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Kastration
oder die Pille für Katzen?
Vorteile, Nachteile und Nebenwirkungen
Ob wild lebende Tierarten, Heimtiere oder Haustiere, eines haben alle
Tierarten mit dem Menschen gemeinsam, den Trieb sich fortzupflanzen und Nachkommen zu
zeugen. Während in einigen hochentwickelten Industrieländern seit Jahrzehnten dank Pille
und anderen Verhütungsmitteln ein Geburtenrückgang zu beklagen ist, verhält es sich in
vielen anderen Ländern völlig entgegengesetzt und die menschliche Weltbevölkerung
wächst in einem Schwindel erregendem Tempo. Bleiben wir in Deutschland, hier lag im Jahre
1978 die Sterberate erstmalig höher als die Geburtenrate, erholte sich in Folgejahren
zwar wieder, ist jedoch in den letzten Jahren erneut rückläufig. Diese Entwicklung
trifft jedoch nur für Menschenkinder zu. Die Zahl der gehaltenen Heim- und Haustiere ist
hingegen im Steigen begriffen und mit dieser steigenden Zahl auch die Zahl der
unkontrollierten und ungewollten Geburten. Vor allen bei Katzen tun sich hier Probleme
auf, über die sich jeder zukünftige Halter im Klaren sein sollte, bevor er eine Katze
als Heimtier erwirbt.
Jährlich werden in der Bundesrepublik Deutschland nach Schätzungen
rund 250.00 umherstreunende Katzen durch Jäger abgeschossen und mindestens noch einmal so
viele Katzen oder mehr werden im Straßenverkehr überfahren bzw. angefahren und erliegen
den Verletzungen. Weiterhin ist davon auszugehen, dass Zehntausende von Katzenbabys
jährlich von den Haltern ertränkt oder erschlagen werden, um den unliebsamen Nachwuchs
zu beseitigen. Wer als verantwortlicher Katzenhalter nicht mit zur Steigerung dieses
Elends beitragen möchte, der wird über kurz oder lang vor der Wahl stehen, ob er seine
Katze kastrieren lässt oder ob er einer weiblichen Katze statt einer Operation lieber die
Pille verabreicht. Kastration, Sterilisation, Injektion oder Pille, alle genannten
Möglichkeiten haben Vor- und Nachteile, die im Einzellfall im Gespräch mit dem
jeweiligen Tierarzt abzuklären sind.
Von verschiedenen Seiten, wie Tierschutzorganisationen und Tierärzten, wird die
Kastration empfohlen. Bei einer Kastration werden bei einem Kater die Hoden entfernt und
bei einer weiblichen Katze die Eierstöcke. Beides bringt eine Verhaltensänderung der
Katzen in Bezug auf das Liebesleben mit sich, da dieses zum erliegen kommt. Ein Nachteil
besteht darin, wer nicht mehr auf Freiersfüßen wandelt, wird zuweilen faul und eine
Gewichtszunahme kann die Folge sein. Anders bei der Sterilisation, hier bleiben die
Eierstöcke und die Hoden erhalten und nur der Samenstrang beim Kater bzw. der Eileiter
bei der weiblichen Katze werden durchtrennt. Das Liebesleben der Katzen wird dadurch kaum
beeinflusst, nur so einigen Katzenhaltern behagt die Rolligkeit ihrer Katzen wenig. Dem
gegenüber steht jedoch, dass zu einem arttypischen Verhalten auch das Geschlechtsleben
eines Heimtieres gehört und warum sollte dieses unterbunden werden, wenn mit keinem
ungewollten Nachwuchs mehr zu rechnen ist?
Gleich ob Kastration oder Sterilisation, der operative Eingriff ist verhältnismäßig
gering und hinterlässt praktisch keine sichtbaren Narben. Für Züchter von Katzen kommen
beide Methoden kaum in Betracht, bei diesen geht es nur um die kontrollierte Paarung,
eventuell mit zeitweiliger Unfruchtbarkeit. Hier bietet sich die Pille für Katzen an oder
eine länger wirkende Injektion. Letztere kann durch einen Tierarzt verabreicht werden.
Die Pille ist für den privaten Tierhalter mit dem Nachteil verbunden, dass deren
kontrollierte Verabreichung sich zuweilen nicht ganz so einfach gestaltet. Weiterhin, ob
Injektion oder Pille, in jedem Fall handelt es sich um Hormonpräparate und so wie beim
Menschen nicht jede Frau jede beliebige Pillensorte verträgt, so reagieren zum Teil auch
Katzen mit Unverträglichkeit. Eine eventuell eintretende Nebenwirkung durch die
Unverträglichkeit der Pille kann zumindest bei der einen oder anderen Katze vorkommen,
ist jedoch nicht in jedem Fall für den Katzenhalter rechtzeitig erkennbar.
Ob ein operativer Eingriff, verbunden mit einer Kastration oder Sterilisation, in jedem
Fall einer länger wirkenden Injektion oder der Pille für Katzen vorzuziehen ist, wenn es
sich bei der Katze um kein Zuchttier handelt, kann und soll hier in diesem Rahmen nicht
pauschal beantwortet werden und dieser kleine Beitrag auf dieser Seite kann und soll auf
keinen Fall ein klärendes Gespräch beim Tierarzt nicht ersetzen.
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