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Domestizierung des Pferdes II

Nutzung durch den Menschen

Unbestreitbar ist, dass der steinzeitliche Mensch noch wesentlich mehr im Einklang mit der Natur lebte, als die meisten Menschen der Neuzeit. Unter Einklang ist in diesem Zusammenhang keine Harmonie zu verstehen, da es in der Natur keine vollendete Harmonie gibt.[1] Vielmehr lernte er von der Natur, um sich besser in seiner natürlichen Umwelt zu behaupten. Dieses Lernen traf mit Sicherheit auch auf seine Jagdmethoden zu. Der Mensch hatte gelernt Speere zu fertigen und mit diesen zielsicher Beutetiere zu erlegen. Dennoch war die Distanz relativ gering, auf welcher sich ein steinzeitlicher Jäger seiner Jagdbeute annähern musste, um selbige mit einem Speer erlegen zu können.
Für Verfolgungsjagden war der Mensch zu langsam, doch auch andere erfolgreiche Beutegreifer, wie zum Beispiel Großkatzen, können nur über kurze Distanzen mit flüchtenden Beutetieren mithalten. Vielleicht beobachtete der Mensch das Verhalten von sich im Schutz der Vegetation anschleichenden Wildkatzen oder dass von Krokodilen, die wie aus dem Nichts heraus auftauchen, um an den Ufern von Gewässern ihrer Beute habhaft zu werden. Vielleicht lernte der frühe Mensch die besten Pirschmethoden jedoch auch aus eigener Erfahrung. Die Theorie einiger Wissenschaftler, nach der mit Speeren bewaffnete Jäger die Ufervegetation von Gewässern nutzten, um sich unbemerkt bis auf Wurfdistanz trinkenden Pferden zu nähern, klingt zumindest plausibel. Oder etwas anders ausgedrückt, obwohl die Nutzung von Speeren zur Erlegung von Beutetieren eigentlich uneffektiv ist, so hatte es der Mensch dennoch gelernt, seine Jagdmethoden zu perfektionieren.

Dennoch wird ihm das Jagdglück nur hold gewesen sein, wenn der Mensch das Verhalten seiner bevorzugten Beute so genau wie möglich abschätzen konnte. Oder einfacher, er hatte das Verhalten von Pferden über tausende von Jahren studiert und das daraus resultierende Wissen von Generation zu Generation weiter gegeben. Dieses Wissen betreffend der Verhaltensweisen von Pferden, war ihm später bei der Domestizierung von Nutzen. Wie die Anfänge der Domestizierung aussahen und in welchen Etappen diese ablief, ist praktisch unbekannt. Pferde mit Geschirr
Pferde waren über Jahrtausende in der Landwirtschaft beinahe unentbehrliche Helfer, werden heute jedoch fast ausnahmslos nur noch zum Schaupflügen eingesetzt.

Da der Mensch jedoch bereits gelernt hatte andere Tierarten zu Haustieren zu domestizieren, so wird der Wunsch auch Pferde als Fleischlieferanten zu zähmen, eine treibende Kraft gewesen sein.

Anders als zum Teil in der heutigen Zeit, konnten es sich unsere Vorfahren in der Bronzezeit nicht leisten, eine Tierart nur einseitig zu verwerten. Gut, wir ach so modernen Menschen verwerten neben den Fleisch von Nutztieren auch deren Häute und Federn, stellen Seifen aus tierischen Fetten her oder Kleidung aus Schurwolle, verspeisen Eier, Milch, Milchprodukte und einiges mehr. Für Rinder, Schafe, Schweine oder Geflügel mag diese mehrseitige Verwertung noch zutreffen, für Pferde hingegen längst nicht mehr. Pferde werden in Mitteleuropa fast ausnahmslos nur noch als Reitpferde gehalten, wobei sich der Einsatz von Reitpferden auf private und sportliche Bereiche beschränkt. Wer unbedingt möchte, der wird noch hier und da einen Rossschlächter finden, doch allgemein ist Pferdefleisch in deutschen Landen mehr oder weniger verpönt.

Einen anderen Stellenwert hatte das Pferd und dessen Fleisch bei steinzeitlichen Jägern und auch noch bei den Menschen in der Jungstein- und Bronzezeit, als selbige begannen Pferde als Nutztiere zu domestizieren. Neben dem Fleisch wurden weitere Produkte des Pferdes verwertet, wie die Milch der Stuten, Knochen und Häute. So ist zum Beispiel vergorene Stutenmilch noch heute ein traditionelles Getränk bei mongolischen Nomaden. Ein weiteres Beispiel, noch bis ins Mittelalter wurden neben Rinder- und Rentierknochen auch speziell bearbeitete Pferdeknochen als Schlittschuhe verwendet.

Eine wesentliche Rolle in unserer kulturellen Entwicklung spielte des weiteren die beginnende Nutzung des Pferdes als Reit-, Last- und Zugtier. Die kulturelle Geschichte wäre ohne Pferde völlig anders verlaufen. Ohne Pferde hätten weder die Hunnen in Europa einfallen können, noch hätte es Postkutschen gegeben. Ein Ritter ohne Pferd wäre ebenfalls nicht vorstellbar gewesen und das nicht nur, weil sich das Wort Ritter von Reiter ableiten lässt. Ob in der Landwirtschaft oder in militärischen Bereichen, das Pferd wurde zu einem unentbehrlichen Helfer. Erst im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der Mensch zunehmend von der Nutzung der Pferdes als Reit-, Last- und Zugtier unabhängig.

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