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Was
ist ein Rassehund?
Taxonomie, Stammbaum und Rassen des Haushundes
Vom Haushund existieren hunderte von unterschiedlichsten
kleinen und großen Hunderassen, doch was sind eigentlich Rassen, wie entstanden die
Hunderassen und was sind Rassehunde?
Auf diese Fragen, ebenso auf viele weitere Fragen rund um
das Thema Rassehunde und Hunderassen, möchten wir auf dieser und den nachfolgenden Seiten
etwas näher eingehen.
Verwendung des Rassebegriffs:
Der Begriff
der Rasse wird in der Neuzeit nur noch bei Haustieren und Nutztieren verwendet. Bei
Tieren, die vom Menschen nicht domestiziert wurden, wird eine Einteilung in Rassen
hingegen nicht mehr praktiziert. Insofern eine weitere Unterteilung er- forderlich ist,
wird an Stelle der Rasse der Begriff Unterart oder Subspezies verwendet.
Weiterhin wird der Begriff der Rasse seit vielen Jahrzehnten nicht mehr im Zusammenhang
mit menschlichen Populationen ver- wendet. |
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Doch welche Stellung hat nun eine Rasse in der biologischen
Systematik der Tierwelt? Eine Beantwortung dieser Frage steht mit der Klassifizierung von
Lebewesen im Zusammenhang. Dazu im folgendem Abschnitt mehr.
Taxonomie, Klassifizierungsmethode und biologische Systematik:
Bei wildlebenden und domestizierten Tierarten stimmt die Klassifizierung insoweit
überein, dass eine Spezies einen Artnamen erhält, der sich in die biologische Systematik
mit Hilfe der Taxonomie einordnen lässt. Die Taxonomie entspricht in der Biologie einer
Klassifizierungsmethode für Lebewesen, bei welcher eine Einheit als Taxon bezeichnet.
Eine Einheit bzw. ein Taxon entspricht in der biologischen Systematik wiederum einer
Gruppe von Lebewesen, insofern diese Gruppe sich durch gemeinsame Merkmale von anderen
Gruppen unterscheiden lässt.
Unterhalb dieses Artnamens für eine Spezies gehen Haustiere und Wildtiere "eigene
Wege". So wird bei wildlebenden Tierarten von einer Nominatform (Nominotypisches
Taxon) ausgegangen, die in der Klassifizierung unterhalb des Artnamens folgt.
Variationen einer Art erhalten hingegen einen Zusatz zum lateinischen Namen und werden als
Subspezies bzw. als Unterart klassifiziert. Bei diesen Variationen handelt es sich oftmals
auf eine Region beschränkte Unterarten. Doch auch domestizierte, ebenso wieder
verwilderte Arten, werden als Unterarten bzw. als Subspezies klassifiziert, ohne das eine
weitere Unterteilung in Rassen erfolgt. Nachfolgend einige Beispiele:
| Canis lupus |
Der Wolf |
| Canis lupus lupus |
Der gemeiner Wolf als Nominatform |
| Canis lupus campestris |
Der Steppenwolf |
| Canis lupus beothucus |
Der Neufundlandwolf |
| Canis lupus dingo |
Der Dingo |
| Canis lupus familiaris |
Der Haushund |
Die Klassifizierung des Haushundes in der biologischen
Systematik ergibt folgende hierarchische Auflistung:
| Klassifikation: |
Lebewesen |
| Domäne: |
Eukaryoten (Eucaryota - Zur Domäne der Eukaryoten gehören alle Lebewesen mit Zellkern und
Zellmembran.) |
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| Reich (Regnum): |
Tiere (Animalia) |
| Unterreich (Subregnum): |
Vielzellige Tiere (Metazoa) |
| Abteilung (Divisio): |
Gewebetiere (Eumetazoa) |
| Unterabteilung (Subdivisio): |
Zweiseitentiere (Bilateria) |
| Überstamm (Superphylum): |
Neumünder (Deuterostomia) |
| Stamm (Phylum): |
Chordatiere (Chordata - Tiere mit
inneren Achsenskelett) |
| Unterstamm (Subphylum): |
Wirbeltiere (Vertebrata) |
| Überklasse (Superclassis): |
Kiefermäuler (Gnathostomata) |
| Reihe (Infraphylum): |
Landwirbeltiere (Tetrapoda) |
| Klasse (Classis): |
Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse (Subclassis): |
Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Überordnung (Superordo): |
Nachfahren von Laurasianern (Laurasiatheria) |
| Ordnung (Ordo): |
Raubtiere (Carnivora) |
| Überfamilie (Superfamilia): |
Hundeartige (Canoidea) |
| Familie (Familia): |
Hunde (Canidae) |
| Gattungsgruppe (Tribus): |
Echte Hunde (Canini) |
| Gattung (Genus): |
Wildhunde vom Wolfs- und Schakaltyp (Canis) |
| Art (Species): |
Wolf (Canis lupus) |
| Unterart (Subspecies): |
Haushund (Canis lupus familiaris) |
| Varietät (Varietas): |
Zuchtform/Rasse (forma) |
Wie aus der Klassifizierung gut ersichtlich wird, handelt
es sich beim Haushund um eine Unterart bzw. um eine Subspezies des Wolfes. Da eine weitere
Unterteilung von Unterarten bei Wildtieren im Allgemeinem nicht vorgenommen wird, dennoch
Zuchtformen und Rassen bei domestizierten Tierarten unterschieden werden, werden Rassen
als Varietäten gelistet.
Der Stammbaum des Haushundes:
Um es vorweg zu nehmen, Stammbaum ist nicht gleich Stammbaum! Wolf und Haushund haben
einen gemeinsamen evolutionären Stammbaum, wie viele archäologische Funde und
gentechnische Untersuchungen bewiesen. Dieser evolutionäre Stammbaum des Haushundes hat
jedoch rein gar nichts mit dem Stammbaum eines Rassehundes gemein. Der evolutionäre
Stammbaum gibt zum Beispiel darüber Aufschluss, mit welchen anderen Tierarten ein
Haushund verwandt ist und von welcher Tierart der Urwolf abstammte, insofern über
letzteres archäologische Funde vorlägen und diese Funde sich bedenkenlos einordnen
ließen.
Soweit bekannt, lässt sich bis heute jedoch nicht einmal das Ursprungszentrum der ersten
Wolfspopulationen bedenkenlos eingrenzen. Erwähnt wird in der einschlägigen Literatur
lediglich, dass der Urwolf im Pliozän irgend einer Linie zwischen Rotwolf und Hyänenhund
entsprungen sein könnte, wobei die Betonung auf "könnte" liegt. Wenn es an dem
sein sollte, so könnte der Wolf auf ein stolzes Alter von 2 bis 5 Millionen Jahre
verweisen.
Der Stammbaum eines Rassehundes bezieht sich hingegen auf die direkten Vorfahren und gibt
Auskunft über die Elterntiere und Großeltern eines Haushundes. Er entspricht in etwa
einer Ahnentafel beim Menschen.
Der Halter eines Hundes muss halt auch beweisen können, dass es sich um einen echten
Rassehund handelt, andernfalls würde der Hund nicht zur Weiterzucht zugelassen. Ähnlich
verhält es sich bei Nutztieren, so ist bei Rindern zum Beispiel die Führung eines
Herdbuchs vorgeschrieben.
Bei Hunden wird dieses Dokument als Zuchtbuch bezeichnet. Geführt wird das Zuchtbuch
durch einen Zuchtbuchführer, der vom jeweiligen Rassehundeverein zu wählen ist. Zu den
Eintragungen in diesem Zuchtbuch gehört unter anderem der Name der Welpen, weiterhin das
Wurfdatum und das Geschlecht des Nachwuchses, sowie die Chip-Nummern. Darüber
hinausgehend können in einem Zuchtbuch rassetypische Besonderheiten festgehalten werden,
insofern diese für die Weiterzucht relevant sind.
Der Stammbaum eines Rassenhundes ist somit den Eintragungen des jeweiligen Zuchtbuchs zu
entnehmen. Ein durch den Zuchtbuchführer beglaubigter Auszug dient als Ahnentafel und
Abstammungsurkunde.
Der Stammbaum in der biologischen Systematik ist hingegen für Rassehunde und
Promenadenmischungen ein und derselbe. Die Hunde fühlen diese biologische Gemeinsamkeit
und verpaaren sich ihren natürlichen Instinkten folgend untereinander, einzig der eine
oder andere Mensch möchte diese verwandtschaftliche Verbundenheit zuweilen nicht
akzeptieren.
Evolutionäre
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der Hunderassen
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