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Schweinerassen des Hausschweins

Das Hausschwein und seine Rassen

Obwohl die ersten Wildschweine bereits vor mindestens 7.000 Jahren, vermutlich jedoch bereits vor rund 10.000 zu Hausschweinen domestiziert wurden, so gab es dennoch bis vor wenigen hundert Jahren noch keine eigentlichen Schweinerassen. Zumindest keine typischen Schweinrassen, so wie wir diese heute kennen. Eine Ausnahme stellt das so benannte Torfschwein dar, welches im Raum der heutigen Schweiz bereits vor einigen Jahrtausenden domestiziert wurde.
Das Torfschwein war kleiner und graziler vom Wuchs als das europäische Wildschwein. Seinen Namen erhielt das Torfschwein entsprechend den archäologischen Fundorten in einstigen Moor- und Ufersiedlungen. Weiterhin wird ihm von Seiten der Forscher nachgesagt, dass es vom südostasiatischen Bindenschwein abstammt und vermutlich frühzeitiger Geschlechtsreife erlangte als die Hausschweine, die vom vorderasiatischen oder europäischen Wildschwein abstammten. Einige Wissenschaftler gehen weiterhin davon aus, dass Torfschweine möglicherweise innerhalb oder in unmittelbarer Nähe der einstigen Siedlungen als domestizierte Haustiere gehalten wurden, die Nachfahren des europäischen Wildschweins jedoch eher als Weidevieh.

Aus dem europäischen Wildschwein züchteten die Kelten und Germanen bis zur ersten Jahrtausendwende ein größeres Landschwein, welches bereits über größere Schlappohren als Merkmal verfügte. Die Slawen züchteten hingegen ein kleineres Landschwein, welches vermutlich als Urahne für das spätere Deutsche Weideschwein anzusehen ist. Obgleich es diese regionalen Unterschiede gab, so hatte sich dennoch bis ins 18. Jahrhundert hinein das typische Hausschwein in Mitteleuropa noch nicht sehr weit im Körperbau, Form und Farbe vom Wildschein entfernt.

Hausschweine wurden einst, so wie heute noch Schafe, als Weidevieh gehalten. Ein Schweinhirte trieb dabei die Schweineherde zum Stoppeln über Brachflächen oder in den herbstlichen Wald, um die Herde mit den Früchten der Buchen und Eichen zu mästen. Gut möglich, dass es dabei immer wieder zu ungewollten Verpaarungen zwischen wildlebenden und domestizierten Schweinen kam. Letztendlich konnte so ein Schweinehirte seine Augen auch nicht zu jeder Tageszeit überall haben. Eine Folge von diesen ungewollten Rückkreuzungen war ein verlangsamtes Auseinanderdriften zwischen Hausschweinen und ihren natürlichen Verwandten, den Wildschweinen.

Sebald Beham - Der verlorene Sohn hütet die Schweine
Quelle: Wiki | Sebald Beham (1500 bis 1550) - Der verlorene Sohn hütet die Schweine

Als älteste heute noch existierende Schweinerasse wird das Maskenschwein angesehen. Das Maskenschwein wurde in China vor rund 400 Jahren aus dem Bindenschwein, einer Unterart des europäischen Wildschweins gezüchtet. In Europa begann man hingegen erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der zielgerichteten Züchtung von Schweinerassen. Soweit wie belegt, wurde die erste neuzeitliche Schweinerasse des Hausschweins um das Jahr 1770 in England gezüchtet und erhielt den Namen Leicester. Seit dieser Zeit wurde weltweit eine Vielzahl unterschiedlicher Schweinerassen gezüchtet. Leider gelten einige dieser alten Schweinerassen heute als bereits wieder ausgestorben, wie das Baldinger Tigerschwein, andere sind vom Aussterben bedroht und stehen in der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen.

Mehr zum Thema und zu einzelnen Schweinerassen auf den nachfolgenden Seiten.


Übersicht Schweinerassen:

» Angler Sattelschwein
» Maskenschwein (Meishan)
» Minischweine (Göttinger Minischwein, Minnesota Minipig u.w. ...)
» Schwäbisch-Hällisches Schwein


Hinweis: In loser Reihenfolge möchten wir Ihnen hier die eine oder andere Schweinerasse näher vorstellen, darunter auch einige der bedrohten Rassen des Hausschweins. Die zeitliche Reihenfolge ist dabei noch völlig offen. Dankbar wären wir auch, wenn der eine oder andere Leser uns ein Foto von einer Schweinerasse oder einer anderen Nutztierrasse zum weiteren Ausbau dieses Webprojektes zur Verfügung stellen könnte. An sachkundigen und weiterführenden Beiträgen sind wir selbstverständlich gleichfalls jederzeit interessiert, insofern diese Beiträge noch nicht an andere Stelle im identischem Wortlaut im Internet zu finden sind.


Quellen, Literatur u. Buchempfehlungen:

Atlas der Nutztierrassen
Autor: Hans Hinrich Sambraus
Ulmer Eugen Verlag, Stuttgart, 1986

Schweine - Liebenswertes Borstenvieh
Autor: Lutz Schiering
Komet Verlag, Köln, 2008

Gefährdete Schweinerassen
und Alternative Schweinezüchtung
Autor: Bernhard Hörning
GEH und NZH Verlag, 1997

Nähere Einzelheiten und Infos über neuere Auflagen finden Sie hier:

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