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Farbmäuse
als Heimtiere
Vom Labortier zum Heimtier
Die Hausmaus ist für die private Heimtierhaltung eher ungeeignet.
Anders ist es um die Farbmaus bestellt. Bei den Farbmäusen handelt es sich um
domestizierte Formen der Hausmaus. Farbmäuse sind in den unterschiedlichsten
Farbvarianten erhältlich. Die Züchtung von farbigen Mäusen ist keine Erscheinung der
Neuzeit, sondern bereits aus dem alten Ägypten und China bekannt. Ebenso wurden bereits
vor Jahrhunderten in Japan so genannte Tanzmäuse gezüchtet. Im Gegensatz zur Farbmaus
liegen jedoch bei der Tanzmaus durch Inzucht geförderte genetische Hirnschäden vor, die
erst zu dem absonderlichen Tanzverhalten der Mäuse führen. Erwerb, Haltung und Zucht von
Tanzmäusen ist aus besagtem Grunde abzulehnen. In Europa waren es zuerst die Engländer,
die sich speziell seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Zucht von farbigen Mäusen
beschäftigten. Mit zunehmendem Bedarf der Pharmaindustrie sowie anderen
Forschungseinrichtungen an Versuchstieren, fanden Farbmäuse im 20. Jahrhundert eine
weltweite Verbreitung in Laboratorien. Wie sinnvoll Tierversuche sind und in wie weit
moralisch mehr als nur bedenklich, steht dabei auf einer anderen Seite.
Farbmäuse als Heimtiere zu halten, stellt zwar keine höheren
Anforderungen an den Halter, als vergleichsweise viele andere Arten von Nagern, als
Schmusetier für kleinere Kinder sind sie dennoch ungeeignet. Obwohl es sich bei den
Farbmäusen um friedfertige Tiere handelt, können sie ein zu aufdringliches Kind schon
einmal in den Finger zwicken, vor allem dann, wenn sie ihre Ruhe haben möchten.
Wichtig, Farbmäuse sind gesellig lebende Tiere und sollten nie einzeln gehalten werden.
Vorsicht ist einem unerfahrenen Halter mit unkastrierten Böcken anzuraten, nicht nur
wegen des unerwünschten Nachwuchses wegen, welcher sich schnell einstellen könnte.
Böcke tragen auch Rangordnungskämpfe aus, die nicht selten blutig enden.

Quelle: Hemera / Eine Farbmaus mit Futter |
Im
einschlägigen Fachhandel ist spezielles Mäusefutter erhältlich, welches jedoch nicht
ausschließlich verfüttert werden sollte. Einfache Haferflocken bieten ebenfalls eine
solide Ausgangsbasis, wenn diese zeitweilig nur als Grundlage dienen und nicht als
alleiniges Futtermittel. Zusätzlich könnte Hirse gereicht und betreffend des
Vitaminbedarfs sollte Obst und Gemüse angeboten werden. Nicht alle Mäuse erfreuen sich
an Grünzeug, so das es bei Obst und Gemüse auf einen Versuch ankommt. |
Sonnenblumenkerne oder Müsli können das Futterangebot gelegentlich
abrunden und da Hausmäuse Insekten nicht verschmähen, so können den Farbmäusen
gelegentlich auch mal Mehlwürmer angeboten werden.
Zur Unterbringung von Farbmäusen eignen am besten nicht zu kleine Käfige. Man bedenke,
diese kleinen Nager können sehr gut klettern und nicht minder gut springen, die
Käfiggröße sollte deshalb in der Länge nicht unter 80 bis 100 cm liegen, Breite und
Höhe 60 bis 70 cm nicht unterschreiten. Da Farbmäuse wie ihre Verwandten nach
Schlupflöchern suchen, so würden sie sich auch durch die Gitterstäbe von Käfigen
zwängen. Um dieses zu verhindern, sollte der Abstand der Gitterstäbe 6 bis 8 mm nicht
überschreiten. Eine Unterbringung von Farbmäusen in Aquarien, Vitrinen oder ähnlichen
ist für Farbmäuse ungeeignet, da hier weder ein ausreichender Luftaustausch
gewährleistet ist, noch die Seitenwände bekletterbar sind.
Weiterhin sollte die Einrichtung nicht nur abwechslungsreich sein, sondern den Mäusen
auch Gelegenheit bieten, sich über mehrere Ebenen über Äste oder Seile zu bewegen. Auf
keinen Fall sollte ein kleiner Rückzugsraum fehlen. Ob ausgehöhlte Kokosnüsse mit
Einschlupfloch oder ähnliche Varianten, liegt sicherlich im Spielraum des Mäusehalters.
Wichtig ist nur, die Mäuse nehmen die Rückzugsmöglichkeiten an, fühlen sich wohl und
es werden keine Kunststoffutensilien für die Inneneinrichtung verwendet. Als Einstreu
können handelsübliche Materialien verwendet werden, insofern diese nicht stauben. Eine
kleine Ecke mit Sand, eventuell in einer flachen Schale, sollte ebenfalls nicht fehlen.
Wichtig ist natürlich, wie stets bei jeglicher Art von Heimtieren und Heimtierhaltung,
eine regelmäßige Reinigung des Quartiers. Werden diese Punkte beherzigt, so dürfte dem
kleinen Mäuseglück kaum noch etwas im Wege stehen.
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