Hunde und
Obdachlose
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Der eine oder andere unbedarfte Hundehalter, dessen Hund anscheinend so
rein gar nicht auf Frauchen oder Herrchen hören will, wird sich zuweilen folgende Frage
stellen. Wieso ist das Verhältnis von Obdachlosen zu Hunden oft so gut, obwohl der Halter
den Hunden nicht einmal ein vernünftiges zu Hause bieten kann?
Eine einzige Antwort darauf gibt es nicht, nur einzelne Punkte, die sich jedoch zum
Wohlbefinden eines Hundes und zu einem guten Verständnis zwischen Hund und Halter
summieren können. Unter anderem ist es die Lebensweise von Obdachlosen, die einer
artgerechten Hundehaltung sehr nahe kommt. Für Zweifler folgende Fragen:
Was gibt es Schöneres für einen Hund, als den ganzen Tag mit seinem Herrchen gemeinsam
verbringen zu können und dabei die Gegend zu erkunden? Und was gibt es Schöneres für
einen Hund, wie sich des Abends unter einer Brücke mit anderen Rudelmitgliedern zu
treffen, um gemeinsam die Nacht zu verbringen?
Bleibt da noch die Frage der artgerechten Ernährung. Doch was ist hier artgerecht? Der
Name auf der Verpackung verspricht Qualität, nur Hunde können bekanntlich nicht lesen
und handhaben es deshalb wie ihre Vorfahren. Diese Vorfahren waren es jedoch, die sich
vermutlich dem Menschen und dessen Lagerstätten näherten, lange bevor es Futter in
Konserven gab.
Oder anders ausgedrückt, Hunde lieben zuweilen auch Aas. Ja im Gegenteil, wenn ein
verantwortungsvoller Hundehalter seinen Hund wirklich artgerecht ernähren möchte, sollte
er ihn in regelmäßigen Abständen rohes und leicht vergammeltes Fleisch anbieten.
Wichtig ist dabei, dass dieses Fleisch nicht im Kühlschrank gelagert und keinesfalls
erhitzt wurde. Einige leckere Essensreste und belegte Brote verschmäht kaum ein Hund, nur
die Zutaten sollten keine Gewürze enthalten. Sie brauchen dessen ungeachtet nicht gleich
obdachlos zu werden, nur um ihren Hund artgerecht zu ernähren. Fühlt sich hingegen Ihr
Vermieter vom Geruch des in Verwesung übergehenden Fleisches belästigt, könnten Sie
jedoch über kurz oder lang auch zu den Obdachlosen gehören und das nur weil Sie sich
um eine artgerechte Hundeernährung bemühten.
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