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Sytematik des Katze

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Katzenfutter roh oder gekocht?

Artgerechte Ernährung von Katzen III

Wann der Mensch lernte das Feuer für die Zubereitung von Speisen zu gebrauchen, kann nicht eindeutig belegt werden. Als gesichert gilt lediglich, dass die älteste Feuerstelle, bei der auch verbrannte Nahrungsreste von den Archäologen gefunden wurden, vor rund 700.000 Jahren angelegt wurde.[1] Unumstößlich ist zumindest die Tatsache, dass der Mensch im Laufe der Jahrtausende lernte, dass Feuer zum Braten, Räuchern, Backen und Kochen zu nutzen. Durch das Räuchern wurde Fleisch über längere Zeit haltbar, durch Kochen und Braten schmackhafter und leichter verdaulich. Recht spät hingegen erkannte der Mensch erst, dass durch die Zubereitung und Erhitzung von Speisen viele natürliche und wertevolle Inhaltsstoffe vernichtet werden. Heute wissen wir von dieser Vernichtung wertvoller Inhaltsstoffe, können jedoch nach wie vor sehr gut damit leben, da wir Defizite unter anderem durch den Verzehr von rohem Obst und Gemüse ausgleichen.

Doch wir sind typische Allesfresser und nicht auf ein maßgeschneidertes Nahrungsangebot angewiesen. Anders sieht es bei kleinen und großen Katzen aus, die sich über Jahrmillionen beim Nahrungserwerb auf Beutetiere spezialisierten. Inhaltsstoffe, die hier durch die Zubereitung und Erhitzung der Speisen verloren gehen, sind unweigerlich verloren. Würden wir einer Katze über längere Zeit nur gekochtes Fleisch vorsetzen, würde es unweigerlich bei der Katze zu Mangelerscheinungen führen, insofern die Katze diverse Mängel nicht durch den Fang und Verzehr von Mäusen ausgleichen könnte.

Nur unbedingt darauf verlassen, dass eine Katze regelmäßig Mäuse fängt und verzehrt, um alle Mängel auszugleichen, sollte sich ein Katzenhalter lieber nicht. Nicht jede Katze, die im Freigang gehalten wird, fängt und verzehrt auch wirklich Mäuse. Weiterhin ist ein Freigang während der Eingewöhnungszeit sowie während der Brutzeit von Singvögeln nur unter kontrollierbaren Bedingungen im eingeschränkten Radius möglich. Züchter von Rassekatzen schränken den Freigang von Katzen oftmals ein, um ungewollte Verpaarungen und den Diebstahl edler Tiere zu verhindern. Andere Halter fürchten einfach die Gefahren, denen die Katzen beim Freigang schutzlos ausgeliefert sind.
Zumindest letztere Halter sollten in aller Ruhe ihre Einstellung zur belebten Umwelt überdenken. Hauskatzen ohne triftigen Grund in reiner Wohnungshaltung zu beherbergen, ist wie einem Kind das Spielen an der frischen Luft verbieten zu wollen. Und Gefahren lauern im Leben halt überall, für eine Katze im Straßenverkehr, wie für ein Kind auf dem Spielplatz oder in der Badeanstalt. Kinder würden bei einer unverschuldeten Bestrafung in Form von Stubenarrest meutern, Katzen müssen sich hingegen in ihr Schicksal fügen. Die eine oder andere Katze sitzt dann am Fenster oder vor der Tür und beklagt sich mit Miauen, bevor sie endgültig resigniert und sich mit ihrem Wohnungsleben abfindet oder was noch schlimmer ist, von Herrchen oder Frauchen auf Grund des Miauens einfach entsorgt wird.
Wer unter den Katzenliebhabern seinen Hauskatzen, aus welchen Gründen auch immer, keinen Auslauf gewähren möchte, sollte aus Tierliebe sich entweder keine Hauskatze anschaffen oder eine Katzenrasse wählen, die für eine Wohnungshaltung besser geeignet ist. So eignet sich zum Beispiel die Siamkatze (wird der Rasse zumindest nachgesagt) oder die Perserkatze besser für die Wohnungshaltung, als eine gewöhnliche Hauskatze. Hinzu kommt, dass Katzen nicht ohne den Kontakt zu Artgenossen gehalten werden sollten.

Sei es wie es sei, eine Katze braucht ein vollwertiges Katzenfutter.
Nur sollte dieses Katzenfutter roh oder gekocht serviert werden?

Ein Katzenhalter, der nur gelegentlich für seine Katze aus Spaß an der Freude eine Speise zubereiten möchten, kann diese Extraportion ruhig kochen. Bei einer gelegentlichen Extraportion ist es sicherlich unerheblich, ob eine Speise roh oder gekocht verfüttert wird. Voraussetzung ist jedoch, die Katze wird in der restlichen Zeit mit ausgewogenen Menüs aus Fertigfutter versorgt. Wer jedoch die Rationen aus Fertigfutter kürzen möchte, um eine Katze auf eigene Menüs umzustellen, sollte bedenken, dass jeder Kochvorgang ein chemischer Prozess ist. Dieser chemische Prozess bewirkt Veränderungen auf molekularer Ebene.

Für eine ausgewogene Ernährung einer Katze sind Proteine (Eiweiße) wichtig. Proteine sind im Fleisch einschließlich der Innereien, weiterhin in Milch und Eiern enthalten. Beim Erhitzen wird die molekulare Struktur der Proteine verändert. Der Fachmann würde beim Kochvorgang von einer Denaturierung sprechen. Die Hausfrau weiß zumindest, wie ein Hühnerei vor und nach einem Kochvorgang von der Konsistenz her beschaffen ist.
Weiterhin benötigt eine Katze Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Vitamine und Mineralien sind jedoch wasserlöslich und werden darüber hinaus noch beim Kochvorgang beschädigt. Besondern anfällig auf Erhitzung soll Vitamin C reagieren, wobei davon auszugehen ist, dass ein längerer Kochvorgang mit der vollständigen Zerstörung dieses lebenswichtigen Vitamins endet. Vitamin C ist für die Aufrechterhaltung des Immunsystems und für weitere Zellfunktionen äußerst wichtig. Obwohl eine Katze Vitamin C in geringen Mengen durch körpereigene Funktionen bildet, reicht diese Menge nicht aus und die Katze ist auf die zusätzliche Aufnahme von Vitamin C angewiesen. Selbstverständlich benötigt eine Katze auch alle weiteren Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, deren Konzentration sich beim Kochvorgang verringerte.

Die Futtermittelindustrie hat sich darauf eingestellt und gleicht fehlende Proteine, Fette, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente durch Zusätze aus. Dass dabei vor allem beim Trockenfutter fehlende tierische Proteine durch pflanzliche Kohlenhydrate ersetzt werden, ist ein Punkt, über den bereits viel diskutiert wurde. Doch im Gegensatz zur Futtermittelindustrie verfügt ein Hobbykoch weder über die erforderlichen Mittel, noch über ein Labor, um gekochtes Katzenfutter auf ähnlicher Weise zu optimieren.
Wer dennoch das Futter für seine Katzen stets selbst zubereiten möchte, sollte sich aus den erwähnten Gründen mit der Barf-Methode vertraut machen. Barf steht für "Biologisches Artgerechtes Rohes Futter". Ob ein Katzenhalter dabei nur nach der Barf-Methode seine Katzen füttert oder nur teilweise, bleibt letztendlich jedem Halter selbst überlassen. Eine roh zubereitete Katzenmahlzeit ist für Katze zumindest nahrhafter als ein gekochtes Katzenmenü.

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Anmerkung zu 1: Die Fundstelle liegt im heutigen Israel und wird mit dem Homo erectus in Verbindung gebracht. Beim Homo erectus handelt es sich um einen Frühmenschen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit ein gemeinsamer Vorfahre vom Neandertaler und vom Homo sapiens war, somit zu unseren entfernteren Vorfahren zählt.

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