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Der Haushund

Über die Domestizierung von Wölfen zu Hunden

Das der Haushund vom Wolf abstand, daran besteht eigentlich kaum noch ein Zweifel. Allerdings war die Frage bis vor wenigen Jahrzehnten immer noch nicht gänzlich geklärt, ob hier eventuell bei einigen Hunderassen die nächsten Verwandten des Wolfes mit eingekreuzt wurden. Gentechnische Untersuchungen der DNA brachten hier jedoch Licht in das Dunkel von Spekulationen und ergaben einwandfrei, dass unsere heutigen Haushunde vom gemeinen grauen Wolf abstammen. Damit war die Frage der Abstammung geklärt, jedoch nicht die Frage, wann im Laufe der geschichtlichen Entwicklung der Mensch die ersten Wölfe zu Hunden domestizierte.

Bei den vielfältigsten Bemühungen des Menschen ein Bild der Vergangenheit zu entwerfen, war der Mensch stets auf die Auswertung von archäologischen Funden angewiesen. Zumindest trifft dies verstärkt auf jene erdgeschichtliche Zeiträume zu, in denen der Mensch zwar bereits Spuren seiner Anwesenheit hinterließ, jedoch noch der Schrift unkundig war. Die Methoden der Auswertung wurden dabei gegen Ende des 20. Jahrhundert durch die Möglichkeit von gentechnischen Untersuchungen wesentlich in ihrer Präzision verfeinert. Die Verfeinerung brachte allerdings mitunter einige bisherige Theorien ins Wanken. Auch bei der Domestizierung des Haushundes traten neue Fragen auf.

Bisher gingen Wissenschaftler an Hand von archäologischen Funden davon aus, dass die Domestizierung des Wolfes zum Hund etwa vor 15.000 Jahren geschah. Darauf deuten zumindest Knochenfunde in der Nähe des Dnepr hin, einen Fluss in Russland. Hier wurden Hundeknochen an einer Herdstelle gefunden, sowie in einer Unterkunft aus Mammutknochen. Die Funde wurden auf einen Zeitraum von etwa 13.000 bis 17.000 Jahre v.u.Z. datiert. Weitere archäologische Funde konnten von Wissenschaftlern in Deutschland im Siebengebirge gesichert werden. Hier wurden Skelette von menschlichen Überresten zusammen mit Knochenfunden verschiedener Tierarten gefunden, darunter Reste eines Unterkiefers eines Hundes. Die Funde wurden auf ein Alter von rund 14.000 Jahren datiert. Freilich, alle diese Funde geben kaum Auskunft über das Verhältnis zwischen Mensch und Hund. Vielleicht dienten wolfsähnliche Hunde ja nur dem Menschen als eine zusätzliche tierische Nahrungsquelle.

Erst in relativ jüngster Vergangenheit schockierten dann schwedische und amerikanische Wissenschaftler die Fachwelt durch eine Studie, die auf den Grundlagen von gentechnischen Analysen beruht. Bei den rechnerischen Auswertungen der genetischen Analysen kamen die Wissenschaftler zu der Schlussfolgerung, dass der Wolf und der Haushund sich bereits vor cirka 135.000 Jahren in ihrer Entwicklung trennten. Die Ergebnisse der Studie schockierte jedoch nicht nur die Fachwelt und warf neue Fragen auf, sondern bietet auch genügend Stoff für vielfältige Spekulationen.

An dieser Studie, die im Jahre 1997 unter dem Titel "Multiple and Ancient Origins of the Domestic Dog" veröffentlicht wurde, wirkten Wissenschaftler der Abteilung für Biochemie von der königlichen Fachhochschule Stockholm in Schweden mit. Weiterhin waren Forscher der Abteilung für Biologie der Universität von Kalifornien sowie Wissenschaftler von weiteren US-Forschungszentren an dieser Studie beteiligt.

Bei der Studie wurde die mitochondrische DNA von 162 Wölfen aus 27 Regionen der Welt und von 140 Hunden, abstammend von 67 Rassen, miteinander verglichen und ausgewertet. Aus dem Ergebnis schlussfolgerten die Forscher, dass der Haushund vor etwa 100.000 bis 135.000 Jahren sich evolutionär vom Wolf abspaltete. Weiterhin sprechen einige Indizien dieser Studie dafür, dass es zwischen Haushund und Wolf über viele Jahrtausende immer wieder zu einem genetischen Austausch kam, der die Ausbildung von Hunderassen bei der Domestizierung möglicherweise begünstigt haben könnte.

Eine spätere Studie im Auftrag der Abteilung für Biotechnologie von der königlichen Fachhochschule Stockholm in Schweden, durchgeführt in Zusammenarbeit mit Gelehrten der chinesischen Akademie der Wissenschaften und Forschern des schwedischen Institut für Infektionskrankheiten und deren Kontrolle, wurde im Jahre 2002 unter dem Titel "Genetic Evidence for an East Asian Origin of Domestic Dogs" veröffentlicht. Diese zweite Studie aus dem Jahre 2002 konnte die Gen-Studie aus dem Jahre 1997 nicht bestätigen, sondern deckt sich wesentlich mehr mit den Altersbestimmungen von archäologischen Funden und scheint die zeitlichen Datierungen der Funde zu bestätigen.
Bei dieser Studie wurde die mitochondrische DNA von 654 Haushunden miteinander verglichen. Das Ergebnis lässt darauf schließen, dass der Mensch vermutlich erstmalig vor rund 15.000 im Osten Asiens begann, Wölfe zu Haushunden zu domestizieren.

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