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Artgerechte Pferdehaltung

Natürliche Bedürfnisse und Verhaltensweisen

Pferde sollten, so wie jedes andere Heim- und Haustier nicht minder, so argerecht wie möglich gehalten werden. Nur eine weitestgehend artgerechte Pferdehaltung kommt den natürlichen Bedürfnissen eines Pferdes recht nahe und trägt in nicht unerheblichen Umfang mit zu dessen physischen und psychischen Wohlbefinden bei. Um jedoch einschätzen zu können, was zu den natürlichen Bedürfnissen eines Pferdes gehört, sollte sich ein Pferdehalter so umfassend wie möglich über den natürlichen Lebensraum und den artspezifischen Verhaltensweisen von Wildpferden informieren. Zwar sind in der freien Wildbahn heute keine echten Wildpferde mehr anzutreffen, doch die Verhaltensweisen von wild lebenden Mustangs oder die von Rückzüchtungen (Przewalskipferde) liefern in dieser Beziehung gute Einblicke.

Lebensweise von Wildpferden:

Wildpferde durchstreiften einst in kleinen Herden die Prärien des amerikanischen Kontinents und die Steppen Eurasien. Neben Steppen und Prärien waren Pferde auch in vielfältigen Übergangszonen ver- treten. Zu diesen Übergangszonen zählten Halbwüsten, jedoch auch Savannen und lichte Wälder.
So karg wie ihre Umwelt mit pflanzlichem Bewuchs ausgestattet war, so karg war auch die Ernährung der Wildpferde.
Pferde auf einer Weide
Pferde auf einer Weide beim Grasen

Ob in den mittelasiatischen Steppengebieten oder in den Prärien Nordamerikas, verwertet wurden die unterschiedlichsten Gräser, verschiedene Kräuter und das Laub von Sträuchern und Büschen. Der Zoologe Jiri Volf berichtet davon, dass Przewalskipferde auch unterschiedliche Zwiebel und die Wurzeln des Rhabarbers nicht verschmähten. Obwohl Wildpferde zur Not auch wenige Tage ohne Nahrung und Wasser überleben konnten, waren sie dennoch auf ausreichender Nahrung und auf das Vorhandensein einer geeigneten Tränke in ihrem Lebensraum angewiesen. Wie bei vielen Wildtieren üblich, so konnten auch Wildpferde ihren Wasserbedarf in den Wintermonaten durch die Aufnahme von Schnee ergänzen bzw. gänzlich decken.

Wildpferde lebten in kleinen Herden, in der Regel bestehend aus einem Leithengst, einer Leitstute, sowie weiteren Stuten mit ihren Fohlen. Die Größe einer Herde lag im Mittel bei 6 bis 8 Tieren. Im Zusammenhang mit Przewalskipferden wird von Herdengrößen von 5 bis 20 Tieren berichtet. Neben Herden, die aus einem Leithengst und mehreren Stuten und Fohlen bestanden, schlossen sich Hengste, die keine eigene Herde hatten, zu reinen Hengstgruppen zusammen. Bei diesen Hengstgruppen handelte es sich um eine Art von Auffangbecken für jüngere Hengste, welche nach dem Erreichen der Geschlechtsreife vom Leithengst aus der einstigen Herde vertrieben wurden.
Weiterhin wird berichtet, dass im Falle einer Gefahr der Leithengst nur dann einer Herde voraus lief, wenn sich keine Fohlen in dieser Herde befanden. In allen anderen Fällen bildete der Leithengst die Nachhut oder hielt sich an der Seite der Herde auf, von der die Gefahr drohte. Der Leithengst war somit bereit seine Stuten und seinen Nachwuchs gegenüber menschlichen Feinden und Beutegreifern zu verteidigen, dabei dennoch darauf bedacht, die Herde samt Fohlen zusammen zu halten. Wenn keine Gefahr vorlag, so wurde die Herde von der Leitstute zu den saftigsten Weidegründen oder zur Tränke geführt. Somit gab es eine klare Rollenverteilung, bei der die Leitstute die führende Rolle einnahm und der Leithengst die Herde gegenüber Gefahren verteidigte. In jeder Herde bestand eine soziale Rangordnung, wobei unfruchtbare Stuten auf der niedrigsten Stufe standen.

Dass sich mehre Einzellherden zu einer großen Herde vergemeinschaften, kam möglicherweise auch bei echten Wildpferden vor, insofern sich die Herden gemeinsam auf eine größere Wanderung begaben. So berichtete Brehm darüber, dass es in den südamerikanischen Pampas riesige Pferdeherden gab, bestehend aus bis zu 12.000 halbwilden Hauspferden. Jeder Hengst sammelte sich einige Stuten, verblieb mit seinem Harem jedoch in der großen Gemeinschaft der riesigen Herde. Doch auch in Asien und Nordamerika gab es einst riesige Herden verwilderter und halbwilder Pferde.

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