Nur der Vogel
denkt nicht, sondern handelt instinktiv und dennoch handelt es sich hier eher um ein auf
Nützlichkeit ausgerichtetes Verhalten. Die Nützlichkeit bzw. Nutzwert kann der
Nahrungsaufnahme dienen, der Erhaltung des Reviers, der Weitergabe von Genen, oder der
Befriedigung von anderen Trieben.
Beim Menschen ist dieses Verhalten leicht selbst für jeden Einzelnen nachprüfbar. Bei
jeder Handlung, die ein Mensch tätigt, braucht sich selbiger nur die Frage zu stellen,
warum er diese Handlung tätigt. Wer sich hierzu einen Notizzettel auf den Nachtisch
bereit legt, sollte sich als erstes des Morgens nach dem Erwachen die Frage stellen, warum
er ein Bein aus dem Bett bewegt. Die Gründe hierfür können vielfältig sein, zum
Beispiel um als Belohnung keinen Harndrang mehr zu verspüren. Vielleicht auch, um wenig
später den Weg zur Arbeit anzutreten oder um sich als Belohnung einen schönen Tag zu
machen. Doch auch der Weg zur Arbeit verspricht eine finanzielle Belohnung am Monatsende.
Stimmt diese finanzielle Belohnung nicht mit der aufgewendeten Energie überein, bekommt
kaum ein Mensch ein Bein aus dem Bett. Ausnahmen gibt es, zum Beispiel, weil die
finanzielle Seite nicht als ausschlaggebende Belohnung betrachtet wird, sondern der
soziale Kontakt mit anderen Menschen oder berufliches Vorwärtskommen als Belohnung
betrachtet wird. Ohne den geringsten finanziellen oder sozialen Vorteil, würden sich
normal veranlagte Menschen jedoch nach dem Wasserlassen und Frühstücken vermutlich
wieder zu Ruhe legen.
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Somit lässt
sich behaupten, erst durch das Nützlichkeitsdenken wird eine Motivation beim Menschen
ausgelöst, um eine Handlung zu tätigen. Die Motivation ist wiederum an ein auf Belohnung
ausgerichtetes Ziel gebunden. Ist beides für den Menschen bei einer von ihm erwarteten
Handlung nicht erkennbar, so wird er diese Handlung nicht ausführen, es sei denn aus
Gefälligkeit. Die Ausführung einer Gefälligkeit, die eigentlich nicht seinem
Nützlichkeitsdenken entspricht, ist jedoch auch wieder mit einer erwarteten Belohnung
verbunden, zum Beispiel in Form von Lob oder Annerkennung. Werden Gefälligkeiten jedoch
ausgeführt, die weder dem eigenen Nützlichkeitsdenken entsprechen, noch mit einer
Belohnung in anderer Form verbunden sind, so kann die Belohnung auch in der
anschließenden Ruhe vor Mitmenschen liegen. Ist auch diese Ruhe nicht gegeben und
bestimmen diese Gefälligkeitshandlungen mehr als das Nützlichkeitsdenken das Tun und
Handeln eines Menschen, so wird dieser Mensch früher oder später in einer seelischen
Krise enden.
Folglich, stimmen die Handlungen eines mehrheitlich nicht mit seinem
Nützlichkeitsdenken überein oder erkennt er in seinen Handlungen stetig keine Nutzen
für sich, leidet seine Psyche mit der Zeit erheblich unter diesen Widerspruch zwischen
seinen Handlungen und deren Nützlichkeit.
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