Heimtiere und Haustiere - Hauskatzen und Rassekatzen
Hunde Katzen Vögel Nager Nutztiere Sonstige Tierschutz Magazin
- Home -
Literatur zum Thema
Tierbedarf & Zubehör
Navigation
  

Weitere
Katzenthemen

Sytematik des Katze

***

Katzenfutter selbst zubereiten

Artgerechte Ernährung von Katzen II

Ob Tütensuppen oder Fertiggerichte in Schalen und Dosen, für Singles oftmals die einzige warme Mahlzeit am Tag im Alltagstrott. Nur die wenigsten Alleinstehenden bereiten sich die Mühe, für sich allein ein Festtagsmenü zu kochen. Dennoch weiß ein jeder Single die Vorzüge einer deftigen und liebevoll zubereiteten Mahlzeit zu schätzen. Der eine oder andere Katzenliebhaber fragt sich zuweilen ebenfalls, ob er nicht lieber das Katzenfutter selbst zubereiten sollte, statt stetig nur auf Fertigfutter zurückzugreifen.
Die Beweggründe für eine derartige Fragestellung mögen unterschiedlich sein, die Antworten sind es auf jeden Fall. Unabhängig von den Beweggründen, es gibt praktisch keinen vernünftigen Grund, der dagegen sprechen würde die Zutaten für eine Katzenmahlzeit käuflich zu erwerben, um aus diesen Zutaten das Katzenfutter selbst zuzubereiten. Nur eine Kosteneinsparung ist damit sicherlich kaum verbunden und sollte auch nicht das treibende Motiv bei den eigenen Überlegungen und bei einer Entscheidung sein.

Die Ansicht, dass praktisch jeder Halter das Futter für seine Katzen selbst zubereiten könnte, teilen nicht alle Katzenexperten. Einige besorgte Stimmen äußern in diesem Zusammenhang, dass Haus- und Rassekatzen nur mit Fertigfutter vollwertig ernährt werden könnten. Weiterhin sollen Statistiken belegen, dass sich die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauskatzen seit der Markteinführung von Fertigfutter erhöhte. Was sollte ein Katzenhalter von derartigen Ansichten und Aussagen halten?

Zum Teil sind diese Ansichten und Aussagen begründet, jedoch nur zum Teil. So sollen zwar einige Statistiken belegen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauskatzen seit den 1960er Jahren gestiegen ist, doch diesen Anstieg nur mit der Verwendung von Fertigfutter in Verbindung bringen zu wollen, wäre recht einseitig.
Unbestreitbar ist, dass eine stetige Verfütterung von Essensresten der Gesundheit von Katzen abträglich ist. In dieser Beziehung erfolgte ein Umdenken seit den 1960er Jahren. Essensreste enthalten viele für die Katze erforderliche Aufbaustoffe nicht oder nur in unzureichenden Mengen, dafür jedoch für Katzen unverträgliche Gewürze und andere schlecht verwertbare Bestandteile. Würde eine Gruppe von Katzen stetig mit Essenresten und eine zweite Gruppe stetig mit Fertigfutter gefüttert, würde mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ergebnis lauten, dass eine Verfütterung von Fertigfutter der Katzengesundheit zuträglicher ist. Dennoch wäre es recht einseitig, eine erhöhte Lebenserwartung nur auf Fertigfutter zurückführen zu wollen.
Mit Sicherheit spielen in diesem Zusammenhang auch die Fortschritte in der veterinärmedizinischen Versorgung eine nicht unerhebliche Rolle. Hinzu kommt ein Umdenken bei den Katzenhaltern. Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war es für die Mehrheit der Katzenhalter keine Selbstverständlichkeit, mit einer alternden Katze bei gesundheitlichen Problemen zum Tierarzt zugehen. Die Menschen in dieser Zeit hatten ganz andere Sorgen. Es war eine Zeit, in welcher der Verlust von Angehörigen beklagt wurde, ein Katzenleben hingegen nicht viel zählte.
Für ein Haustier reichte es völlig aus, ein Dach über dem Kopf zu haben und täglich so viel an Futter zu erhalten, damit es nicht verhungert. Ob ein Heimtier dabei in einem viel zu kleinen Käfig in Einzelhaltung ohne den Kontakt zu Artgenossen ein trostloses Dasein fristete, darüber machte sich kaum ein Heimtierhalter Gedanken. In Zoos und Tiergärten sah es nicht wesentlich besser aus. Gedanken über eine artgerechter Haltung und Fütterung von Heim- und Haustieren begannen sich erst langsam zu entwickeln. Doch zurück zum eigentlichen Thema.

Mag sein, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen gestiegen ist. Die Meinung, dass nur industrielle Fertignahrung vollwertig wäre, sollte dennoch auf keinen Fall kritiklos übernommen werden. Eher mit einer Gegenfrage beantwortet werden. Seit wann wird diese Auffassung vertreten? Seit dem die Produzenten von Tierfutter den Absatzmarkt im Heimtierbereich für sich entdeckten und die Händler mit an den Umsatz verdienen. Doch seit dem Beginn der Domestizierung der Wildkatze zur Hauskatze sind rund 9.000 vergangen. Diesen Zeitraum überlebten die Katzen auch ohne im Labor getesteter Vollwertnahrung. Der Leser möge sich vorstellen, 9.000 Jahre lang wurden Katzen nur nach Augenmaß und Gutdünken gefüttert, ohne komplizierte Analysen des Futters. Was sich 9.000 Jahre lang bewährte, sollte nun nicht mehr möglich sein?

Diese Frage kann leider in einer gewissen Hinsicht nur mit einem "jein" beantwortet werden. Der Speiseplan einer Katze weicht in erheblichen Umfang vom Speiseplan des Menschen ab. Das was wir nach Augenmaß und Gutdünken verfüttern würden, entspräche oftmals eher dem Bedarf eines Allesfressers und nicht dem eines hochspezialisierten Beutegreifers. Da die Katzen in früheren Jahrhunderten hauptsächlich als Mäusefänger gehalten wurden, gestalteten sie weitestgehend ihren Speisplan selbst und glichen dabei in Eigenregie den Nährstoffbedarf aus. Der Trend, Katzen ganztägig in der Wohnung zu halten, war weniger verbreitet.
Eine Katze, die nur in der Wohnung gehalten wird, kann ihren Bedarf jedoch auch nur über das gereichte Futter decken. Bei Wohnungskatzen kann eine unausgewogene Ernährung leichter zu Mangelerscheinungen führen, als bei einem Freigänger. Wobei nicht gesagt ist, dass ein Freigänger auch wirklich einen Teil seiner Nahrung selbst erbeutet. Junge Katzen müssen den Mäusefang erst erlernen, ältere Katzen werden dafür ab einem gewissen Alter träger. Dennoch besteht auch bei Wohnungskatzen und "faulen" Freigängern kaum eine Gefahr der Unterversorgung, wenn das Katzenfutter selbst zubereitet wird. Voraussetzung ist, es wird so abwechslungsreich wie möglich gefüttert, wobei die Zutaten weniger dem menschlichen Geschmack, als vielmehr der natürlichen Nahrung entsprechen sollten.
Eine weitere Voraussetzung ist, dass in der Nahrung auch alle wesentlichen Stoffe enthalten sind, die eine Katze benötigt, um gesund und bis ins hohe Alter vital zu bleiben. Doch gerade hier mangelt es zuweilen bei einigen selbst aufgestellten Speiseplänen, die mehr den Vorstellungen einer Hausfrau entsprechen, als den tatsächlichen Ansprüchen eines Beutegreifers. Seriöse Futtermittelproduzenten sind hingegen bemüht, Fertigfutter mit allen lebenswichtigen Nährstoffen im optimalen Verhältnis anzureichern. Dazu findet eine Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen statt und ebenso eine Qualitätskontrolle in eigenen Laboren. Dass die Qualität und Zusammensetzung von Fertigfutter in der Regel gut ist, zu diesem Ergebnis kam auch Stiftung Warentest. Bei einem Test im Jahre 2008 wurden 39 Alleinfutter näher unter die Lupe genommen. Von den 39 getesteten Nass- und Trockenfuttersorten wurden nur 3 Produkte als mangelhaft eingestuft, 32 Produkte hingegen als gut komponiert.

Im Fertigfutter sind in der Regel alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten, die eine Katze benötigt. Eine Katze mit Nassfutter und Trockenfutter zu versorgen, ist im Allgemeinen für eine ausgewogene Ernährung sicherer, als selbst aufgestellte, dabei unausgereifte Speisepläne. Doch auch ein Mensch benötigt alle lebenswichtigen Nährstoffe um vital zu bleiben. Nur welcher Mensch lebt täglich nach einer Nährstofftabelle? Diabetiker in der ersten Zeit der Erkrankung vielleicht, später sehen die meisten Zuckerkranken das wesentlich gelassener. Der Rest der Menschheit isst nach Geschmack und Gutdünken. Warum fallen wir nicht alle vor Entkräftung oder Mangelerscheinungen um?

Eine Antwort fällt einfach aus. Weil es absolut nicht darauf ankommt, alle lebenswichtigen Nährstoffe an einem Tag oder mit einer Mahlzeit aufzunehmen. Mal etwas weniger und mal etwas mehr gleicht sich über einen längeren Zeitraum von alleine aus. Bei einer abwechslungsreichen Fütterung, die sich an dem Speisplan von Wildkatzen orientiert, wird es so schnell zu keinen Mangelerscheinungen kommen, auch wenn das Katzenfutter selbst zubereitet wird. Wichtig ist nur, der Speiseplan für Hauskatzen orientiert sich auch an den Speisplan von Wildkatzen.

Speisplan für Hauskatzen « zurück / weiter » Roh oder gekocht?
 

- Magazin -

Tiere in
Heim und Haus

News, Beiträge
und Themen


Haus- und
Rassekatzen

Einleitung
Abstammung
Wesen & Verhalten
Rassekatzen
Speiseplan für Katzen
Katzenfutter
selbst zubereiten
Roh oder gekocht?



Hinweise
und Verweise

Kommentare,
Meinungen & Kritiken


Archiv

Beiträge - Katzen
Übersicht


***