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Wildschwein
und Hausschwein
Verbreitung, Lebensweise und Gemeinsamkeiten
Das Hausschwein gehört zu den am frühesten domestizierten
Haustierrassen und ist als Fleischlieferant in beinahe allen Teilen dieser Welt
anzutreffen. Eigentlich liegt da die Vermutung sehr nahe, dass ein jeder Mensch in der
zivilisierten Welt ein lebendiges Hausschwein kennen sollte. Doch an dem ist es zumindest
in Mitteleuropa und in anderen hoch entwickelten Industrieländern der restlichen Welt
nicht mehr. Viele Kinder wachsen in den Ballungszentren von Großstädten auf und kennen
ein Schwein oder ein Ferkel nur noch als Schimpfnamen, beziehungsweise als Schweinebraten
zubereitet. Bei den Eltern der Kinder sieht es nicht so viel anders mit dem Kontakt zu
Hausschweinen aus, da sich auch bei ihnen die einzige Begegnung mit Schweinen und Ferkeln
auf dem Gelände von Supermärkten an deren Fleischtheken abspielt. Das war nicht immer
so.
Als Ahne unseres heutigen Hausschweins gildet unbestritten das
Wildschwein, welches einst wie heute in Wald, Feld und Flur anzutreffen ist.
Wildschweine gehören zur
Familie der echten Schweine, die zuweilen auch als altweltliche Schweine und mit dem
lateinischen Namen Sus scrofa bezeichnet werden. Wildschweine gehören zur Ordnung der
Paarhufer und sind ebenso wie unsere heutigen Hausschweine Allesfresser. Ihr
Verbreitungsgebiet erstreckte sich ursprünglich über ganz Europa bis Nordafrika und
weiterhin über viele Gebiete Südostasiens. Heute ist das Wildschwein beinahe weltweit
verbreitet, wobei die Aussetzung und Ansiedlung von Wildschweinen durch den Menschen
vermutlich eine wesentliche Rolle spielte.
In Mitteleuropa halten sich Wildschweine vorwiegend in Laubwäldern und Mischwäldern auf
und sind als Folge des Jagdrucks vorwiegend dämmerungsaktiv bzw. nachtaktiv. Dort wo der
Jagdruck fehlt, sowie sonstige Störungen durch menschliche Einflüsse ausbleiben, können
auch tagaktive Wildschweine beobachtet werden. |

© H. Müller | Ein Wildschwein
im Tierpark von Stendal
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In soweit in ausreichenden Mengen vorhanden, ernähren sich
Wildschweine gern von Eicheln und Bucheckern. Darüber hinaus sind Wildschweine dafür
begannt, dass sie bei der Nahrungssuche den Boden aufbrechen und nach fressbaren Wurzeln,
Würmern, Insektenlarven, Pilzen und nicht zuletzt Kartoffeln durchwühlen. Doch auch die
eine oder andere Pflanzen- und Blumenart verschmähen Wildschweine nicht und scheuen sich
ebenfalls nicht vor der Verwertung von Aas oder Abfällen in der Nähe menschlicher
Siedlungen. Ein Komposthaufen in einer Kleingartenanlage kann somit von Wildschweinen
durchaus als eine Einladung verstanden werden, bei der Bearbeitung des Gartens behilflich
zu sein.
Durch das Umwühlen von bestellten landwirtschaftlich genutzten Flächen, können
Wildschweine erhebliche Schäden verursachen. Der Nutzen, den Hausschweine für die
landwirtschaftliche Tierhaltung erbringen, ist jedoch um ein Vielfaches höher, so das
eigentlich kein Bauer ein Recht hätte, sich über die Existenz von Wildschweinen und
Hausschweinen zu beschweren, denn ohne Wildschweine gäbe es keine Hausschweine.
Gleich ob Wildschwein oder Hausschwein, um sich richtig sauwohl zu fühlen, muss für
Schweine die Gelegenheit bestehen, sich ab und an im Schlamm zu suhlen. Im Gegensatz zu
den Verhaltensweisen von kleineren menschlichen Ferkeln, dient bei den Wildschweinen diese
Verhaltensweise nicht dazu die Mutter zu verärgern, sondern der körperlichen Hygiene und
zum Teil wohl noch der Wärmeregulierung in den Sommermonaten. Nach dem der Schlamm auf
dem Fellkleid getrocknet ist, suchen Wildschweine einen in der Nähe der Suhle gelegenen
Malbaum auf. An diesem Malbaum scheuern sich die Wildscheine die getrocknete
Schlammschicht wieder ab. Zusammen mit der Schlammschicht werden dabei in der
Schlammschicht eingetrocknete Parasiten mit entfernt.

© H. Müller | Hängebauchschwein |
Vom Wildschwein
sind mehr als 20 Unterarten bekannt, vom Haus- schwein mehr als 700 Rassen, von denen
allerdings mehr als 200 bereits wieder vom Aussterben bedroht sind. Zu den bekanntesten
Rassen zählt unter anderem das vietnamesische Hängebauch- schwein. Von
landwirtschaftlicher Bedeutung sind weltweit jedoch nur sehr wenige Rassen.
Foto: Kreuzung - asiatisches Zwergschwein
mit Minischwein im Tierpark von Stendal |
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