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Unterschied - Koppel und Weide

Eine kleine Definition

Gelegentlich hört oder liest ein neuzeitlicher Städter die Begriffe Koppel und Weide, die noch heute in der Haus- und Nutztierhaltung gebräuchlich sind. Die meisten Stadtmenschen nehmen diese beiden Begriffe bei der jeweiligen Gelegenheit nur ohne Hinterfragung wahr und halten beides für eingezäuntes Weideland. Nur gelegentlich keimt in dem einen oder anderen wissbegierigen Menschen dann folgende Frage:


Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Koppel und einer Weide?

Die Beantwortung dieser Frage sollte Jugendlichen aus ländlichen Regionen leichter fallen, als jugendlichen Städtern. Zumindest könnten erstere ihre Großeltern befragen und würden von diesen erfahren, dass es einst keine Selbstverständlichkeit war, Weideland einzuzäunen. Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war es für viele Kleinbauern stattdessen eine Selbstverständlichkeit, dass größere Buben die Kühe täglich nach der Schule in Begleitung eines Hundes auf die Weide trieben. Die Schularbeiten konnten schließlich auch beim Hüten der Kühe oder in den Abendstunden erledigt werden.

Für Kleinbauern, zu denen keine Kinder im geeigneten Alter gehörten, bot sich immer noch die Möglichkeit, in der Ferienzeit einen Jungen als Hirten zu beschäftigen. Die Bezahlung bestand dann aus Naturalien und einigen wenigen Groschen. So konnten auch jugendliche Städter in den Ferien zum Unterhalt der Familie mit beitragen. Den Bauern kam hingegen ein Kuhjunge vielfach günstiger, als eine Weide komplett mit Stacheldraht einzuzäunen. In der restlichen Jahreszeit sowie auf vielen nur handtuchgroßen Weideflächen war es zu dem noch günstiger, die Rinder einzeln mit einer Kette an einem eisernen, in den Boden getriebenen Stab anzupflocken, als diese Weiden einzuzäunen und die Zäune zu warten und zu unterhalten.
Was bei der Rinderhaltung gängige Praxis war, ließ sich jedoch nicht ohne Weiteres auf die Pferdehaltung übertragen. Pferde waren kostbarer als Kühe, schwerer zu hüten und mussten täglich ihre Arbeit verrichten. So waren Bauern auch eher bereit für Pferde geeignetes, meist in der Nähe des Gehöftes gelegenes Weideland einzuzäunen, auf dem die Pferde nach getanem Tageswerk sich erholen und weiden konnten. War die Weide groß genug, konnte diese auch in einzelne Koppeln unterteilt werden.


Doch wie sollte nun eine kleine Definition aussehen?

Weide: Bei einer Weide handelt es sich um eine Grünfläche (Weideland), die den jeweiligen landwirtschaftlichen Nutztieren, wie Rindern, Pferden oder Schafen, pflanzliche Nahrung in Form von Gräsern und Kräutern bietet. Eine Weide kann eingezäunt werden, wie in der Neuzeit in der Rinderhaltung üblich. Auf eine Einzäunung kann jedoch verzichtet werden, wenn die Tiere auf der Weide durch einen Hirten, oft in Zusammenarbeit mit einem oder mehreren Hunden, gehütet werden. Das ganztägige Anpflocken von einzeln auf einer Weide gehaltenen Nutztieren entspricht hingegen keiner artgerechten Tierhaltung.
Weiterhin gibt es noch Bienenweiden, Schmetterlingsweiden und Vogelweiden. Diese Begriffe beziehen sich nicht nur auf Flächen, auf denen Pflanzen vertreten sind, die den jeweiligen Tierarten wertvolle Nahrung bieten, sondern auch auf einzelne Pflanzenarten, wie zum Beispiel den Weidenkätzchen als Bienenweide.

Koppel: Bei einer Koppel handelt es sich um eine eingezäunte Weidefläche, auf der sich die Tiere ohne Aufsicht durch einen Hirten frei bewegen und grasen können. Größere Weideflächen werden dabei oftmals in mehrere Koppeln unterteilt. Innerhalb von unbeweideten Koppeln kann sich der Bewuchs der Weideflächen erholen. Weiterhin können durch eine Unterteilung von Weideland in Koppeln die Tiere räumlich getrennt werden, zum Beispiel um ungewollte Verpaarungen zu vermeiden. Oftmals wird der Ausdruck Koppel nur in Verbindung mit der Pferdehaltung (Pferdekoppel) in Verbindung gebracht, doch der Begriff Viehkoppel ist ebenfalls geläufig.


Wortherkunft

Im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm heißt es (Großschreibung von Substantiven wurde im Zitat geändert):

4) nordd. eingezäuntes Feld, Wiese oder Stück überhaupt das nicht als Garten dient...
...Koppel, durch Zäune oder Buschwälle eingefriedigtes Feld, für Kornbau, Weide oder Gehölz...

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