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Das Hausschwein als Haustier

Artgerechte Haltung von Hauschweinen

Das Hausschwein ist als Haustier weltweit verbreitet. Ähnlich wie bei Milchkühen und bei Hühnern, so steht auch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung, die oftmals mehr einer industriellen Produktion von Erzeugnissen gleicht, nicht das Tier im Mittelpunkt einer möglichst artgerechten Haltung, sondern einzig und allein der Nutzwert und der zu erwartende Profit. Zumindest verhält es sich so in allen industriell höher entwickelten Ländern. In der Mehrzahl der landwirtschaftlichen Großbetriebe wird den Hausschweinen weder ein Auslauf, noch die Möglichkeit für ein Schlammbad als Suhle geboten. Statt dessen fristen sie ihr Dasein bis zur Schlachtreife in Stallanlagen, die nicht einmal den Mindestanforderungen für eine artgerechte Haltung entsprechen.

Schweinefleisch wird von den Menschen in vielen Teilen dieser Welt hoch geschätzt. Verpönt wird Schweinefleisch nur von Menschen in Kulturkreisen, in denen das Schwein als unrein gildet oder von Menschen, die sich allgemein auf Grund religiöser Vorstellungen vorwiegend vegetarisch ernähren. Nicht zu vergessen wären an dieser Stelle noch die echten Vegetarier aus Überzeugung, für deren Ernährung kein Tier zu leiden braucht. Bei dem überwiegenden Rest der Menschheit steht Schweinfleisch jedoch hoch im Kurs, was sich auch in einschlägigen Statistiken widerspiegelt. So beträgt die Zahl der weltweit gehaltenen Hausschweine rund eine Milliarde. Schweinefleisch ist schmackhaft und lässt sich auf vielfältige Art und Weise zubereiten. Doch wie gehen wir mit dem Lieferanten um?

Wie sieht so ein in der Regel recht kurzes Schweineleben aus? Mit einem Aufwachsen in einer dörflichen Idylle hat es zumindest im Normalfall recht wenig gemein. Um eine artgerechte Schweine- haltung ist es in vielen landwirt- schaftlichen Unternehmen recht schlecht bestellt. Obwohl ein Hausschwein durchaus ein Lebensalter von 10 bis 12 Jahren erreichen könnte, werden Mast- schweine bereits nach 6 bis 8 Monaten geschlachtet.

Zwei Hausschweine in dörflicher Idylle
Quelle: www.aboutpixel.de / Foto: Jan Gropp

Damit die Hausschweine das angestrebte Gewicht von durchschnittlich 100 kg möglichst schnell erreichen, dürfen sich Mastschweine nicht übermäßig bewegen. Ein Auslauf ins Freie widerspricht den Bemühungen um Rentabilität bei der Schweinemast. Folglich wird den Schweinen ein Auslauf ins Freie verwehrt. Statt dessen müssen Hausschweine ihr kurzes Dasein in halbdunklen Stallanlagen fristen. Damit nicht genug, wenn es um Profit geht, so ist so ziemlich jedes Mittel akzeptabel und so sorgten über Jahrzehnte wiederkehrende Skandale für Aufsehen, bei denen es um die illegale Verwendung von Wachstumshormonen und Antibiotika ging. Sinn und Zweck dieser Wachstumshormone sollte es sein, so ein Schweineleben bis zur Schlachtreife noch weiter zu verkürzen bzw. den Gewinn zu maximieren.

Weitere gängige und aus tierrechtlichen Gründen unverantwortliche Praktiken in der industriellen Schweinehaltung sind das viel zu frühzeitige Entfernen der Ferkel vom Muttertier, einzig und allein aus dem Grund, damit die Muttertiere wieder schneller empfänglich für die nächste Besamung werden. Weiterhin das Stutzen der Eckzähne sowie das Kupieren der Schwänze bei den Ferkeln, ohne Betäubung wohlgemerkt. Die Eckzähne werden durch Abschleifen oder Abkneifen gekürzt, damit die Ferkel das Muttertier nicht an den Zitzen verletzen können und die Schwänze werden kupiert, um Kannibalismus auf Grund unzureichender Haltungsumstände, bedingt durch zu geringen oder nicht vorhanden Auslauf, vorzubeugen. Weiterhin werden männliche Ferkel in den ersten Wochen vielerorts ohne Betäubung kastriert, damit das Fleisch später keinen Ebergeschmack erhalten soll.

Aus diesen und weiteren Gründen fordern verantwortungsvolle Tierschützer sowie der Deutsche Tierschutzbund (Deutscher Tierschutzbund / Schweine) völlig zu recht unter anderem die Gruppenhaltung für trächtige Sauen sowie ausreichend große Liegeflächen für Mutterschweine und Ferkel. Weiterhin sollte den Hausschweinen allgemein genügend Platz in den Stallanlagen zur Verfügung stehen. Die Stallböden sollten mit entsprechender Einstreu versehen sein und es sollte eine Trennung von Liegebereichen und Kotbereichen existieren. Darüber hinaus sollte Stroh nicht nur als Einstreu genutzt werden, sondern auch den Schweinen zum Wühlen und als Nahrungsergänzung dienen. Ferner sollten generell Auslaufmöglichkeiten ins Freie sowie Scheuerstellen vorgesehen sein. Speziell bei der Ferkelaufzucht sollte das Kupieren der Schwänze und die Kastration unterbleiben.

Beim Hausschwein handelt es sich vom Wesen her um ein Tier, welches von Natur aus recht neugierig ist und dementsprechend viel abwechslungsreiche Beschäftigung benötigt. Möglichkeiten zum Suhlen, Scheuern und Wühlen sollten auf jedem Fall vorhanden sein. Ferner sollten sogenannte Wühltröge nicht fehlen. Mehr zum Thema Geschichte und Haltung von Hausschweinen auch unter: History of Food - Hogs

Resümee: Der seit Jahrzehnten währende Streit zwischen Tierschützern und Tierzüchtern wird sicherlich weiter gehen und das nicht nur dann, wenn es sich um die artgerechte Haltung des Hausschweins handelt. Völlig gleich um welche Tierart es sich auch immer handelt, kein Tier sollte unter tierunwürdigen Haltungsbedingungen leiden.

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