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Sytematik des Pferdes

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Füttern fremder Pferde

Pferde auf der Weide II

Pferde auf der Weide üben auf viele Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Zu einem richtigen Jungen wird so ein Spund letztendlich mancherorts ohnehin erst, wenn er mindestens einmal im Freundeskreis berichten kann, Pferde auf einer Weide gefüttert zu haben. Doch nicht nur Jungen, auch Mädchen stehen beim Füttern fremder Pferde am Wegesrand nicht hinten an. Eigentlich auch kein Wunder, gehen doch Erwachsene, wie Spaziergänge oder Ausflügler, häufig mit "gutem" Beispiel voran. "Gutem" in Anführungszeichen, weil eben das Verhalten von diesen fütternden Erwachsenen ein sehr schlechtes Vorbild für Kinder ist.

Viele Pferdehalter, die mit Recht auf fütternde Kinder und noch mehr auf unbelehrbare Erwachsene schimpfen, verhielten sich sicherlich in ihrer Kindheit oftmals nicht wesentlich anders. Aus eigenen Fehlern lernt der Mensch bekanntlich, jedoch nur durch Einsicht oder durch schmerzliche Erfahrungen. Hinweis- oder Verbotsschilder helfen hingegen eher weniger, wenn bei Kindern die Einsicht noch nicht vorhanden ist und bei Erwachsenen das erforderliche Verständnis fehlt. Gut sichtbar angebrachte Schilder mit der Aufschrift "Pferde füttern verboten" oder "Betreten von Weideland verboten" werden in etwa ähnlich wahrgenommen, wie eine auf Rot geschaltete Fußgängerampel mitten in der Nacht.

Solange sich diese Fütterung am Weidezaun noch in Grenzen hält und kein Pferd vom zusätzlich verabreichten Futter Verdauungsprobleme bekommt, kann die Angelegenheit noch verharmlost werden. Doch häufig handelt sich bei den fütternden Personen um vermeintliche Tier- oder Pferdeliebhabe, die den Pferden vom Würfelzucker oder Gummibären über Fallobst bis zu vergammelten Brot so ziemlich alles anbieten, was gerade anfällt. All das zuweilen, was für Menschen zwar nicht oder nicht mehr genießbar ist, für den Mülleimer jedoch noch zuschade aussieht.
Schlimmer noch, denn auch das die Eigentümer von an Weiden angrenzenden Grundstücken ihren Heckenschnitt einfach auf der Weide entsorgen, dabei noch denken, den weidenden Pferden oder Rindern etwas Gutes zu tun, kommt zuweilen vor. Dabei sind zum Beispiel in den Nadeln der Eibe toxische Giftstoffe enthalten, die bereits in geringer Dosis bei Rindern und Pferden zu Atemlähmung und Herzstillstand führen können. Nicht nur die Nadeln, praktisch alle Teile der Eibe sind giftig, wenn auch in den restlichen Pflanzenteilen die Wirkstoffe in geringerer Konzentration enthalten sind. Neben der Eibe gibt es weitere Heckenpflanzen, die ebenfalls schädliche Substanzen enthalten.
Allein Unwissenheit ist dabei oft im Spiel, denn das ein Pferd von ungeeigneten Futtermitteln Koliken oder Durchfall bekommen kann, im schlimmsten Fall verendet oder sogar eingeschläfert werden muss, können Kinder noch nicht wissen. Bei Erwachsene sieht es nicht sehr viel besser aus, insofern ihnen das erforderliche Fachwissen fehlt. Belehrungen helfen oftmals recht wenig oder stoßen auf Uneinsichtigkeit.

Doch Pferde füttern durch fremde Personen kann teuer werden, da ein Pferdehalter einen gewissen gesetzlichen Schutz vor unbedarften Kindern und uneinsichtigen Erwachsenen genießt. So ist es das gute Recht eines Pferdehalters auf Schildern Kinder und Erwachsene darauf hinzuweisen, dass das Füttern von Pferden nicht erwünscht bzw. verboten ist. Können uneinsichtige Zaungäste es weiterhin nicht lassen, Pferde ohne Einverständnis des Pferdehalters zu füttern und erkrankt ein Pferd an diesen Futtermitteln, müssen sie unter Umständen die Tierarztkosten übernehmen oder dem Besitzer einen Schadenersatz zahlen. Zumindest nach einem Referenzurteil des OLG Karlsruhe stellt das Füttern fremder Pferde einen rechtswidrigen Eingriff in das Eigentum des Pferdebesitzers dar.

Nur wie sieht es mit der Beweisführung in ähnlich gelagerten Fällen aus. Kann ein Pferdebesitzer ohne Probleme den Nachweis erbringen, dass ein Pferd durch eine unsachgemäße, durch fremde Personen am Weidezaun ausgeführte Fütterung erkrankte? In der Regel vermutlich nicht. Dabei kann das Füttern fremder Pferde noch weitere Folgen haben. So können Pferde untereinander zänkisch werden oder dem Fütternden gegenüber bissig reagieren, wenn sie sich bei der Vergabe von Leckerlis benachteiligt fühlen. Weiterhin können vor allem kleinere Pferde und Ponys mit der Zeit übergewichtig werden, wenn sie häufig von Kindern, Ausflüglern und Spaziergängern am Weidezaun gefüttert werden. Übergewicht begünstigt nicht nur beim Menschen viele Folgeerkrankungen, sondern auch bei Pferden.

Als ein weiteres Ärgernis betrachten viele Pferdehalter ungebetene Gäste, wie Hundebesitzer mit freilaufenden Hunden, Spaziergänger und Wanderer, die ohne Nachfrage Weideland betreten. Dazu auf der folgenden Seite mehr.

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