert
wurde. Eine der ssich aus dem Nützlichkeitsdenken ableitenden Schattenseiten war und ist
die zunehmende Entfremdung des Menschen vom Tier.
Das Frühstücksei oder der Braten auf dem Tisch stammt nicht mehr vom Huhn, welches wir
bereits als Küken kannten und das noch gestern friedlich auf dem Misthaufen scharte und
sich des Lebens freute. Es stammt aus der intensiv betriebenen Landwirtschaft bzw.
industriellen Tierproduktion, in denen es keine Individuen mehr gibt, sondern wo nur noch
in zu produzierenden Tonnen und anderen Maßeinheiten gerechnet wird. Das Tier hörte auf
Tier zu sein und wurde zum funktionalen Bestandteil einer Produktionsmaschinerie, in der
es je nach Bedarf und Verschleißzustand ausgewechselt wird.
Eine weitere Schattenseite ist ferner, dass nur noch wenige hochgezüchtete Nutztierrassen
den Löwenanteil aller heute weltweit gehaltenen Nutztiere ausmachen, während ein nicht
unerheblicher Teil einstiger Nutztierarten vom Aussterben bedroht bzw. bereits
ausgestorben ist. Eine Problematik, mit der sich unter anderem auch die FAO beschäftigte.
FAO ist das Kürzel für die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der UN. So
erfasste die FAO weltweit die Rassen und Bestände von Nutztieren und kam dabei zu dem
Ergebnis, dass von über 7.600 verschiedenen Nutztierrassen die Bestände von rund 20
Prozent der Rassen so niedrig sind, dass diese zumindest vom Aussterben bedroht sind.
Nicht nur bei den Nutztieren besteht die Gefahr des Aussterbens altbewährter
Nutztierrasen. Nicht viel anders sieht es bei den domestizierten Arten von Nutzpflanzen
aus. Eine Gefahr der besonderen Art liegt hier in der Gentechnik, vor der Naturfreunde und
Umweltschützer eindringlich warnen. Doch werden hier von Wissenschaftlern zur Sicherheit
Genbanken angelegt, in denen das Saatgut von nicht mehr verwendeten Nutzpflanzen
eingelagert wird, um es so zumindest für die Nachwelt zu erhalten. Ein Verfahren, welches
aus verständlichen Gründen, nicht auf Nutztierrassen übertragbar ist. Eine einmal
ausgestorbene Tierart oder Nutztierrasse ist in der Regel für immer für die Menschheit
verloren. Rückzüchtungen sind kein vollwertiger Ersatz für eine nicht mehr existierende
Art oder Rasse. Der Mensch täte wesentlich besser daran, sein Nützlichkeitsdenken nicht
stetig weiter ausufern zu lassen und statt dessen das zu schützen und zu erhalten, was
noch vorhanden ist.
weiterlesen: Eine
kleine Definition
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