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Hunde und die Zwingerhaltung

Über die Vorteile der Zwingerhaltung von Hunden

Bevor ein zukünftiger Tierhalter einen Hund als Heim- oder Haustier erwirbt, gibt es viele Aspekte zu bedenken. Ganz oben auf der Liste der möglichen Punkte sollte dabei die Frage nach einer geeigneten Unterbringung stehen. Bei größeren und lebhafteren Rassen sollte in jedem Fall die Zwingerhaltung der Stubenhaltung vorgezogen werden. Doch selbst viele kleinere Hunderassen, die langläufig als sogenannte Stubenhunde bezeichnet werden, können in der Regel problemlos in einem Hundezwinger untergebracht werden. Im Gegenteil, die Zwingerhaltung stellt für die meisten Hunderassen die bessere Unterbringungsmöglichkeit dar und trägt maßgeblich zur Vitalität und Lebensfreude des Hundes bei. Oder andersherum, könnte sich ein Hund sein Domizil selbst aussuchen, so würde dieser Hund vermutlich wesentlich lieber 9 bis 10 Stunden in einem geräumigen Zwinger mit genügend großen Auslauf und einem geeigneten Unterschlupf verbringen, als selbigen Zeitraum in einer innerstädtischen Wohnung eingeschlossen zu sein.

Was bedeutet eigentlich der Begriff Zwinger? Bereits seit dem Mittelalter ist der Begriff Zwinger geläufig. Reste von alten Stadtmauern sind noch heute vielerorts zu bestaunen und die eine oder andere mittelalterliche Burganlage werden die meisten Leser irgendwann in ihrem Leben einmal besichtigt haben. Viele dieser Befestigungsanlagen bestanden nicht nur aus einer Mauer, sondern in einem gewissen Abstand vor der eigentlichen Hauptbefestigungsmauer befand sich ursprünglich noch eine Zwingermauer. Der freie Zwischenraum zwischen dieser Vormauer und der eigentlichen Hauptmauer wurde als Zwinger bezeichnet. Wie sich dieser Name zusammen setzt, ganz so eindeutig scheint dies nicht zu sein. Entweder weil vermeintliche Angreifer erst einmal diese Vormauer bezwingen mussten, oder und diese Variante ist wahrscheinlicher, weil angreifende Feinde zwischen den beiden Mauern leichter bezwungen werden konnten, da kaum Ausweichmöglichkeiten bestanden.

Wie dem auch sei, auch Bären oder anderes wehrhaftes Getier wurden in eigens dafür erstellten oder gemauerte Begrenzungen gehalten, die ebenfalls seit dem Mittelalter als Zwinger bezeichnet werden. Ein Zwinger bedeute in beiden Fällen somit eine Einfriedung einer freien Fläche, aus dem angreifende Feinde oder wehrhafte Tiere nur schwerlich entweichen konnten. Für die Haltung von Hunden hat sich der Begriff Hundezwinger bis in unsere Tage erhalten.

Die Zwingerhaltung beschert den meisten Hunden gegenüber ihren in der Wohnung gehaltenen Artgenossen in der Regel eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen und verbessert ihre Leistungsfähigkeit. Doch nicht nur das, auch weitere positive Aspekte sind mit der Zwingerhaltung verbunden. Bei Hunden, die ganzjährig in einer Wohnung gehalten werden, gerät oft der biologische Rhythmus durcheinander. Diese Hunde Haaren dann nicht mehr zu einer bestimmten Jahreszeit, wie beim Wechsel von Winterfell zum Sommerfell, sondern mehr oder weniger unregelmäßig über das Jahr verteilt. Fell und Haut verlieren bei vorrangig in der Wohnung gehaltenen Hunden einen Teil ihrer natürlichen Schutzfunktion. Anders bei Hunden in der Zwingerhaltung, die im Frühjahr die dichte Wolle ihres Winterfells aushaaren. Wenn die Temperaturen wieder sinken, so reichern im Zwinger gehaltene Hunde die Fettschicht des Unterhautbindegewebes an und das Haarkleid bildet wieder eine dichtere Unterwolle aus. Beides zusammen schützt den Hund vor winterlichen Temperaturen, auch ohne gestrickte Jäckchen und dergleichen.

Ein weiterer Gesichtspunkt stellt die größere Bewegungsfreiheit im Hundezwinger gegenüber der Wohnungshaltung dar, was sich letztendlich auf die Kondition des Hundes auswirkt. Sicherlich, zusätzlichen Auslauf benötigen Hunde bei der Zwingerhaltung nicht minder als Hunde bei der Wohnungshaltung. Dennoch ist es ein Unterschied, wie der Hund sich in der restlichen Zeit bewegen kann. Um Missverständnissen vorzubeugen, einige Notizen in Stichpunkten.

Nicht artgerecht:
  • Ständige Unterbringung eines Hundes in einem kleinen Zwinger ohne angrenzenden Auslauf und ohne regelmäßigen und ausreichenden Kontakt zu Artgenossen und zu menschlichen "Rudelmitgliedern".

Artgerechte Zwingerhaltung:

  • Haltung in geräumigen Zwinger mit angrenzendem Auslauf, wie ein eingefriedeter Hof oder Garten, wobei die Zwingertür nur zeitweilig bei Bedarf zu verschließen ist, jedoch keineswegs ständig.
     
  • Außerhalb der Ruhezeiten - Zugang zum häuslichen Wohnbereich bei Anwesenheit der menschlichen "Rudelmitglieder".
     
  • Ermöglichung der Kontaktaufnahme zu Artgenossen bei regelmäßigen gemeinsamen Unternehmungen. Bei den Unternehmungen sollte der Aufenthalt an geeigneten natürlichen Gewässern mit eingeplant werden, insofern der Hund gerne ein Bad nimmt.
     
  • In Fällen, in denen die Kontaktaufnahme zu Artgenossen nur bedingt oder selten möglich ist, sollte die Anschaffung eines zweiten Hundes in Betracht gezogen werden.

Nebenbei bemerkt, ab einer gewissen Größe und bei artgerechter Gestaltung des Inneren, plus dem Vorhandensein eines angrenzenden Auslaufs, sollte ein Zwinger nicht mehr Zwinger genannt werden, sondern Gehege. Weiterhin ist die Rudelhaltung von mindestens zwei Hunden der Einzelhaltung vorzuziehen. Mehr zum Thema Zwingerhaltung auf den folgenden Seiten:

» Sonstige Argumente | Hundehütten u. Hundezwinger | Hundehaltung
 

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