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Evolution des
Pferdes II
Urzeitliche Vorfahren und Verwandte
Die Evolution des Pferdes verlief, ähnlich wie es von der
Evolution anderer Arten einschließlich der des Menschen bekannt ist, alles andere als
gradlinig. Vielmehr wird der Stammbaum reich verästet dargestellt, von denen die meisten
Zweige und Äste im Laufe von Jahrmillionen verdorrten. Zum Vergleich, auch in der
menschlichen Evolution gab es nicht nur eine Spezies und so lebten der Homo sapiens, der
Neandertaler und der Hobbit (Homo floresiensis) teilweise zeitgleich
nebeneinander. Übrig blieb hingegen nur der neuzeitliche Mensch in Form des Homo sapiens.
Ähnlich verhielt es sich einst auch mit den urzeitlichen Vorfahren und Verwandten der
Pferde.
Doch welche Verwandten gehörten zum evolutionären Stammbaum unserer heutigen Pferde, wie
lebten diese Pferdevorfahren und wie sahen sie aus, als sie noch urzeitliche Wälder und
Savannen durchstreiften?
Ein Vorfahre, mit dem Namen Hyracotherium, lebte im
erdgeschichtlichen Zeitalter des Eozäns und wurde bereits auf der vorausgehenden Seite
erwähnt. Einig sind sich die Wissenschaftler, dass es sich beim Hyracotherium um einen
urzeitlichen Verwandten der Pferde handelt. Nur welche Stellung dieser kleine Geselle im
Stammbaum der heutigen Pferde einnimmt, ist mehr oder weniger strittig. So ist die Frage,
ob es sich bei dieser Art um einen mehr oder weniger direkten Vorfahren oder lediglich um
eine einst mit den Pferden verwandte Lebensform handelt, bisher nicht restlich geklärt (Stand:
2010). Mehr dazu auf der einleitenden Seite unter: Hyracotherium
Von Seiten der Wissenschaft wird vermutet, dass es sich beim Hyracotherium um einen reinen
Pflanzenfresser handelte, der sich von Beeren und Blättern ernährte. Weiterhin wird
vermutet, dass diese Art gesellig in kleinen Gruppen lebte und als Biotop sumpfige Wälder
bevorzugte.
Gestützt werden diese Vermutungen durch fossile Funde. Beispielweise verrät die Form und
Beschaffenheit der Zähne viel über die Fressgewohnheiten und über die bevorzugte
Nahrung. Die Farbe des Fells lässt sich hingegen nicht rekonstruieren und entspringt bei
bildlichen Darstellungen mehr der menschlichen Fantasie. Um sich ein besseres Bild zu
machen, werden häufig Vergleiche zu rezenten Arten gezogen, nur können diese Vergleiche
unter Umständen auch hinken.
Noch im Eozän, jedoch wenige Millionen Jahre nach dem Hyracotherium, so vor rund 50
Millionen von Jahren, lebte der Orohippus. Beim Orohippus handelte es sich vermutlich um
einen Nachfahren des Hyracotheriums, welches jedoch vom Körperbau bereits ein wenig
größer war.
Nach dem Orohippus erschien vor rund 40 Millionen von Jahren das
Mesohippus auf der Bildfläche. Beim Mesohippus handelt es sich nach dem Stand heutiger
Erkenntnisse um einen mehr oder weniger direkten Vorfahren des Pferdes mit einer
Schulterhöhe von rund 60 cm. Eine Veränderung der Zähne weisen darauf hin, dass sich
ein allmählicher Übergang bei der Aufnahme von Nahrung vollzog, die möglicherweise im
Gegensatz zur Ernährungsweise des Hyracotheriums, weniger aus Blättern und mehr aus
Gräsern bestand. Zum Teil zeitgleich, zum Teil etwas später lebte das Miohippus.
Etwas höher auf der evolutionären Leiter folgten im
Miozän das Merychippus und das Dinohippus. Da dieser erdgeschichtliche Zeitraum mit
einschneidenden Veränderungen verbunden war, welche zu einem trockeneren Klima führten,
so schwanden einstige Urwälder und offene Graslandschaften begannen sich statt dessen
auszubreiten. Spätestens im Miozän passten sich die Vorfahren unserer heutigen Pferde
den veränderten Umweltbedingungen an und wurden zu Tieren, die sich in offenen
Graslandschaften heimisch fühlen.
Im Holozän folgten dann die Pferde (Equus), die im Gegensatz zum mehrzehigen
Hyracotherium nur noch über eine, in einem Huf endende Zehe je Bein verfügen.
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