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Katzenrassen
und Rassekatzen
Entstehung und Einteilung der Rassen - Teil I
Mit seiner Sesshaftwerdung begann der Mensch Wildkatzen in seiner Nähe
zu dulden, später zu domestizieren. Katzen stellen Mäusen nach und eben diese
Verhaltenweise war es, welche der Mensch an den Katzen schätzen lernte, da Mäuseplagen
konnten mit Hilfe der Hauskatze zumindest eingedämmt werden konnten. Eine spezielle
Zuchtauswahl wird in jener Zeit nicht erfolgt sein und erfolgt bei der gemeinen Hauskatze (Felis
silvestris forma domestica) bis auf den heutigen Tag nicht. Kater und Katzen, die
genügend Mäuse fingen, waren am besten genährt und hatten die größten Aussichten sich
fortzupflanzen. Vom Prinzip ist es bis heute so geblieben, nur das Katzen in unseren Tagen
etwas mehr an zusätzlichen Futter vom Menschen gereicht bekommen.
Ab wann Katzen gezielt durch menschliche Auslese gezüchtet wurden, ist schwerlich
nachvollziehbar. Da Katzen im alten Ägypten und anderen frühen Kulturen verehrt wurden,
dürfte bei Palast- und Tempelkatzen eine Auswahl erfolgt sein. Immerhin wurden Katzen im
alten Ägypten, laut ebenso alten Schilderungen, in heiligen Räumen zuweilen gesalbt und
gefüttert. Eine Ehre, die sicherlich den Katzen der einfacheren Bevölkerungsschichten
nicht zuteil wurde, auch wenn Katzen allgemein als heilige Tiere galten und es von den
Menschen im alten Ägypten als eine Sünde betrachtet wurde, eine Katze grundlos zu
töten. Priester durften hingegen Katzen der Katzengöttin Bastet opfern.[1] Diese Katzen wurden dann
einbalsamiert und standesgemäß beigesetzt.
Weiterhin wurden Katzen nach alten Abbildungen zumindest gelegentlich mit Halsbändern
versehen und an Leinen ähnlich Hunden ausgeführt. Diese Ehre dürfte ebenfalls nur
Katzen mit einer gewissen Anmut zugestanden haben, in Abhängigkeit vom sozialen Status
ihres Halters. Das Ritual der Mumifizierung von Katzen war hingegen so weit verbreitet,
dass es vermutlich mehr oder weniger von allen Schichten der Bevölkerung praktiziert
wurde.[2]
Möglicherweise sind hier Vergleiche mit der Falknerei in der arabischen Welt hilfreich,
wo es nicht nur auf das Äußere eines Falken ankommt, sondern mehr noch auf dessen
Jagderfolge. Die alten Ägypter werden mit Sicherheit Katzen lieben gelernt haben, weil
diese effizient bei der Jagd auf Mäuse und Ratten waren. Die Verehrung der Katzen war
dann mehr oder weniger nur noch eine Folgeerscheinung, wobei das verwandtschaftliche
Verhältnis zu den Löwen begünstigend mit beigetragen haben könnte, da auch der Löwe
ein heiliges Tier war. Nur mit Rassekatzen nach heutigen Standards hatten damalige Katzen
vermutlich noch wenig gemein, obwohl es bereits Unterschiede gab. Zumindest kann als
gesichert angesehen werden, dass es in alten Kulturen bereits Katzen mit unterschiedlicher
Zeichnung des Fells gab, wie Darstellungen auf antiken Mosaiken und Reliefs verraten.
Ab dem 16. Jahrhundert gibt es bildliche und schriftliche Überlieferungen, wonach sich
Katzen zumindest in der Färbung des Fells bereits deutlich von Region zu Region
unterschieden. Einige alte Katzenrassen, wie zum Beispiel die Perserkatze oder die
Siamkatze gab es mit ziemlicher Sicherheit bereits im Mittelalter. Eine Zucht von
speziellen Katzenrassen begann indessen erst vor gut 200 Jahren, wobei England als das
Mutterland der beginnenden Zucht von Rassekatzen angesehen werden kann. Gesichert ist,
dass im Jahre 1871 die erste Rassekatzenschau der Welt stattfand.
Seit Beginn der gezielten Zucht von Rassekatzen entstanden zwar viele
Rassen, anders als beim Haushund wurde jedoch der Typus nicht gezielt nach den
Gebrauchseigenschaften züchterisch verändert. Eine gemeine Hauskatze (gemein steht
für gewöhnlich und sollte nicht mit menschlichen Wesenzügen verwechselt werden.)
sollte Mäuse fangen, eine Rassekatze hingegen der Halterin oder dem Halter als Heimtier
mehr oder weniger Freude bereiten. Einige Katzenrassen vereinen beide Aufgabengebiete
problemlos in sich. Mit der voranschreitender Vereinsamung älterer Menschen wird auch die
Rolle der Katze als Sozialpartner gewichtiger, wobei sich für dieses Aufgabengebiet
Hauskatzen nicht minder eigen als Rassekatzen.
Da bei der Züchtung von Rassekatzen die Gebrauchseigenschaften nicht berücksichtigt
wurden, so unterscheiden sich die jeweiligen Rassen auch nur in den Eigenschaften des
Fells (Länge, Dichte und Farbe), gegebenenfalls noch in der Köpergröße, sowie
teilweise in der Form des Kopfes.
Innerhalb der biologischen Systematik werden Individuen, die einer Familie oder
Unterfamilie angehören und sich in wesentlichen Merkmalen nicht mehr weiter
differenzieren lassen, als Art bzw. Spezies bezeichnet. Weichen Arten im äußeren
Erscheinungsbild regional geringfügig von einander ab, erfolgt eine Aufteilung in
Unterarten bzw. Subspezies. Anders bei gezüchteten Rassen. Da alle Rassen von einer
einzigen Spezies abstammen, es maximal zu Einkreuzungen einer oder mehrer Subspezies kam,
kann hier keine weitere Unterteilung in Arten erfolgen. Statt Art erfolgt hier eine
weitere Untersteilung in Rassen. Bei der Hauskatze verhält es sich nicht anders. Alle
Hauskatzen und Rassekatzen stammen von der Afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris
lybica) ab, was durch neuere genetische Untersuchungen bestätigt wurde.
Wie viele Katzenrassen gibt es eigentlich?
Eine Frage, die gelegentlich gestellt wird, lautet in etwa: "Wie viele Katzenrassen
gibt es eigentlich?"
Antwort: In den letzten 200 Jahren wurden rund 100 verschiedene
Katzenrassen gezüchtet, wobei einige Rassen sich nur unwesentlich unterscheiden. Auch
werden nicht alle Katzenrassen von allen Verbänden bzw. Vereinigungen als eigenständige
Rassen anerkannt. Für jede anerkannte Rasse muss von einem Verband ein Rassestandard
herausgeben werden. Eine der größten Vereinigungen ist die WCF (World Cat
Federation), die laut Liste (Stand: 2009) Rassestandards für 66
Katzenrassen herausgegeben hat. Weiterhin wird zwischen anerkannten und zugelassenen
Katzenrassen unterschieden. Hier führt die WCF eine Liste, nach der 53 Katzenrassen
anerkannt und weitere 46 Rassen lediglich zugelassen sind (Stand: 2009). Die
World Cat Federation ist in Deutschland registriert und versteht sich als Dachverband für
viele weitere Vereine, Clubs und Verbände weltweit.
Ein Beispiel: Die American Shorthair wird in der Liste des WCF als
zugelassene Katzenrasse geführt, ist jedoch nicht als anerkannte Katzenrasse (Stand:
2009) vermerkt. Die komplette Liste der anerkannten und zugelassenen Katzenrassen
können Sie auf folgender Seite einsehen und steht auch als PDF zum Download bereit:
Katzenrassen: www.wcf-online.de/de/php/all_breeds.php
Wie bereits weiter oben vermerkt, wurden Katzen nicht wie Hunde
entsprechend der gewünschten Gebrauchseigenschaften gezüchtet, so dass eine Einteilung
in Kategorien und Rassegruppen nach anderen Kriterien erfolgen musste. Allgemein ist heute
eine Einteilung entsprechend den Eigenschaften ihres Fells in den drei Kategorien
Kurzhaarkatzen, Halblanghaarkatzen und Langhaarkatzen üblich, doch dazu auf den nächsten
Seiten mehr, auf denen wir Ihnen auch typische Vertreter der jeweiligen Kategorie
vorstellen.
weiterlesen: Einteilung
von Katzenrassen - Teil II
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