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Trichinellen beim Hausschwein

Trichinellose bei Mensch und Tier / Teil I

Im November 2008 wurden zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder Trichinellen bei einem Hausschwein nachgewiesen. Zumindest geisterte diese Mitteilung im besagten Zeitraum durch die Presse. Im Landkreis Ostvorpommern wurde bei einer Fleischbeschau durch den zuständigen Veterinärmediziner festgestellt, dass ein geschlachtetes Schwein von Trichinellen befallen war. Das geschlachtete Tier stammte von einem privaten Schweinehalter, welcher lediglich fünf Hausschweine in einem Dorf in der Nähe von Anklam in reiner Stallhaltung hielt. Der Landkreis Ostvorpommern liegt in Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Polen.
So viel zu den Pressemeldungen. Einige Fragen tun sich in diesem Zusammenhang auf. Unter anderem Fragen wie diese: Was sind Trichinellen? Wie gefährlich können diese dem Menschen werden? Handelt es sich bei der Trichinellose (auch oft als Trichinose bezeichnet) um eine typische Erkrankung des Hausschweins? Wie ernst sollten Verbraucher oder Schweinehalter diese Pressemitteilungen nehmen? Diese und weitere Fragen möchten wir nachfolgend etwas ausführlicher beantworten.

Vorab sei angemerkt, es handelt sich nicht um den ersten Nachweis von Trichinellen beim Hausschwein seit Jahrzehnten in Deutschland, sondern lediglich um den ersten Nachweis seit einigen Jahrzehnten beim Hausschwein in Mecklenburg-Vorpommern. Der letzte Nachweis von Trichinen beim Hausschwein in Deutschland wurde hingegen im Jahre 2003 in Nordrhein-Westfalen dokumentiert. Mehr dazu auf der nächsten Seite.
 

Was sind Trichinellen?

Bei Trichinellen, auch oft als Trichinen bezeichnet, werden mehre Stadien der Entwicklung unterschieden. Der Kreislauf beginnt mit dem Larvenstadium. Diese, im Muskelgewebe des Wirtes eingekapselten Larven, können von Mensch und Tier beim Verzehr von rohen, mit Trichinen belasteten Fleischprodukten aufgenommen werden. Erreichen die mit der Nahrung aufgenommenen Trichinellen den Dünndarm ihres neuen Wirtes, so beginnen sich die Kapseln aufzulösen und die Larven mausern sich zu winzigen, parasitär lebenden Fadenwürmern. Die Fadenwürmchen paaren sich bereits im Dünndarm des neuen Wirtes. In der Folgezeit können die befruchteten weiblichen Trichinellen bis zu 1500 junge Trichinenlarven gebären. Die jungen Trichinellen wiederum durchbohren die Darmwand des Dünndarms und begeben sich im Körper des neuen Wirtes auf Wanderschaft.

Als Wanderwege benutzen Trichinen das Lymphsystem oder den Blutkreislauf des Wirtes. Erreichen die Trichinellen gut durchblutetes Muskelgewebe, kapseln sie sich als infektiöse Trichinellen ab. Von der Zungenmuskulatur über die Augenlider bis zur Fingermuskulatur oder dem Zwerchfell, ist praktisch keine gut durchblutete Muskulatur vor ihnen sicher, wobei die befallenen Muskelgruppen sehr unterschiedlich sein können. Haben sich die Trichinellen erst einmal eingelagert und verkapselt, können sie über viele Jahre an den betroffenen Stellen in diesem verkapselten Stadium überleben. Die männlichen Trichinen erreichen eine Größe von rund 1,5 mm und die weiblichen Würmchen bringen es auf eine Länge von rund 4 Millimeter.
 

Wie gefährlich können Trichinen dem Menschen werden?

Hat ein Mensch mit Trichinellen befallenes Fleisch im Rohzustand verzerrt, kann er an der so benannten Trichinellose bzw. Trichinose erkranken. Hierbei sind wiederum zwei Stadien zu unterscheiden. In der ersten Phase, die sich etwa nach einer Inkubationszeit von 1-2 Tagen bemerkbar machen kann, können Beschwerden im Bereich des Dünndarms auftreten. Ebenfalls sind Durchfall und weitere Beschwerden mögliche Symptome.
Nach dem die Trichinen das Muskelgewebe erreicht haben, können sich als Symptome hohes Fieber und Schmerzen im Muskelgewebe bemerkbar machen. Mit diesen Beschwerden ist nach einer Inkubationszeit von 5 bis 45 Tagen zu rechnen. Weitere Störungen können die Atmung betreffen oder die Kau- und Schluckmuskulatur kann Beschwerden bereiten. Wurde vom Trichinenbefall die Herzmuskulatur beeinträchtig, kann als Folge der Tod eintreten.

Wie stark diese Symptome sich im Erkrankungsfall äußern, dass ist weitestgehend von der Anzahl der mit der Nahrung aufgenommenen Menge an Trichinellen abhängig, sowie weiterhin vom gesundheitlichen Allgemeinzustand des Betroffenen. Bei dem einem erkrankten Menschen können sich nur leichte Symptome einstellen, bei einem anderen stärkere und im schlimmstenfalls kann der Tod eintreten. Es soll jedoch auch vorkommen, dass einige Menschen völlig ohne Beschwerden eine Infektion mit Trichinen überstehen.

Schutz vor Infektion: Der beste Schutz vor einer Infektion ist Fleisch nicht roh zu verzehren. Bereits ab einer Erhitzung von über 65 °C werden Trichinellen abgetötet. Beim Einfrieren unter minus 15 °Celsius sterben Trichinen ebenfalls nach einigen Tagen ab, wobei als Sicherheit eine Zeitspanne von 20 Tagen für die Durchfrierung eingehalten werden sollte. Wird das Fleisch unter Minus 18 Grad herabgekühlt, reichen bereits einige wenige Tage der Durchfrostung aus. Fleisch aus mitteleuropäischen Schlachthöfen kann unbedenklich auch als rohes Gehacktes verspeist werden, da hier eine gesetzliche Fleischbeschau vorgeschrieben ist. In Deutschland ist diese Fleischbeschau bereits ab dem Jahre 1937 für Schweinfleisch eine Pflicht. Es sei angemerkt, eine Fleischbeschau ist vom Gesetzgeber nicht zwingend vorgeschrieben, insofern das Fleisch einer Kältebehandlung unterzogen wird.

weiterlesen: Trichinellose bei Mensch und Tier / Teil I


Wissenswertes: Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang ist, dass eine internationale Forschergruppe, gebildet aus italienischen, chinesischen und amerikanischen Wissenschaftlern, bei gentechnischen Untersuchungen herausfand, dass vermutlich erst der Mensch Trichinellen zusammen mit dem Hausschwein unwissentlich mit domestizierte. Zumindest soll die verwandtschaftliche Linie der Trichinellen nicht wie man es vermuten könnte, seit Millionen von Jahren bestehen, sondern lediglich in etwa dem Alter des Hauschweins entsprechen. Mit anderen Worten, bereits damals stiftete der Mensch Umheil mit seinen ersten Eingriffen in das natürliche Gefüge, weil er damals wie heute die Folgen seines Handelns nicht bis in alle Einzelheiten voraussehen konnte.

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