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Nachweise von
Trichinellen
Trichinellose bei Mensch und Tier / Teil II
Die Frage, ob die Trichinellose eine typische Erkrankung des
Hausschweins ist, kann eindeutig verneint werden. Die Trichinellose oder Trichinose ist
keine typische Infektionskrankheit des Hausschweins. Sehr viele Tierarten kommen als
potentielle Wirte von Trichinellen in Betracht. Typisch ist lediglich, dass der Mensch in
Deutschland die meisten anderen Tierarten nicht roh verspeist und dadurch das Hauschwein
der wahrscheinlichste Überträger der Trichinellose auf dem Menschen ist und bleibt.
Andere Länder, andere Sitten, so sollen in Italien und Frankreich Fälle von
Trichinellose durch den Verzehr von rohem Pferdefleisch dokumentiert sein, bei dem
Hunderte von Menschen erkrankten.
Als Wirte für Trichinen kommen neben dem Menschen und dem Hausschwein
noch Hunde, Katzen, Wildschweine, Marder, Füchse, Dachse, Ratten und eine Reihe weiterer
Tiere in Betracht. Wie im letzten Abschnitt erwähnt, so können jedoch auch Pferde
betroffen sein. Ferner machen Trichinellen auch nicht vor Kaninchen, Rindern oder anderem
Getier halt. Ebenfalls dürfte der Marderhund bei der Übertragung von Trichinen eine
wesentliche Rolle spielen. Zumindest wurden in den letzten Jahren einzelne Fälle von
infizierten Wildschweinen, Marderhunden, Dachsen und Füchsen im Bundesland
Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Nachweise in den letzten Jahrzehnten
Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland schätzungsweise
noch jährlich rund 15.000 Menschen an Trichinellose erkrankten, ging die Zahl der
Neuerkrankungen mit der Einführung des Reichsfleischbeschaugesetzes zurück. Dieses
Reichsfleischbeschaugesetz trat am 03. Juni 1900 in Kraft. Ein Schwachpunkt dieses
Gesetzes war, dass es nur die Fleischbeschau für Schlachthöfe gesetzlich regelte. Erst
nachdem mit Wirkung vom 15. April 1937 das Fleischbeschaugesetz dahingehend abgeändert
und ergänzt wurde, dass fortan eine Fleischbeschau auch bei der privaten Hausschlachtung
von Schweinen zur Pflicht wurde, sank in den folgenden Jahrzehnten die Zahl der
Neuerkranken auf nahezu Null.
Nahezu auf Null bedeutet in diesem Zusammenhang nicht gänzlich auf Null. Krankheitsfälle
gab es immer wieder, in einigen Fällen erkrankten Hunderte von Personen zeitgleich. Nach
einem Bericht des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), erkrankten unter anderem im
Jahre 1967 im Bundesland Rheinland-Pfalz 269 Personen gleichzeitig. Auslöser war der
Verzehr von rohem Hackfleisch, hergestellt aus trichinenbelastetem Schweinefleisch, wie
epidemiologische Untersuchungen ergaben.
Weiterhin wird in diesem Bericht des Bundesinstitutes für Risikobewertung angeführt,
dass sich der größte bisherige Ausbruch im Jahre 1982 im Bundesland Rheinland-Pfalz
ereignete. Betroffen von der Infektion waren insgesamt über 400 Personen. Als Auslöser
wird der Verzehr von rohen Mettwürsten angeben, welche aus Schweinfleisch gefertigt waren
und auf einer größeren Festlichkeit angeboten wurden.
Neben diesen massenhaften Infektionen mit Trichinen, gab es in den letzten Jahrzehnten
auch wiederholt einige weniger spektakuläre Fälle. So litten im Jahre 1998 im Bundesland
Nordrhein-Westfalen mehr als 50 betroffene Menschen unter einer Trichinellose, wobei sich
die Krankheitsfälle auf 11 Städte des Bundeslandes verteilten. In den Jahren 1999 bis
2006 erkrankten jährlich 3 bis 22 Menschen in der BRD an Trichinellose, mit Ausnahme es
Jahres 2005. Das Jahr 2005 war in diesem Zeitraum das einzige Jahr, in dem keine Infektion
eines Menschen mit Trichinellen gemeldet und dokumentiert wurde.
Diese Angaben und Zahlen sollten dennoch keinen fehlerhaften Eindruck beim Leser
hinterlassen, da die Zahl der infizierten Schweine verschwindend gering ist und praktisch
beim Hausschwein von Null Prozent gesprochen werden kann. In den Jahren von 1996 bis 2005
wurden insgesamt mehr als 400 Millionen Hausschweine auf Trichinen untersucht und nur bei
einem Schwein konnten im Jahre 2003 Trichinellen nachgewiesen werden. Weiterhin wurden im
Zeitraum von 1997 bis 2006 über 3 Millionen Wildschweine auf Trichinen untersucht und
lediglich 101 Wildschweine waren mit Trichinellen infiziert, was einen Durchschnittswert
von etwa 0,003 % aller untersuchten Wildschweine entspricht. Wenn es dennoch zur
Infizierung von Menschen kam, so konnte die Herkunft des Fleisches nicht in jedem Fall
zweifelsfrei nachgewiesen werden. Möglicherweise spielte in diesem Zusammenhang der
Verzehr von nicht ordnungsgemäß untersuchtem Wildschweinfleisch eine gewisse Rolle.
Verwendete und weiterführende Quellen: www.bfr.bund.de/...
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bei Mensch und Tier / Teil I
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