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Der Hengst Barbaro

Vom Schicksal eines Rennpferdes

Es war im Jahre 2006, als der Hengst Barbaro mit rund sechseinhalb Längen Vorsprung vor dem restlichen Teilnehmerfeld das Kentucky Derby für sich entschied und seinem Besitzer neben der Siegprämie die Anerkennung der Fachwelt einbrachte. Das Kentucky Derby wird seit dem Jahre 1875 in Louisville ausgetragen und gehört zu den populärsten Rennen für dreijährige Vollblüter in den Vereinigten Staaten. Die Aussichten, dass Barbaro noch viele weitere Rennen gewinnen und sich zu einem Megastar unter den Rennpferden entwickeln könnte, standen gut. Doch es sollte anders kommen, ein komplizierter Beinbruch beendete die Karriere dieses Ausnahmepferdes viel zu früh. Nur zwei Wochen später, bei einem Rennen in Baltimore im Mai 2006, geschah das Unglück. Barbaro verunglückte kurz nach dem Start und brach sich dabei eine Hinterhand gleich dreifach.


Der Besitzer wollte Barbaro nicht einschläfern, sondern statt dessen in einer Universitätsklinik des US-Bundesstaates Pennsylvania von einem bekannten Spezialisten behandeln lassen. In dieser School of Veterinary Medicine der University of Pennsylvania wurden die Brüche mit mehr als zwei Dutzend Schrauben und einer Platte fixiert. Kurze Zeit später traten die ersten Komplikationen auf, wobei sich die Huflederhaut entzündete. Die Huflederhaut bildet eine Verbindungsschicht zwischen dem Skelett des Beines und der Hufkapsel. Eine Entzündung der Huflederhaut, ausgelöst durch Überlastung, Fehlernährung oder ähnlichen Umständen, wird allgemein als Hufrehe bezeichnet. Um diese Entzündung einzudämmen und zu behandeln, wurde in einer weiteren Operation das Horn des Hufes weitestgehend entfernt. Eine Besserung stellte sich ein und in Videoaufnahmen war zu sehen, wie Barbaro umhergeführt wurde und auf einer grünen Wiese friedlich graste.

Zwischenzeitlich war nicht nur Barbaro sondern auch der behandelnde Tierarzt Dr. Dean Richardson zu einem Medienstar avanciert und die Universitätsklinik, gelegen in der Kleinstadt Kennett Square von Pennsylvania, zu einem Wallfahrtsort für die vielen Fans von Barbaro, die Anteil an das Schicksal des Pferdes nahmen, geworden. Im Blumenladen von Kennett Square bestellten Menschen aus aller Welt Blumengebinde für Barbaro und ließen diese an die Universitätsklinik liefern. Ein anonymer Fan soll die "Barbaro Fund" Stiftung ins Leben gerufen haben, welche mit der Zeit wohl den Eingang von über eine Million US-Dollar als Spendengelder quittieren konnte.

Die anfängliche Besserung war jedoch nicht von Dauer. Als sich der Zustand des edlen Hengstes wieder zu verschlechtern begann, wurde allen Beteiligten klar, dass es keine Hoffnung auf eine dauerhafte Genesung des Pferdes mehr geben würde. Im Januar des Jahres 2007 gab der Besitzer dann sein Einverständnis zur Einschläferung des Pferdes. Hätte sich der Besitzer nicht zu diesem Schritt durchgerungen, hätte Barbaro noch weitere Torturen über sich ergehen lassen müssen und vermutlich für den Rest seines Pferdelebens unter Schmerzen gelitten.

Video: HRTV presents Inside Information - Barbaro

Fazit: Trotz aller Fortschritte in der Veterinärmedizin, auch Anfang des 21. Jahrhunderts ist es oftmals noch das Beste für ein Pferd, dieses nach einem komplizierten Beinbruch von seinen Leiden durch Einschläfern zu erlösen. Doch es gibt auch positive Beispiele von prominenten Pferden, die nach einem Beinbuch noch viele gute Pferdejahre erlebten.


Das Dressurpferd Rembrandt

Der Wallach Rembrandt gehörte in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den erfolgreichsten Dressurpferden, die es je gab. Einige bezeichnen ihn noch heute als das beste Dressurpferd der Welt. Es begann im Jahre 1987, als die Dressurreiterin Nicole Uphoff auf Rembrandt Europameisterin wurde und setzte sich über einem Sieg beim Grand-Prix-Special fort. Insgesamt gewann Nicole Uphoff allein zwischen 1987 bis 1989 auf Rembrandt 30 Grand Prix und Special-Turniere. Viele weitere Siege und Medaillen folgten in den nächsten Jahren.

Dann ein Sieg bei der Deutsche Meisterschaft im Jahres 1993, der leider von einem Unglück überschattet wurde. Bei der Ehrenrunde wurde Rembrandt von einem ausschlagenden Pferd getroffen, wodurch er einen Bruch im rechten Hinterbein erlitt. Der gebrochene Knochen wurde in einer Operation mit zwei Schrauben gerichtet und Rembrandt konnte nach einem elftägigen Klinikaufenthalt bereits wieder entlassen werden. Nach einer Monate währende Trainingspause, die sich an dem Klinikaufenthalt anschloss und in der das Pferd nur leicht bewegt werden durfte, geschah das Unglaubliche. Nur 11 Monate nach dem erlittenen Beinbruch siegten Pferd und Reiterin erneut bei einem Grand Prix Spezial.

Im Jahre 2001, im Alter von 24 Jahren, musste Rembrandt dann jedoch auf Grund einer Arthrose eingeschläfert werden.


Die Trakehnerstute Renaissance Fleur

Die Trakehnerstute Renaissance Fleur gehörte zu den erfolgreichsten Pferden im Reitsport. Bereits im Alter von zwei Jahren sicherte sie sich im Jahre 1994 einen ersten Sieg. Weitere hervorragende Platzierungen und Siege sollten in den Jahren 1995 bis 2003 folgen. Dann im Februar des Jahres 2003 das Unglück. Renaissance Fleur entwich aus ihrer Box und verunglückte auf den gefrorenen, teils mit Eis bedeckten Boden. Die Folge war ein Trümmerbruch im Fesselgelenk. Der Bruch wurde in der Pferdeklinik Telgte behandelt.

Auch wenn ein Trümmerbruch im Fesselgelenk oftmals das Ende für ein Pferd bedeutet, so blieb Renaissance Fleur dieses Pferdeschicksal erspart. Zwei Jahre später konnte sie wieder auf grünen Weiden galoppieren und bekam im Mai 2006 zum ersten Mal Nachwuchs. Seither lebt Renaissance Fleur als Zuchtstute auf dem Trakehner Gestüt Rondeshagen (Stand: 2008).

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