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Biologische Sytematik des Pferdes

Wissenswertes über Pferde I

Das Pferd oder besser, dass domestizierte Hauspferd gibt es heute in einer nur schwerlich überschaubaren Vielfalt von unterschiedlichen Pferderassen. Die Frage, "wie viele Pferderassen es eigentlich gibt" kann nicht eindeutig beantwortet werden. Schätzungen gehen von etwa 300, 400 oder mehr Rassen aus, wobei es sich bei einigen Rassen vermutlich nur um regionale Zuchtlinien und Farbschläge handelt. Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige Rassen durch sich ähnelnde Zuchtziele soweit angleichen, dass es bei einigen sich einst unterscheidenden Pferderassen mit der Zeit fraglich wurde, ob es sich noch um eigenständige Rassen handelt. Die einstige Vielfalt der unterschiedlichsten Arten der wilden Verwandten unseres Hauspferdes verringerten sich hingegen mit den Jahrtausenden.

Wildpferde in der Savanne
© Franzis Verlag | Foto: Frank Winkler
Tiere der Savanne / Wildpferde
Von der biologischen Systematik betrachtet bilden Pferde eine Familie, welche von Zoologen als Familie der Einhufer bezeichnet wird und die den lateinischen Namen Equidea erhielt.
Die Familie der Einhufer gehört wiederum zur Ordnung der Unpaar- hufer. Den Namen Unpaarhufer erhielt diese Säugetierordnung, da beinahe bei allen Vertretern dieser Ordnung die Anzahl der Zehen eine ungerade Zahl ergibt. Neben den Pferden gehören noch Tapire und Nashörner zur Ordnung der Unpaarhufer.

Obwohl die Familie der Tapire zur Ordnung der Unpaarhufer gehören, besitzen ihre Vertreter jeweils vier Zehen an den Vorderfüßen. Die Hinterbeine enden dagegen in drei Zehen an den Füßen. Bei den Nashörnern hingegen laufen alle vier Beine in jeweils drei Zehen aus, wobei jede einzelne Zehe in einem Huf endet. Vertreter der Familie der Pferde haben nur noch einen Zeh an jedem Bein, der mit einem Huf versehen ist, welcher den eigentlichen Zeh weitestgehend verdeckt.

Zur Familie der Pferde gehören noch sieben rezente Arten. Bis ins 19. Jahrhundert waren es noch acht Arten, die zur Familie der Einhufer gerechnet wurden:

  • Afrikanischer Esel - Der Afrikanischer Esel ist die Stammform unseres heutigen Hausesels.

  • Urwildpferd - Um Verwechselungen mit heutigen Wildpferden vorzubeugen, bei denen es sich lediglich um Herden von einst entlaufenden und in der Folgezeit verwilderten Pferden werden handelt, wird von einigen Autoren der Begriff Urwildpferd verwendet, obwohl der Begriff Wildpferd nicht minder richtig ist. Bis in die Neuzeit hat jedoch nur das Przewalskipferd als "echtes" Wildpferd überlebt.
    Der Begriff Urwildpferde ist wiederum nicht dem Begriff Urpferde zu verwechseln, da es sich bei den Urwildpferden um echte Wildpferde handelt, bei den Urpferden hingegen um deren stammesgeschichtlichen Vorgänger im Laufe der Evolution.

  • Tarpan - Beim Tarpan handelt es sich um einen Verwandten des Przewalskipferds. Leider starben die letzten Vertreter dieser Art in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus. Vom Tarpan gab es mindestens zwei Unterarten, den Steppentarpan und den Waldtarpan. Der Waldtarpan wird zuweilen als das eigentliche europäische Wildpferd betrachtet. Allerdings ist das Verbreitungsgebiet dieses Unterart nicht gänzlich geklärt und es gab möglicherweise noch eine weitere Unterart, welche bis zur iberischen Halbinsel verbreitet war.[1]
     

Weiterhin gehören zur Familie der Pferde bzw. zur Familie der Einhufer der/das:

  • Asiatischer Esel - Der Asiatische Esel hat mehr Merkmale eines Wildpferdes als der Afrikanische Wildesel.

  • Tibetischer Wildesel - Der Tibetische Wildesel wird auch als Kiang bezeichnet.

  • Steppenzebra - Das Steppenzebra ist vermutlich das bekannteste Zebra, welches in vielen Dokumentarfilmen und oft auf Safaris zu sehen ist.

  • Bergzebra - Vom Bergzebra gibt es zwei Unterarten, dass Hartmannzebra und das Kap-Bergzebra.

  • Grevyzebra - Dem Grevyzebra wurde von der Antike bis ins letzter Jahrhundert hinein nachgestellt, so dass es in weiten Teilen seines einstigen Verbreitungsgebietes ausgerottet wurde und heute zu den bedrohten Tierarten zählt.
     

Abschließend sei betreffend der biologische Systematik des Pferdes erwähnt, dass die Familie der Einhufer (Pferde) in der Ordnung der Unpaarhufer zur Klasse der Säugetiere gehört, die Klasse der Säugetiere wiederum zur Reihe der Landwirbeltiere.


Biologische Systematik im Überblick:

Klassifikation: Lebewesen
Domäne: Eukaryoten (Eucaryota)(Lebewesen mit Zellkern)
Reich: Tiere (Animalia)
Unterreich: Vielzellige Tiere (Metazoa)(Tiere, die aus mehr als einer Zelle bestehen.)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)(Tiere mit echtem Zellgewebe.)
Unterabteilung: Bilateria (Tiere mit symmetrischen Körperbau)
Überstamm: Neumünder (Deuterostomia)(zum Beispiel Würmer)
Stamm: Chordatiere (Chordata)(Tiere mit einem Stützapparat)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)(Tiere mit einem Stützapparat aus Wirbeln.)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)(Tiere, die ein Maul mit Kiefern haben.)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)(Vögel, Reptilien, Amphibien und Säugetiere)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)(Tiere, die ihren Nachwuchs mit Milch versorgen.)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)(Tiere mit Fell)
Überordnung: Laurasiatheria (Bewohner des Urkontinents Laurasia.)
Ordnung: Unpaarhufer (Perissodactyla)(Siehe obige Beschreibung.)
Familie: Einhufer (Equidae)(Siehe obige Beschreibung.)
Gattung: Pferde (Equus)
Arten: Pferde, Esel, Zebras



Anmerkung: Dem Tarpan sagen alte Überlieferungen nach, dass er sich nur schwerlich zähmen und nicht reiten ließ. Selbiges soll auf Zebras zutreffen und der Grund sein, warum unsere Vorfahren nie ernsthaft den Versuch unternahmen Zebras zu domestizieren.
Bei Zebras kommt noch ihre Wehrhaftigkeit gegenüber Angreifern hinzu. Zebras verteidigen sich nicht nur mit kräftigen Ausschlagen, sondern scheuen auch nicht davor zurück, ihr Gebiss als Waffe zur Verteidigung einzusetzen. Durch diese Art der Selbstverteidigung versuchen sie nicht nur in freier Wilderbahn Hyänen auf Distanz zu halten, sondern lehrten bereits den einen oder anderen all zu aufdringlichen Menschen das Fürchten. Einige derartige Fälle sind dokumentiert. So wird zum Beispiel in einer älteren Ausgabe von Brehms Tierleben ein Reitversuch geschildert, der damit endete, dass das Zebra den Reiter ein Ohr abbiss.
Nicht nur Zebras, auch Pferde können bissig werden, nur bei Zebras ist diese Form der Wehrhaftigkeit etwas ausgeprägter als bei seit Jahrtausenden domestizierten Pferden. Dass Zebras dennoch zähmbare und gelehrige Tiere sind, beweisen dressierte Tiere im Zirkus.

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