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Wesen und
Verhalten von Katzen
Räuber auf Samtpfötchen
Das Wesen von Katzen hat seit jeher Menschen fasziniert und ihr
Verhalten gibt noch heute einigen Menschen zuweilen Rätsel auf. Doch so sehr
ungewöhnlich ist das Wesen und Verhalten von Katzen nun wieder auch nicht. Zumindest dann
nicht, wenn der Leser oder Katzenhalter sich darin erinnert, dass Katzen nun einmal
Raubtiere sind. Anders als Hunde, die sich dem Menschen als Rudelführer unterordnen,
behält eine Katze ihr Leben lang eine gewisse Eigenwilligkeit. Diese Eigenwilligkeit
entspricht einem in Variationen weit verbreiteten Verhaltensmuster, welches in der Natur
bei den unterschiedlichsten kleinen und großen Raubkatzen vorzufinden und von Nöten ist,
um bei der Pirsch und Jagd erfolgreich zu sein. Auch wenn nach Jahrtausenden der
Domestizierung einige Verhaltenseränderungen gegenüber den Wildkatzen feststellbar sind,
dennoch bleiben Katzen kleine Räuber auf Samtpfötchen, die das Mausen nicht lassen
können.
So gesehen sollte eine Hauskatze als das betrachtet und behandelt
werden was sie ist, als eine Raubkatze, die sich selbst überlassen, von Raubzügen
ernähren müsste, um zu überleben. Doch leider, der Mensch neigt oftmals dazu das Wesen
und Verhalten von Tieren zu vermenschlichen. Es werden zuweilen vom Halter Anforderungen
an ein Heimtier gestellt, die selbiges kaum erfüllen kann, ohne das die Lebensqualität
Einschränkungen unterworfen wäre. Aufklärung allein reicht hier oftmals nicht aus, da
auch unser Unterbewusstsein kräftig mitmischt. Nicht nur dann, wenn bei älteren
Tierhaltern ein Heimtier in die Rolle eines Sozialpartners schlüpfen soll, mischt das
Unterbewusstsein kräftig mit.
Als Spielgefährte für Kinder kommt noch von der Schildkröte, über Hamster, Hund und
Katze beinahe jedes Tier in Frage. Anders bei vielen älteren Personen, insofern der
Wunsch nach einem Sozialpartner mitbestimmend bei der Anschaffung ist. So sind Katzen bei
alleinstehenden Frauen beliebter und häufiger anzutreffen als bei alleinstehenden
Männern. Der Grund dafür wird nicht jeder Tierhalterin gefallen, sollte hier dennoch
angesprochen werden, da er mit dem Wesen und Verhalten von Katzen verbunden ist.
Vor der Katze noch einige Worte zum Hund. Ein alleinstehender Mann kommt mit einem Hund
oftmals besser als Sozialpartner klar als mit einer Katze. Instinktiv vom Unterbewusstsein
gesteuert möchte ein Mann ja, dass so ein Sozialpartner kaum eigene Wege geht, möglichst
aufs Wort hört, sehr anhänglich und (nach menschlichen Empfinden) treu ist, nur gelobt
und gestreichelt werden muss, wenn dem Hundehalter danach zu mute ist. Somit über viele
Vorzüge verfügt, die ein Teil der Männerwelt stetig mehr vermisst, auch wenn es die
wenigsten Männer bei einer Befragung zugeben würden.
Eine Katze hingegen ist unabhängiger, hört schlechter auf Kommandos und möchte ab und
an gestreichelt und gepflegt werden. Somit der richtige Sozialpartner für eine
alleinstehende Frau, die ja gewohnt ist, das ein Mann eigene Wege geht, auf ihre Meinung
kaum hört, dafür ab und an Streicheleineinheiten benötigt. Ein angenehmes hübsches
Äußeres ist in jedem Fall noch wünschenswert für beide Arten von Sozialpartnern. Da wo
der Wunsch nach Enkelkindern unerfüllt blieb, passen Katzen aus den unterschiedlichsten
Gründen in gewisser Hinsicht auch besser in diese Rolle eines Sozialpartners.
Ein wenig zugespitzt waren diese beiden vorausgehenden Beispiele schon, jedoch sollten
diese auch nur verdeutlichen, dass dort wo ein Heimtier als Sozialpartner gehalten wird,
unser Unterbewusstsein bei der Vermenschlichung von Tieren mitwirkt. Diese Mitwirkung wird
zuweilen auch dadurch erkenntlich, dass Selbstgespräche zum Teil nicht mehr nur mit
fiktiven Personen abgehalten werden, sondern ein Heimtier dem Halter als Ansprechpartner
dient, mit dem die eine oder andere Diskussion geführt wird. Ein Heimtier versteht zwar
nicht den Sinn, jedoch können Hunde und Katzen vom Wesen her besehen schon aufmerksame
Zuhörer sein.
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