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Die Honigbiene und der Honig

Bestäubung, Sammeln von Pollen und Nektar

Sehr viele Pflanzen bzw. Blütenpflanzen unserer heimischen Flora sind auf die Bestäubung der Blüten durch Bienen angewiesen, um Früchte reifen zu lassen. Die Früchte wiederum dienen unterschiedlichsten Tieren und den Menschen zur Ernährung sowie den Blütenpflanzen zur Vermehrung. Ohne die emsige Arbeit unzähliger Honigbienen wäre somit nicht nur unser Tisch kärglicher gedeckt, sondern unsere heimische Flora und Fauna würde ebenfalls verarmen.
Neben der Bestäubung durch Bienen gibt es zwar noch weitere Möglichkeiten für die Übertragung des Pollens von einer Blüte auf eine andere, so zum Beispiel die Windbestäubung oder durch andere Insekten, doch die Honigbiene erledigt in einigen Gebieten diese Arbeit zu nahezu 100 Prozent. In anderen Gebieten, die weniger intensiv genutzt werden, wie naturbelassene Landschaften, teilt sich die Honigbiene diese Arbeit mit den unterschiedlichsten Arten von Wildbienen. Doch auch in diesen Gebieten ist der Anteil der von der Honigbiene bestäubten Blüten noch beträchtlich.

Zur eigenen Ernährung sowie zur Ernährung des Nachwuchses, sammeln Bienen den Nektar und den Pollen bzw. den Blütenstaub von Pflanzen. Beim Nektar handelt es sich um eine süße und duftende Flüssigkeit, den die Pflanzen produzieren, um Bienen und andere Insekten anzulocken. Der Pollen dient hingegen eigentlich der Vermehrung von Blütenpflanzen, doch die Pflanzen produzieren genügend Pollenkörnchen, um mit den Bienen zu teilen. Etwas genauer, der Pollen einer Blüte setzt sich aus einer Vielzahl von Pollenkörnen zusammen, die in der Biologie als Mikrosporen bezeichnet werden. Diese Mikrosporen werden von den Pflanzen in den Staubbeuteln ihrer Blüten gebildet und stellen sozusagen den männlichen Paart bei der geschlechtlichen Vermehrung von Blütenpflanzen dar. Den weiblichen Paart bildet das Fruchtblatt, welches den eigentlich Samen der Pflanzen enthält.

Werden nun Honigbienen und andere Insekten vom süßlichen Duft des Nektars und von den Farben der Blüten angelockt, sammeln sie den Nektar und Pollen der Blüten. Dieses Sammeln geschieht, in dem die Bienen den Nektar aufsaugen und in den Honigmagen (Honigblase) befördern. Der Pollen verfängt sich hingegen zuerst im Haarkleid der Bienen.

Honigbiene mit Pollenhöschen
© H. Müller | Honigbiene mit Pollenhöschen an den Hinterbeinen

Um das Haarkleid vom Pollen zu säubern, besitzt die Honigbiene an den hinteren Beinen sogenannte Pollenkämme bzw. Pollenbürsten. Mit Hilfe dieser Pollenbürsten kann die Biene ihr Haarkleid auskämmen und dabei den Pollen zu winzigen Körbchen an den Hinterbeinen transportieren. Eigentlich handelt es sich hierbei nicht wirklich um Körbchen, vielmehr um haarlose konkave Stellen an den Hinterbeinen, die nur als Körbchen benannt wurden. Zwischen dem Auskämmen des Pollen und dem Transport zu den Körbchen wird selbiger mit etwas Speichel und Nektar aus dem Honigmagen vermengt, wodurch der Pollen haftende Eigenschaften erhält und sich zu so benannten Pollenhöschen formen lässt.

Biene beim Pollensammeln mit gelben Pollenhöschen
© H. Müller | Honigbiene beim Nektar- und Pollensammeln mit gelben
Pollenhöschen am abgespreizten Hinterbein auf einer Efeublüte.

Die Pollenhöschen sind oftmals gelblich gefärbt, können jedoch in Abhängigkeit vom Pollen der besuchten Blüten einen anderen Farbton besitzen. Das Spektrum reicht hier von weißen über gelben, orangen, bräunlichen, grauen und rötlichen Farbtönen bis zu grünen und blauen Farbtönen. Im Bienenstock werden die Pollenhöschen abgestreift und den jüngeren Arbeiterinnen übergeben. Diese jüngeren Arbeiterinnen ernähren sich und die Brut von diesen Bienenbrot, wie der Pollen ab nun heißt. Der Überschuss vom Bienenbrot wird von den Arbeiterinnen mit Speichelsekret vermengt und in der Nähe des Brutnestes in Wabenzellen eingelagert. Durch die Zusetzung des Sekrets findet eine Fermentierung des Bienenbrotes statt, welche das Bienenbrot vor dem Verderben schützt. Dem Nektar wird hingegen das Wasser entzogen. Der zu Sirup eingedickte Nektar wird ebenfalls in Waben eingelagert und nennt sich fortan Bienenhonig oder einfach nur Honig.

Bienen und Blütenpflanzen hätten sich nicht im Laufe ihrer evolutionären Entwicklung aufeinander abstimmen können, wenn nicht die Pflanzen wie die Bienen voneinander profitieren würden. Um Nektar und Pollen in ausreichender Menge zu sammeln, muss jede einzelne Honigbiene (Sammlerin) 10 bis 20 mal mal pro Tag ausfliegen und dabei insgesamt 200 bis 300 Blüten anfliegen[1]. Die Verweildauer an einer Blüte beträgt oft nur wenige Sekunden. Bei jedem Anflug an einer Blüte verfängt sich dabei nicht nur etwas Blütenstaub (Pollen) in den Haaren der Biene, sie streift bei jeder Blüte auch wieder einige Pollenkörnchen (Mikrosporen) am Fruchtblatt bzw. am Fruchtstempel ab. Bei diesen Abstreifen von Pollen handelt es sich um die eigentliche Prozedur der Bestäubung, auf welche die Pflanze angewiesen ist, um keimfähige Früchte heranreifen zu lassen.


Anmerkung zu 1: Verlässliche Angaben betreffend der Frage "Wie viele Blüten eine Biene pro Tag anfliegt" können leider nicht gemacht werden, da die gefundenen Angaben zu widersprüchlich sind. Weiterhin wird ein Teil dieser Angaben dabei nur auf Hochrechnungen beruhen. Zu berücksichtigen ist ferner die Entfernung zur Nahrungsquelle und die zur Verfügung stehende Tageslichtlänge entsprechend der Jahreszeit.


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