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Weidehaltung und Offenstallhaltung

Artgerechte Pferdehaltung III

Eine Weide kommt dem einstigen natürlichen Lebensraum des Wildpferdes am nächsten. Allein dieser Umstand spricht dafür, dass Pferde so oft wie möglich ein Aufenthalt auf einer Weide zu gewähren ist. Dass kein Pferd dauerhaft allein gehalten werden sollte, wurde bereits auf den vorausgehenden Seiten erwähnt. Auch in Beziehung auf das Sozialverhalten wird die Weidehaltung den artspezifischen Verhaltenweisen von Pferden gerechter, als vergleichsweise eine Boxenhaltung oder gar die Anbindehaltung bzw. Ständerhaltung.
Unterschieden werden bei der Weidehaltung die saisonale Weidehaltung und die Robusthaltung. Die Frage, welche der beiden Haltungsformen besser für Pferde geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Doch auch andere Haltungsformen, wie die Boxenhaltung, können und sollten mit einem Weidegang der Pferde verbunden sein.

Weidehaltung von Pferden

Bei der saisonalen Weidehaltung werden die Pferde nur vom Frühjahr bis zum Herbst ganztägig auf der Weide gehalten, bei der Robust- haltung hingegen ganzjährig. Die Robusthaltung von Pferden auf Weideland wird oft mit der Offenstallhaltung gleichgesetzt, obwohl hier differenziert werden sollte, da bei der Offenstallhaltung statt Weiden auch Paddocks als Auslauf dienen können.
Pferde in Weidehaltung
Pferde in Weidehaltung beim Grasen

Eine Offenstallhaltung mit einem Auslauf in Paddocks während der Wintermonate ist jedoch keine ganzjährige Weidehaltung. Oder anders ausgedrückt, eine Robusthaltung, bei der Pferde ganzjährig auf Weideland gehalten werden, setzt einen Offenstall als Witterungsschutz voraus. Allerdings nicht in jeder Form der Offenstallhaltung haben die Pferde ganzjährig freien Zutritt zum Weideland, sondern müssen sich oftmals in der kalten Jahreszeit mit einem Auslauf in Paddocks begnügen.


Witterungsschutz / Offenstall

Gleich ob saisonale Weidehaltung oder Robusthaltung auf Weideland, in jedem Fall benötigen Pferde einen Witterungsschutz. Bei der saisonalen Weidehaltung reicht als Schutz vor lang anhaltenden Regenfällen oder vor allzu intensiver Sonneneinstrahlung an heißen Sommertagen und sonstigen Witterungsunbilden ein natürlicher Witterungsschutz aus.
Als ein natürlicher Witterungsschutz kann in diesem Zusammenhang zum Beispiel eine ausreichend Schatten spendende Baumgruppe angesehen werden. Die Baumkronen sollten jedoch so ausladend sein und das Blätterdach so dicht, dass die Baumgruppe allen Pferden auf der Weide einen Schutz vor intensiver Sonneneinstrahlung und länger anhaltenden Regenfällen bietet. Auf Koppeln und Weiden, auf denen kein natürlicher Schutz vor Witterungsunbilden vorhanden ist, ist ein künstlicher Witterungsschutz für die Pferde zu errichten.

Bei der Robusthaltung erübrigt sich die Frage, ob ein natürlicher Witterungsschutz ausreichend ist, um die Pferde vor extremen Witterungsverhältnissen im erforderlichen Maße zu schützen. Vor kräftigen Novemberstürmen und vor eisigen Schneestürmen schützt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur ein künstlich errichteter Unterstand. Dieser Unterstand sollte zudem so beschaffen sein, dass er heftigen Stürmen und einer hohen Schneelast standhält, dabei groß genug, um allen Pferden auf der Weide gleichzeitig ausreichend Schutz zu bieten. Bei der Definition von "groß genug" ist nicht davon auszugehen, dass sich Pferde dicht gedrängt in einem Unterstand zurückziehen, sondern die Liegefläche für alle Pferde ausreicht bzw. groß genug ist.

Zur Berechnung des Platzbedarfs eines Pferdes gibt es eine einfache Formel:

2,5 x Widerristhöhe² = Liegefläche pro Pferd

Weiterhin ist bei der Planung eines Witterungsschutzes bzw. eines Offenstalls zu berücksichtigen, dass die lichte Traufenhöhe an allen Seiten mindestens das Anderthalbfache der Widerristhöhe betragen sollte und der Eingangsbereich breit genug ist, um mehreren Pferden gleichzeitig ohne Drängeleien den Zutritt zu ermöglichen. Ebenfalls sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden, dass der Eingangsbereich auf der von der Hauptwindrichtung abgewandten Seite angelegt wird und dass der Boden innerhalb des Witterungsschutzes frei von Staunässe und Morast bleibt.


Beschaffenheit von Weideland

Der Bewuchs einer Weide mit Gräsern und Kräutern sollte möglichst vielfältig sein. Je größer die Vielfalt der auf dem Weideland beheimaten Flora, um so mehr wird sich diese Vielfalt auf die Gesundheit der Pferde positiv auswirken. Dennoch sollte der Pferdehalter darauf achten, dass sich in der Nähe der Weide keine Bäume oder Sträucher mit schädlichen Früchten oder Pflanzenteilen befinden. Besondere Vorsicht ist in diesem Zusammenhang unter anderen bei Hecken geboten, insofern diese ans Weideland angrenzen. Die Nadeln der Eibe enthalten zum Beispiel toxische Stoffe und können, je nach aufgenommener Menge, bei Pferden Atemlähmung und schlimmstenfalls Herzstillstand verursachen.
Vorsicht ist auch vor den Früchten der Eiche geboten, da diese Gerbstoffe enthalten. Einst mästete der Mensch zwar seine Hausschweine mit Eicheln, der Verzehr größere Mengen kann jedoch bei Pferden Koliken auslösen. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Früchte, Kräuter und sonstiger Pflanzen, die unter Umständen bei Pferden Verdauungsstörungen, Koliken oder andere gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Falls derartig giftige Pflanzen auf einer Weide wachsen, sollten diese regelmäßig entfernt werden, bevor ein Pferd zu Schaden kommt.

Von der Beschaffenheit sollten als Weideland nur relativ trockene und sandige Böden genutzt werden. Bei Regen leicht zu Morast neigende Böden, die darüber hinaus schlecht abtrocknen, sind hingegen ungeeignet. Das Wildpferd war ein Tier, welches ursprünglich in Steppen und Prärien beheimatet war. Auch unsere heutigen Pferde lieben trockene Böden mit einer hohen Trittsicherheit, ähnlich den Bodenverhältnissen im einstigen Verbreitungsgebiet der Wildpferde. Auf jeder Weide muss sich eine Tränke befinden, die regelmäßig mit Trinkwasser in ausreichender Menge zu befüllen ist. Alternative Tränksysteme regeln automatisch die Wasserzufuhr, müssen jedoch regelmäßig auf Funktionalität überprüft werden.

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